Prozess um Vergewaltigung am Rosenheimer Inndamm

Zeugin spricht über brutalen Übergriff - Dritter Verhandlungstag entfällt

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Prozessauftakt wegen versuchten Mordes
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München/ Rosenheim - Am Mittwoch steht der dritte Prozesstag um den mutmaßlich zweifachen Vergewaltiger von Rosenheim und München an. Während der Angeklagte am Montag zu den Vorwürfen schwieg, sprach am Dienstag Birgit S., die im Englischen Garten vergewaltigt wurde, über das schreckliche Erlebnis und belastet den verdächtigen Emrah T. schwer. 

Update, 16.40 Uhr:

Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, fällt der geplante dritte Verhandlungstag am Mittwoch aus. Eigentlich sollte am Mittwoch zusätzlich zu den Vorwürfen der Vergewaltigung ein Diebstahl verhandelt werden, den Emrah T. begangen haben soll. Dieser wurde jedoch aus der Anklageschrift gestrichen.

Zusammenfassung des zweiten Prozesstages: 

Er soll zwei Frauen angegriffen und vergewaltigt haben - im Prozess vor dem Münchner Landgericht I hat sich der 28 Jahre alte Angeklagte am Montag nicht zu den Vorwürfen geäußert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er im November 2015 auf eine Frau in Rosenheim losgegangen und hat sie vergewaltigt. Rund ein Jahr später habe er eine Joggerin im Englischen Garten in München attackiert, vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Wegen versuchten Mordes und anderen Delikten muss sich der Angeklagte nun vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er aus Heimtücke und Sexgier töten wollte.

Die Polizei kam dem mutmaßlichen Sextäter durch Zufall auf die Schliche. Durch einen DNA-Abgleich war er Ende März 2017 überführt worden. Die Spuren sprechen gegen Emrah T.

"Ich lasse mich nicht unterkriegen"

Vor Gericht schwieg Emrah T. am Montag. Er möchte sich weder zu den Vorwürfen, noch zu seiner Identität äußern. Am Dienstag sprach Brigit S., knapp 16 Monate nach dem Überfall, über den schrecklichen Vorfall. Über eine Stunde saß sie ihrem mutmaßlichem Vergewaltiger gegenüber. „Ich erkenne seine braunen Augen wieder“, erklärte Birgit S. (45). Einen Zeugenbeistand lehnte sie ab. „Ich lasse mich nicht unterkriegen“, sagte sie, berichtet unser Partnerportal tz.de

Die tapfere Frau erläutert ihre regelmäßige Joggingrunde. Ein Mann sei ihr im Dunklen gefolgt, er sei ihr immer näher gekommen, bis sie sich dazu entschließ, ihn vorbei ziehen zu lassen. Doch plötzlich sei sie von hinten gewürgt worden. Sie habe sich noch gewehrt, aber letztendlich sei sie bewusstlos zusammengebrochen. Minuten später sei sie im Gebüsch mit heruntergelassener Unterhose wieder zu sich gekommen. „Ich fühlte mich schwammig und schaffte es nur langsam, wieder aufzustehen.“

Sie hatte ein großes Loch in der Unterlippe und deutliche Würgemale am Hals.

Sie gibt zu Protokoll, dass sie den Angriff "gut überstanden" hätte - ihre Vergangenheit mit großen Brüdern habe sie abgehärtet. Sie blickt dem Angeklagten nochmals tief ins Gesicht, bevor sie den Gerichtssaal verlässt. Der Angeklagte selbst schweigt weiterhin zu den Vorwürfen. Es deutet alles daraufhin, dass seine DNA ihn überführt hat. 

mz mit Material von dpa

Quelle: rosenheim24.de

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