Professionelle Fahrraddiebe geschnappt

Rosenheim - Sie sollen in Oberbayern Süd insgesamt 128 Fahrräder gestohlen und einen Gesamtschaden von 200.000 Euro verursacht haben. Jetzt klickten die Handschellen.

Die Kriminalpolizei Rosenheim hat ein deutliches Zeichen gegen den organisierten Fahrraddiebstahl gesetzt. Im Januar und März diesen Jahres konnten drei ungarische Staatsangehörige festgenommen werden, denen zwischenzeitlich 128 Diebstähle von hochwertigen Fahrrädern zur Last gelegt werden.

Das wachsame Auge der österreichischen Polizeibeamten am Grenzübergang Nickelsdorf brachte den Durchbruch für die Kriminalpolizei. Am 30. Januar konnte ein 22-jähriger ungarischer Staatsangehöriger bei der Ausreise nach Ungarn festgenommen werden, der 18 gestohlene Fahrräder in einem Kastenwagen geladen hatte. Der Mann wurde an die deutschen Behörden überstellt und befindet sich seit diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft. Im Rahmen der polizeilichen Vernehmung hat der Ungar zehn bis zwölf Fahrten mit gestohlenen Fahrrädern eingeräumt, die zwischen April 2012 und Januar 2013 überwiegend im Raum Rosenheim und Inntal sowie Miesbach, Bad Tölz und Holzkirchen durchgeführt wurden.

Nur wenige Wochen später, am 13. März diesen Jahres, endete erneut am Grenzübergang in Nickelsdorf die Fahrt von zwei ungarischen Fahrraddieben. Die beiden Männer im Alter von 21 und 26 Jahren hatten auf ihren ungarischen Kleintransporter 10 Fahrräder geladen, die überwiegend im Chiemgau entwendet wurden. Auch diese Männer wurden an die deutschen Behörden überstellt und befinden sich seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.

Das Fachkommissariat Grenze der Kriminalpolizei Rosenheim hat die zentrale Sachbearbeitung für den organisierten Fahrraddiebstahl im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd übernommen. Aufgrund der kriminalpolizeilichen Ermittlungen konnte den drei Tatverdächtigen zwischenzeitlich 128 Diebstähle von hochwertigen Fahrrädern zugeordnet werden. Sie haben dabei einen Gesamtschaden von rund 200.000 Euro verursacht.

Die Ermittlungen diesbezüglich sind allerdings bei weitem noch nicht abgeschlossen. Zum einen prüft das Fachkommissariat Grenze Zusammenhänge zwischen den organisierten Fahrraddiebstählen, zum anderen gilt es die Hintermänner der „Kurierfahrer“ aufzuspüren. Diese befinden sich zumeist im Ausland und verkaufen von dort, oftmals mit Hilfe eines Internetportals, die gestohlenen Fahrräder.

Gelegenheit macht Diebe - Um sich vor den professionellen Fahrraddieben erfolgreich schützen zu können, reichen oft schon einfach Maßnahmen.

  • Diebstahlschutz von Fahrrädern beginnt mit einem guten Schloss. Am besten eignen sich hierfür massive Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschlösser. Damit sollte das Fahrrad an einem festen Gegenstand angeschlossen werden, zum Beispiel an einem Fahrradständer, damit es nicht weggetragen werden kann. Das gelte insbesondere für große Stellplätze, wie zum Beispiel an Bahnhöfen, Bädern oder Sport- und Freizeiteinrichtungen.
  • Wichtig ist auch eine individuelle Kennzeichnung des Fahrrads, um dieses zweifelsfrei identifizieren zu können, zum Beispiel durch eine individuelle Rahmennummer. Diese ist bei vielen in Deutschland verkauften Rädern in den Rahmen eingeschlagen. Möglich ist es aber auch, selbst eine zusätzliche, individuelle Kennzeichnung anzubringen, zum Beispiel durch Eingravieren einer Individualnummer.
  • Um das Wiederauffinden eines gestohlenen Fahrrads zu erleichtern, ist ein sorgfältig ausgefüllter Fahrradpass Voraussetzung. Darin stehen die zur Identifizierung des Rads notwendigen Informationen, zum Beispiel die Rahmennummer. Diese hilft gestohlene Räder zweifelsfrei zu identifizieren und den rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen. Der Fahrradpass sollte sorgfältig ausgefüllt und sicher verwahrt werden, z.B. mit den persönlichen Unterlagen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

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