Podiumsdiskussion zum Thema "Frauen in der Wirtschaft"

"Frauen sind keine Menschen zweiter Klasse"

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Frauen in der Wirtschaft! Das Thema werde Zukunft haben, zeigten sich die Beteiligten der Podiumsdiskussion, zu der Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner lud, überzeugt. Ilse Aigner, Gabriele Bauer, Dr. Susanne Weiss, Alexander Gedat und Walter Schatt gaben sich mit Meinungen und Fakten die "Klinke in die Hand".
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Landkreis - Es ist ein Thema, das jede Region betrifft. Bei der Podiumsdiskussion unter dem Motto "Frauen in der Wirtschaft" wurde die Quote verteufelt, die Wichtigkeit der Frauen im Job dafür deutlich betont.

Gespickt von Wortwitz und ernsthaften Aussagen, die verdeutlichen, dass Frauen ebenso die Möglichkeit bekommen sollen, wie auch Männer, im Job "aufzublühen" gab es am Donnerstagabend ein Zusammentreffen der Geschlechter.

Podiumsdiskussion Frauen in der Wirtschaft

Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner lud zur Podiumsdiskussion und zeigte sich begeistert davon, dass enorm viele Funktionäre und Vertreter von Firmen der selben Auffassung sind. "Frauen gehören in die Wirtschaft"!

Mit teils süffisanten Wortspielereien, die alle Klischees in die Tragik der heutigen Zeit packten, waren die hochkarätigen Gäste alle einer Meinung. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner erklärte, dass es besonders notwendig sei, den jungen Mädchen bereits zu verdeutlichen, dass eine gute Ausbildung der erste Schritt in eine selbständigen Lebensentwurf sei. "Der Girls Day und andere Veranstaltungen machen deutlich, dass jedem, auch Frauen, alle beruflichen Möglichkeiten offen stehen", so Aigner. Von der Frauenquote halte sie nichts, verriet die Wirtschaftsministerin. "Die Politik darf nicht in die Wirtschaft reinregieren", betonte Aigner. Männer und Frauen müssten gleichberechtigt bei der Berufswahl sein, zeigte sich Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer überzeugt. "Frauen sind keine Menschen zweiter Klasse", so Bauer auf dem Podium. Die Rosenheimer Oberbürgermeisterin erntete viel Applaus für ihre teils knallharten, ehrlichen Worte. Erschreckend sei, dass oftmals die wichtige Qualifikation der Frauen fehle, weshalb immer noch mehr Männer auf bestimmte Positionen kämen, bemerkte Gabriele Bauer. Auch sie hält die Förderung von Mädchen bei der Berufswahl für einen wichtigen Punkt. "Jede Lebensform braucht Anerkennung", forderte Bauer. Man müsse jedoch alle Formen ermöglichen und das Selbstbewusstsein der Frauen, die beispielsweise Job und Familie unter einen Hut bringen möchten, stärken, zogen alle Redner auf der Bühne gleich. Ebenso den Fakt, dass es um alle berufliche Schichten gehe und nicht um die Frauen, die in die Vorstandsriegen gehörten.

Noch nicht selbstverständlich

Alexander Gedat von Marco Polo brachte immer wieder die Notwendigkeit ins Gespräch, den Frauen einen Stups zu geben, sich mehr zuzutrauen. "Es ist für die Unternehmen eine Herausforderung, doch noch mehr ist es eine Herausforderung für die Mütter, sich diese Doppelaufgabe der Familie und des Berufs, auf die Tagesordnung zu schreiben", so Gedat. "Es sollte schon längst gelebte Normalität sein, dass Frauen Familie und Beruf kombinieren können", erläuterte der CEO von Marco Polo. Die Ideen, den wertvollen Input, den Frauen allen Unternehmen durch die besonders akkurate und pflichtbewusste sowie zukunftsorientierte Arbeitsweise geben können, dürfe man nicht einfach links liegen lassen.

Mehr Unterstützung gefordert

Die Politik könne mit besserer Förderung der Kinderbetreuung positive Unterstützung geben, die Unternehmen bräuchten mehr Verständnis für die neuen Lebens- und Arbeitsformen der Mütter, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Walter Schatt von Schattdecor. Viele Schmunzler brachte der bekannte Unternehmer in die Runde. Individuelle Arbeitsmuster sollten gefördert und jeder Mensch als ein solcher betrachtet werden, so Schatt.

Wirtschaftsanwältin Dr. Susanne Weiss brachte es bestärkend auf den Punkt: "Es gibt fleißige Menschen, und Frauen gehören dazu", so das Aufsichtsratsmitglied der Wacker Chemie AG. Allein die Anwesenheit der zahlreichen Politikern und Firmenchefs, die der Podiumsdiskussion und dem Referat der Wirtschaftsministerin Ilse Aigner gerne lauschten, zeigt, dass der Bedarf von "Frauen in der Wirtschaft" zukunftsweisend ist. "Ich halte nichts davon, wenn Frauen die besseren Männer sein wollen", schloss Aigner ihr Referat, das verdeutlichte, dass ungewöhnliche, frauenuntypische Berufswege mehr gefördert gehören und dass das Zusammenspiel Familie und Beruf in der heutigen Zeit kein "Problem" mehr darstellen dürfe. 

Zukunftsanliegen

Der Initiator der Veranstaltung, Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner fühlte sich bestätigt, dass dieses Thema zukünftig große Priorität haben müsse und alle Beteiligten, Unternehmen, Politik und die Frauen mit Familie selbst, guten Beispielen folgen und Herausforderungen annehmen sollten. "Wir müssen am Ball bleiben, damit jeder Frau, trotz Familie, auch der Weg zurück in den Arbeitsalltag leichter fällt und gut gelingen kann", betonte Stöttner.

Die Schlussworte sorgten für absolute Unterhaltungsmomente: Walter Schatt rief die Frauen dazu auf, sich zwar selbstbewusst und gleichberechtigt zu zeigen, dennoch es manchmal zuzulassen, wenn man ihnen beispielsweise in den Mantel helfen wolle oder die Türe aufhalten möchte. Gabriele Bauer erklärte, dass die Hälfte des Himmels den Frauen gehöre, und dass dann sicherlich auch die Hälfte der Erde für die Frauen bestimmt sei.

Trotz aller Klischeehaftigkeit, trotz zahlreicher Fakten, die verdeutlichten, dass eine bessere Förderung sein müsse, um Familie und Beruf gut zu vereinen, das Thema "Frauen in der Wirtschaft" wird wohl nie "ausdiskutiert" sein, zogen die Beteiligten gleich. Das menschliche Verständnis und die Bereitschaft, auch mal individuelle Wege einzuschlagen, brauche mehr Akzeptanz, so der Hausherr der Podiumsdiskussion, Walter Schatt. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Ursula Heller, die gekonnt durch die "Rosenheimer Runde" führte.

Quelle: rosenheim24.de

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