"Ersatz-Gedenk-Wiesn" oder eine Verlängerung im nächsten Jahr?

Das steckt hinter den irren Vorschlägen nach der Oktoberfest-Absage

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Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) hat nach der Oktoberfest-Absage eine "Ersatz-Gedenk-Wiesn" als Vorschlag in den Raum geworfen.

München - Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie heuer nicht statt. Finanziell hat dies für die Landeshauptstadt und die Wirtschaft katastrophale Folgen. Allerdings wird im Hintergrund bereits an einem spektakulären Plan gearbeitet.

"Es ist eine gewaltige Bürde, die hinter der Absage steht", sagte Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) der Münchner Abendzeitung. Vor allem für die Wirtschaft sind die Auswirkungen enorm, der Wert wird auf etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro beziffert. Zur "Wiesn-Saison" entstehen rund um das Oktoberfest rund 13.000 Arbeitsplätze, die nun allesamt wegfallen. Hinzu kommt, dass zur Oktoberfest-Zeit in München zumeist auch viele Kongresse und Tagungen stattfinden. Auch hier drohen nun zahlreiche Absagen.


Außerdem gibt es noch einen "indirekten Effekt". "Das Oktoberfest prägt das Image Münchens und trägt einen großen Teil zur weltweiten Bekanntheit der Stadt bei", betonte Baumgärtner. Der Werbewert sei für die Stadt zwar nicht exakt messbar, allerdings schlage sich der Ruf des Festes auch massiv in den Besucherzahlen nieder. Allein die Wiesn selbst wird jedes Jahr von rund sechs Millionen Menschen besucht. "Nicht zuletzt dank dieses einmaligen Volksfests gehört München zu den führenden Tourismus-Metropolen Deutschlands", so Baumgartner.

Aiwanger spricht von "kleiner Ersatz-Gedenk-Wiesn"

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) lässt Wiesn-Fans nun allerdings noch einmal aufhorchen. Aiwanger bedauerte die Absage zutiefst ("Das hinterlässt tiefe Kratzer auf der bayerischen Volksseele"), machte gleichzeitig aber auch Hoffnung. "Ich bin unbedingt dafür, sich jetzt den Kopf darüber zu zerbrechen, wie wir eine kleine Ersatz-Gedenk-Wiesn angehen können", erklärte er im Gespräch mit der Bild-Zeitung.


Denn sollte sich die Lage in den nächsten Wochen entspannen und die Gastronomien können Schritt für Schritt wieder öffnen, sei für ihn ein kleineres Event in "deutlich aufgelockerter Form" durchaus vorstellbar - "mit deutlich auseinander gestellten Tischen, ein kleines Festchen. Eine Wiesn in die Breite gezerrt", so die Idee.

Verlängerung der Wiesn 2021?

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach in diesem Zusammenhang im Interview mit unserem Partnerportal tz.de über eine andere Idee. Das Oktoberfest sei das weltweit größte Volksfest mit einer über 200-jährigen Geschichte und natürlich eine feste Institution. Mut machen könne er eigentlich nur damit, dass diese Entscheidung und alle anderen Maßnahmen dazu beitragen, dass "wir möglichst schnell zur Normalität zurückkommen und dann im nächsten Jahr wieder eine entspannte und schöne Wiesn feiern können".

Der Idee, die Wiesn 2021 um eine Woche zu verlängern, wolle er sich "nicht verschließen". Allerdings weiß Reiter, "dass beispielsweise die Bedienungen, die Sanitäter, Polizei und Sicherheitskräfte am Ende der 16 Tage Wiesnzeit schon ziemlich geschlaucht sind." Man werde aber sehen, was es im nächsten Jahr für Möglichkeiten geben kann

mw/mz

Quelle: rosenheim24.de

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