Ort und B305 tagelang gesperrt

Nach Evakuierung im Januar: So beurteilen Gutachter die Lawinengefahr für Raiten

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Wegen akuter Lawinengefahr musste Raiten (Schleching) im Januar 2019 evakuiert werden.
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Raiten/Schleching - Tagelang bangten die Menschen im Schlechinger Ortsteil Raiten im Januar 2019. Eine Lawine drohte von der Hochplatte abzugehen. Nun liegt ein Schweizer Gutachten zur Lawinengefahr für den Ort vor. 

Forscher des eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung haben die Hochplatte überflogen, den 900 Meter langen Hang dreidimensional aufgenommen und vermessen. Auch den Waldbestand nahmen die Gutachter unter die Lupe, berichtet der Bayerische Rundfunk. Ihr Ergebnis: Die Häuser in Raiten sind dank des intakten Bergwaldes im Bereich der Hochplatte ausreichend geschützt. Zusätzliche Verbauungs- bzw. Schutzmaßnahmen seien nicht notwendig. 

Ortsteil Raiten evakuiert - Situation am Donnerstag

Schlechings Bürgermeister Sepp Loferer zeigt sich im Gespräch mit dem BR für den kommenden Winter beruhigter. Aus der gefährlichen Lage durch die massiven Schneefälle im Januar hätte man gelernt. Es gebe jetzt auch einen Evakuierungsplan, mit dem Anwohner und alle Tiere binnen maximal zwei Stunden aus Raiten in Sicherheit gebracht werden können.

Die Katastrophenlage im Kreis Traunstein im Januar 2019

Im Januar 2019 musste Raiten (Ortsteil von Schleching im Kreis Traunstein) wegen akuter Lawinengefahr geräumt werden. 230 Einwohner mussten den Ort verlassen, auch die Tiere wurden rausgeholt. 

Es sei "eine ganz schwierige Lage", sagte Landrat Siegfried Walch in einer Video-Botschaft auf Facebook und YouTube. "Ich verstehe schon, wenn die Leute nicht aus ihren Häusern herauswollen." Man habe den Schritt aber genau überlegt. Er sei nötig, "weil der Ortsteil von einer Staublawine getroffen werden kann". Sicherheit habe oberste Priorität.

Auf dem Hang an der Hochplatte oberhalb von Raiten, der mit dem vielen Schnee abzurutschen drohte, war 2009 schon einmal eine Lawine abgegangen. Damals wurde der ganze Wald weggerissen, bis auf wenige Bäume. Deshalb fehlte im Januar 2019 eine natürliche Lawinen-Sperre. 

Auch der Katastrophenfall wurde im Kreis Traunstein aufgrund der massiven Schneefälle ausgerufen. Tausende Helfer waren in Südbayern tagelang im Schnee-Einsatz. Es galt besonders Dächer von der Schneelast zu befreien, bevor sie unter ihr zusammenbrachen. Allein 1.300 Hilfskräfte kämpften im Landkreis Traunstein gegen die Schneemassen.

mh

Quelle: chiemgau24.de

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