Suche am Innkanal: Kurioser Notruf

Waldkraiburg/Mühldorf - Die Suche nach einer angeblich vermissten Person im Innkanal am Mittwochabend war von einer ganz kuriosen Situation eingeleitet worden. Die Hintergründe:

Am Mittwochabend um 18.27 Uhr ging bei der Einsatzzentrale Rosenheim ein Notruf ein - leblose Person im Innkanal bei St. Erasmus. Die Alarmierungskette wurde eingeleitet, die Wasserwachten Waldkraiburg, Mühldorf und Töging machten sich mit insgesamt acht Booten auf die Suche. Alle Feuerwehren der am Inkanal angrenzenden Gemeinden, das BRK und sogar ein Hubschrauber wurden alarmiert und machten sich mit auf die Suche.

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Dabei war der Notruf an sich schon kurios: Ein 27-jähriger Waldkraiburger hatte die Einsatzzentrale angerufen, weil er am Parkplatz Stockham von einem Mann darum gebeten worden war - der Mitteiler selbst hatte niemandem im Kanal sehen können. Das rief die Beamten auf den Plan und sie wollten den Mann ausfindig machen, der den 27-Jährigen dazu gebracht hatte, die Polizei zu rufen. Fündig wurden sie bald: Ein 38-jähriger Dorfener, deutlich alkoholisiert. Außerdem kamen den Beamten einige Angaben zu seiner Person und der Art der Mitteilung "spanisch" vor, also bohrten sie weiter.

Die Fotos von der Einsatzsstelle:

Vermisstensuche am Innkanal (1)

Vermisstensuche am Innkanal (2)

Es stellte sich heraus, dass der Dorfener mit seinem Auto von Dorfen in Richtung Kraiburg unterwegs gewesen war, nach eigenen Angaben eine Flasche Cognac getrunken hatte und dann, nachdem er den Cognac ausgetrunken hatte, an den Innkanal fuhr, um sich eine Pause zu gönnen. Dort habe er dann die angeblich leblose Person im Wasser bemerkt.

Ein durchgeführter Alkoholtest ergab einen Wert über zwei Promille.

Auch die Befragung von Spaziergängern, die zur fraglichen Zeit am Kanal unterwegs gewesen waren, ergab keine weiteren Hinweise auf eine Person im Wasser. Trotzdem war weitergesucht worden, bis gegen 19.45 Uhr wegen des aufziehenden Gewitters abgebrochen werden musste. Zu diesem Zeitpunkt war der Kanal bereits komplett abgesucht.

Nach Rücksprache mit der Staatswanwaltschaft und einem Ermittlungsrichter wurde dem 38-Jährigen Blut abgenommen, um den genauen Promillewert festzustellen. Ihn erwartet jetzt ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr - er war betrunken an den Innkanal gefahren. Außerdem wurden Ermittlungen wegen Missbrauchs von Notrufen eingeleitet.

Die Polizei geht nicht davon aus, dass jemand im Innkanal war, deshalb wurde die Suche am Donnerstag auch nicht fortgesetzt.

df/red/Polizei

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © fib/Eß/dpa

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