Ramsauer wirbt für Einführung der Pkw-Maut

Bergen – Peter Ramsauer kam Montagvormittag zur Raststätte Hochfelln Süd, um für eine Aktion des Raststättenbetreibers „Tank und Rast“ sowie für die Einführung der Pkw-Maut zu werben.

Nicht nur mit Blick auf die zweispurig vorbeiführende A8 sprach er sich dabei auch für die Einführung einer Pkw-Maut aus.

Verkehrsminister Peter Ramsauer gestern bei seiner zirka zehnminütigen Lesung aus dem Werk Thomas Manns.

Peter Ramsauer saß auf der Terrasse der kleinen Raststätte Hochfelln Süd an der A8 Richtung Salzburg vor einer kleinen Gruppe Zuhörern. Von dort fällt der Blick hinunter ins Tal nach Bergen, der Heimatgemeinde von Ramsauers Ehefrau Susanne. Dahinter wäre der Bergener Hausberg, der Hochfelln, zu sehen gewesen – doch es war zu diesig. Eine kleine Blaskapelle war zur Begrüßung aus München in den Chiemgau gekommen und spielte den Bozener Bergsteigermarsch, was Ramsauer scherzend „weltoffen“ nannte.

Der Minister hatte sich eine kurze Lese-Passage aus Thomas Manns „Meerfahrt mit Don Quijote“ ausgesucht, um für eine Urlaubslektüre der „Tank und Rast“ zu werben. Der Raststättenbetreiber möchte ab Herbst auf Rasthöfen in Bayern und Nordrhein-Westfalen kostenlos eine schmale Broschüre mit Informationen über Thomas Mann und Auszügen aus seinen Werken verteilen. Peter Ramsauer, ein ausgesprochener Gegner von Anglizismen, hatte sich persönlich dafür eingesetzt, dass die Lektüre nicht, wie vorgesehen, „Literatur to go“, sondern „Literatur für unterwegs“ heißen wird.

Und auch wenn der Minister nach eigener Aussage erst durch sein eigenes kurzes Lesestück so richtig Interesse an Thomas Mann gefunden hat, so weiß er sinnvolle Ablenkung auf Urlaubsreisen zu schätzen: In der „Familienkutsche“ fährt das Ehepaar Ramsauer regelmäßig mit den vier Kindern ans Meer.

Auf der A 8 ist Peter Ramsauer demnach öfter unterwegs. Wäre er an diesem Montagvormittag aus München gekommen, hätte er es wohl staufrei über den Irschenberg und den zweispurigen Abschnitt ohne Standstreifen hinter dem Chiemsee entlang geschafft; obwohl eine Baustelle – der Neubau der Talbrücke – kurz hinter der Raststätte Hochfelln Süd den Verkehr derzeit zusätzlich bremst. Doch der Minister kam über die Landstraße aus seiner nahen Heimatstadt Traunwalchen.

Keine Alternative zur Pkw-Maut

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Sein Urteil über besagten Streckenabschnitt war dennoch eindeutig: „Nachkriegszustand“ und „unzumutbar“, nannte der Minister die Straße und forderte einen zügigen Ausbau, der derzeit in Vorbereitung ist. Seit seinem Amtsantritt 2009 setzt sich Ramsauer für mehr Investitionen in die Infrastruktur auch der alten Bundesländer ein. Doch das Geld für alle notwendigen Instandhaltungen und Neubauten im Bundesgebiet reiche nicht: 7,5 statt der zugesagten fünf Milliarden Euro brauche er, erklärte der Verkehrsminister. Das habe er auch der Kanzlerin so gesagt. Er wolle kein Minister „der bröckelnden Brücken“ sein. Dass er dabei wie der von ihm kurz vorher literarisch eingeführte Don Quijote einen Kampf gegen Windmühlen führt, musste er gar nicht erst erwähnen – die Botschaft kam auch ohne Worte an.

Dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sei er deshalb dankbar, so Ramsauer, dass dieser in Berlin für die Einführung einer Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen eintrete. Denn dazu hätte ihm bisher noch keiner eine Alternative nennen können – auch Bundeskanzlerin Angelika Merkel nicht.

Viel Zeit blieb Ramsauer indes nicht, sich über den Geldmangel in seinem Ministerium zu beklagen. Verbal gerade in Fahrt gekommen, musste der Minister nach rund einer Stunde schon zum nächsten Termin -  zurück nach München, über die A8.

Nadja Wolf (Oberbayerisches Volksblatt)

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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