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Pumuckl-Museum in Ohlstadt verboten

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Die Zeichentrickfigur "Pumuckl" in der Szene eines Fernsehfilms

Ohlstadt - Armin Krottenmacher ist genauso alt wie sein Idol Pumuckl, und er ist Schreiner. Trotzdem soll Pumuckl bei ihm keine Heimat finden. Die frühere Pumuckl-Zeichnerin ist dagegen.

Eine bessere Heimat als eine Schreinerei könnte es für ein Pumuckl-Museum eigentlich gar nicht geben. Armin Krottenmacher aus dem oberbayerischen Ohlstadt ist Pumuckl-Fan, Schreiner wie Meister Eder, und auch noch genauso alt wie der Kobold, den Autorin Ellis Kaut 1963 in die Welt setzte. Er gründete einen Verein und richtete ein Pumuckl-Museum ein, Eintritt frei. Aber auf Betreiben der früheren Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson soll das alles ein Ende haben. Krottenmacher gab bereits eine Unterlassungserklärung ab. Am Mittwoch vor dem Landgericht München ging es um Abmahnungs- und Anwaltsgebühren von 1192 Euro.

Johnson, die dem rothaarigen Klabautermann nach Kauts Ideen als erste ein Gesicht gab, hat in den vergangenen Jahren viele Rechtsstreitigkeiten um ihre Urheberschaft geführt, nun ist der Schreiner in ihr Visier geraten. Sie nahm Anstoß an der Internetseite für den von ihr nicht autorisierten Verein, nahm ihre zunächst erteilte Zustimmung zu dem Museum im Hause Krottenmacher zurück und klagte gegen den Pumuckl-Verehrer. Neben diesem Verfahren beim Landgericht läuft parallel ein weiteres gegen den Betrieb “Der Bartlmäschreiner“, wo Krottenmacher Pumuckl-Devotionalien bastelt.

Der Kobold-Freund versteht die Welt nicht mehr und schon gar nicht das Urheberrecht. “Mia san doch net a Haufn Spinner“, klagt er in der mündlichen Verhandlung, “mia woin dem Pumuckl nützn!“ Sein Verein ist in der örtlichen Schule aktiv zur Freude der Kinder, er war im vorigen Jahr vertreten, wo immer etwas los war, vom Faschingstreiben bis zum Weihnachtsmarkt, er hat der Pumuckl-Mutter Ellis Kaut zum 90. mit der “längsten Geburtstagskarte“ gratuliert.

“Die Frau Kaut ist ein herzensguter Mensch“, schwärmt der Schreinermeister. Zu seinem 45. Geburtstag hat sie ihm 2008 den Wunsch erfüllt, mit ihm zum Essen zu gehen. Als es ihn 2005 auf der Landstraße “wie a Blitz“ überfiel, er müsse für den Kobold ein Museum schaffen, hat er die Autorin angerufen, sie hatte keine Einwände gegen seine Aktivitäten.

Jetzt soll das alles zu Ende sein? “Der Pumuckl is mei Lebenswerk“, trauert der Schreiner. Auf dem Beifahrersitz in seinem Wagen sitzt angeschnallt ein 70 Zentimeter großer Kobold, muss der jetzt auch weg? fragt sich Krottenmacher. “Sie dürfen den Pumuckl auch mit ins Bett nehmen“, sagt Johnsons Anwalt Nikolaus Reber. Nur öffentlich darf er die Koboldfigur nicht verwenden. Aber er hat den Klabautermann doch nie vermarktet, verlangt nicht mal Eintritt im Museum, sagt der Schreiner.

Das sei nicht Voraussetzung für einen Verstoß gegen das Urheberrecht, belehrt ihn Richterin Monika Rhein. Nach der Unterlassungserklärung geht es vor Gericht nur noch um die Kosten plus der bereits erfolgten Abmahnungsgebühren von 1192 Euro für den Anwalt. Wenn Krottenmacher sich mit Johnson nicht außergerichtlich einigen kann, ist der Pumuckl für ihn künftig tabu. Der Schreiner sieht schwarz. Versuche der Kontaktaufnahme sind bisher gescheitert, sogar auf ein Einschreiben mit Rückschein kam keine Reaktion. “Ja, was soll i denn noch machen?“

dpa

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