Prozess nach tödlichem Unfall zwischen Mühldorf und Waldkraiburg

Sagte der Angeklagte tatsächlich "der Alte hat sein Leben schon gelebt"?

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Mühldorf/Waldkraiburg - Bei einem Frontal-Crash im Mai 2016 auf der St2352 verlor ein 84-jähriger Mühldorfer sein Leben. Nun musste sich der Unfallfahrer vor dem Mühldorfer Amtsgericht verantworten. Zentrale Fragen: Sieht er seine Schuld ein oder reißt er dumme Sprüche.

Ein junger Mühldorfer musste sich nun vor dem Mühldorfer Amtsgerichts verantworten. Der Vorwurf: Vorsätzliche Gefährdung im Straßenverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung. Es geht um den tragischen Unfall im Mai 2016 auf der St2352, bei dem ein 84-jähriger Mühldorfer sein Leben verlor. Laut Anklageschrift fuhr der Angeklagte auf dem Hin- und Rückweg von Waldkraiburg mit 139 bis 156 km/h, obwohl auf der Strecke nur 80 km/ erlaubt ist. Weil ein Mähfahrzeug einen Stau verursachte, er mit überhöhter Geschwindigkeit heranrauschte und nicht mehr bremsen konnte, driftete er in den Gegenverkehr. Er stieß mit dem Dacia eines 84-Jährigen aus Mühldorf frontal zusammen. Der Mann erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

„Dummer Spruch“ wichtig für Strafmaß

Zentrale Frage für die Bemessung des Straßmaßes bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht sei, ob der Angeklagte seine Schuld einsieht oder nicht. Denn glaube man einer Aktennotiz, so der Mühldorfer Anzeiger am Mittwoch, wies der Angeklagte in einem Gespräch mit einem Autohändler im Dezember 2016 alle Verantwortung von sich sich. Er sei froh, dass er überlebt habe und „der Alte hat sein Leben schon gelebt“ - das hat der Autohändler laut OVB einer dritten Person erzählt, die das wiederum einem Polizisten berichtete. Der Angeklagte bestritt vor Gericht, so etwas gesagt zu haben. Bei einem Prozesstermin im Frühjahr verlas der Richter dann laut OVB einen Brief des Angeklagten: „Ich kann mit der Verantwortung für den Tod Ihres Ehemanns nicht umgehen“, schrieb er und bat „aufrichtig um Verzeihung“. 

„Ich war jung und dumm"

Bei dem aktuellen Verhandlungstag wollte der Richter laut Mühldorfer Anzeiger vom Angeklagten wissen, warum er so schnell gefahren sei. „Ich war jung und dumm, ich dachte, ich könnte das Auto beherrschen und sei ein guter Fahrer“, so der Angeklagte. Die Frage, ob der Angeklagte tatsächlich den "dummen Spruch" gesagt hat, konnte bei dem Prozesstag nicht geklärt werden; der Autohändler war aus gesundheitlichen Gründen verhindert. 

Im Dezember wird das Verfahren nun noch einmal von vorne aufgerollt, so der Mühldorfer Anzeiger abschließend.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie auf ovb-online.de oder in Ihrem gedruckten Mühldorfer Anzeiger.

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Schwerer Unfall auf der St2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg

mh

Quelle: innsalzach24.de

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