Prostituierte verschleppt - Pärchen vor Gericht

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Hof/Saale - Dreimal hat ein Pärchen aus Selb im benachbarten Böhmen Prostituierte verschleppt, schwer misshandelt und ausgeraubt. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Im Prozess um erpresserischen Menschenraub vor dem Landgericht Hof hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag für die 26 Jahre alte Tschechin eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren gefordert. Ihr vier Jahre älterer deutscher Verlobter, der bei einem Autounfall eine schwere Hirnschädigung erlitten hatte, soll sechseinhalb Jahre hinter Gitter und anschließend in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden. Die Verteidiger plädierten hingegen auf weniger als fünf beziehungsweise dreieinhalb Jahre Haft.

Der Mann hatte sich der Staatsanwaltschaft zufolge als Freier ausgegeben und im März dieses Jahres in Asch drei Prostituierte in abgelegene Waldstücke gelockt. Dort habe er die Frauen gemeinsam mit seiner Partnerin überwältigt, ihnen die Augen verbunden und sie über die Grenze nach Bayern gebracht. Im Haus des Mannes hätten sich die Frauen nackt ausziehen müssen. Dort wurden sie mit Fäusten und einem Baseballschläger traktiert und ihnen die Haare abgeschnitten, hieß im Gerichtssaal. Bei allen drei Opfern handelte es sich um Roma.

Die 26-Jährige ist nach Angaben des Staatsanwalts früher selbst in Tschechien auf den Strich gegangen. Sie habe aus Rache für erlittene Misshandlungen agiert. Zusammen mit der rechtsradikalen Gesinnung ihres Freundes habe sich “ein hoch explosiver Cocktail abnormer Gefühlszustände ergeben“, betonte der Anklagevertreter. Die Vorgehensweise der beiden sei an Erbarmungslosigkeit und Niederträchtigkeit kaum zu überbieten. Das Urteil soll am 19. November verkündet werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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