Landgericht Hof

Prozess um Baby-Morde: Urteil erwartet

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Im Prozess um die Baby-Morde in Bad Alexanderbad soll  ein Urteil fallen.

Hof - Vor mehr als 25 Jahren soll eine Frau ihre Babys nicht versorgt und in Plastiktüten eingewickelt vergraben haben. Jetzt wird im Mord-Prozess das Urteil erwartet.

Ein grausiger Fund wurde im Oktober vergangenen Jahres bei Bauarbeiten in Bad Alexanderbad (Landkreis Wunsiedel) gemach: Ein toter Bub und ein totes Mädchen waren in Plastiktüten eingewickelt in der Erde vergraben. Die Baby-Leichen waren stark verwest. Die Kinder - es handelte sich nicht um Zwillinge - müssen irgendwann zwischen 1985 und 1988 zur Welt gekommen sein.

Nähere Details konnte die Rechtsmedizin nicht mehr klären. Die Ermittler kamen bald der Mutter auf die Spur, die bei der Polizei auch ein Geständnis ablegte. Beim Gerichtsprozess am Landgericht Hof allerdings schwieg die Frau - trotz eines Appells des Vorsitzenden Richters.

Urteil am Mittwoch

Am Mittwoch soll das Urteil fallen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von acht Jahren gefordert. Die heute 53 Jahre alte Frau habe die Kinder sterben lassen, weil sie um ihren Lebensstandard fürchtete, hatte Oberstaatsanwalt Reiner Laib in seinem Plädoyer gesagt.

Verteidiger Jürgen Schmidt dagegen verlangte einen Freispruch. Es sei nicht eindeutig nachzuweisen, ob die Säuglinge bei der Geburt überhaupt gelebt hatten. Er zitierte in seinem Plädoyer am vergangenen Freitag ähnliche Fälle, in denen die Justiz auf Totschlag entschied - und der wäre verjährt.

dpa

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