PROZESS VOR SCHÖFFENGERICHT ROSENHEIM

Leichtfertig mit Asbest umgegangen! Schechener Unternehmer verurteilt

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Schechen/Rosenheim - Seit April 2017 stehen ein Architekt aus München und ein Abriss-Unternehmer aus Schechen vor dem Rosenheimer Schöffengericht. Der Vorwurf: Sie sollen unter anderem mit dem gefährlichen Stoff Asbest leichtfertig umgegangen sein. Nun fiel das Urteil:

Die Anklage warf dem Schechener in insgesamt sechs Fällen vor, "mit gefährlichen und problematischen Abfallstoffen aus unangemessenem Gewinnstreben fahrlässig und gesundheitsgefährdend umgegangen" zu sein. Der Schechener soll die Abbrucharbeiten an Gebäuden (u.a. in München), bei denen die Abfallstoffe entstanden, durch ein Subunternehmen durchführen haben lassen, das nicht über die nötige Lizenz verfügte, um solche Arbeiten auszuführen.

In sechs Sitzungstagen war das Gericht der Frage nachgegangen, ob der Architekt Abrissarbeiten in München unzulänglich überwacht und das Schechener Abrissunternehmen die Arbeiten korrekt durchgeführt und Schadstoffe korrekt entsorgt hat.

Wie das OVB in seiner Freitagsausgabe hat jetzt das Rosenheimer Schöffengericht das Urteil über die beiden Angeklagten gefällt: Der Firmenchef, dessen Abrissunternehmen zwischenzeitlich in Insolvenz ging und den Betrieb einstellte, war seit 2012 bereits einschlägig vorbestraft und kam deshalb nicht mehr mit einer Geldstrafe davon. Ein Jahr Gefängnis, das zur Bewährung ausgesetzt wurde, und dazu eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 50 Euro. 

Dem Architekten hielt der Vorsitzende Richter Christian Merkel vor, er habe sich für den Bauherrn „zum Deppen gemacht“. Das meine er nicht despektierlich, so der Richter laut dem OVB. Wenn auch Vergehen auf der Baustelle an der Neumarkter Straße letztlich nicht nachzuweisen waren, so sei allein der ungeklärte Verbleib des hochgiftigen Asbestes ein strafwürdiges Vergehen. So verhängte das Gericht gegen den Architekten eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 120 Euro und blieb damit unter der kritischen Grenze zum Führungszeugnis und geschäftlichem Handeln.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie auf ovb-online.de oder in Ihrer gedruckten OVB-Heimatzeitung.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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