Qualität vor Zeitdruck

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Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin der Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH, will alle Regionen beteiligen.

Rosenheim - Eine Alternative zum insolventen Tourismusverband Oberbayern muss her. Die Geschäftsführerin der Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH spricht darüber im Interview:

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Bei der Mitgliederversammlung des insolventen Tourismusverbands Oberbayern in Bad Aibling suchten Politiker und Touristiker nach Wegen zur Gründung einer effizient arbeitenden Nachfolgeorganisation. Das OVB sprach mit Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin der Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH (CAT), über ihre Vorstellungen von einem geeigneten Weg in die Zukunft.

OVB: Die Mitglieder des insolventen Tourismusverbandes Oberbayern haben sich in Bad Aibling intensiv mit der Gründung einer Nachfolgeorganisation befasst. Viele offene Fragen traten dabei zutage, eine Lenkungsgruppe soll nun die Marschrichtung vorgeben. Hätte man dieses Ergebnis nicht schneller erzielen können?

Pfaffinger: Da in die Lenkungsgruppe alle Facetten des oberbayerischen Tourismus einfließen sollen, war es schon wichtig, einen Zeitraum für Diskussionen und Gespräche zu schaffen.

OVB:In der genannten Lenkungsgruppe sollen auch die Tourismusorganisationen vertreten sein. Wie soll dies in der Praxis aussehen?

Pfaffinger:Ich gehe davon aus, dass sich hier die wichtigen touristischen Regionen einbringen und diese auch am Tisch sitzen werden, wenn es um die Zukunft des Tourismus in Oberbayern geht. Dass Stadt und Landkreis Rosenheim mit den wichtigen touristischen Zielen - zum Beispiel das Schloss Herrenchiemsee, der Chiemsee, die Städte Rosenheim und Wasserburg, die Bergbahnen und Thermen - hier zu den touristischen Topregionen zählen, ist unbestritten.

OVB:In Bad Aibling war im Rahmen der Finanzierungsdebatte viel die Rede davon, die Wirtschaft stärker in die Strukturen des neuen Verbandes einzubinden. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um künftig an mehr private Gelder für die Verbandsarbeit zu kommen?

Pfaffinger:Die Schaffung einer Rechtsform, die diese Möglichkeit zulässt.

OVB:Da gibt es Befürworter einer GmbH und des Vereinsstatus, wie er bisher bestand. Zwingt das lange Zeit unentdeckte Missmanagement, das zur Pleite führte, nicht förmlich dazu, in Richtung GmbH weiterzudenken?

Pfaffinger:Es kann in meinen Augen nur eine GmbH oder eine ähnliche Gesellschaftsform für die wirtschaftliche Betätigung am Markt funktionieren, mit Aufsichtsrat und externen Prüforganen.

OVB:Haben Sie Sorge, dass sich die Neugründung einer Nachfolgeorganisation angesichts der vielen offenen Fragen zu lange hinziehen und somit wertvolle Ressourcen des Verbandes verloren gehen könnten?

Pfaffinger:Nein, hier muss Qualität vor Zeitdruck gehen.

OVB:Wirtschaftsminister Martin Zeil hat vorgeschlagen, vor der Gründung einer Nachfolgeorganisation des Tourismusverbandes einen externen Gutachter einzuschalten, und will dafür auch Geld zur Verfügung stellen. Begrüßen Sie diesen Vorschlag?

Pfaffinger:Das kommt auf den Gutachter an, eine neutrale Stelle, zum Beispiel eine Hochschule, ist sicher ein richtiger Ansatz.

Interview: Norbert Kotter (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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