Video: Traditioneller Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest

Opfer willkürlich ausgewählt - erste Maßkrugschlägerei auf der Wiesn

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Gleich zu Beginn des Münchner Oktoberfestes hatte die Polizei wieder alle Hände voll zu tun.
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München - O'zapft is auf dem 186. Münchener Oktoberfest. Am zweiten Tag stehen auf dem Münchner Oktoberfest die Schützen und Trachtler im Mittelpunkt. Inzwischen haben auch die Bundespolizei und Polizei Bilanz zum ersten Wiesntag gezogen.

Update, 13.35 Uhr: Polizei zieht erste Wiesn-Bilanz

Gefährliche Körperverletzung mit Maßkrug

Am Samstag, 21.09.2019, gegen 20.40 Uhr, befand sich ein 49-jähriger Münchner in einem Festzelt und stand vor einem Tisch an dem Freunde von ihm saßen und unterhielt sich. Plötzlich erhielt er einen Maßkrugschlag ins Gesicht und stürzte zu Boden. Dabei erlitt er eine Platzwunde unter dem linken Auge. Der 49-Jährige konnte weder zur Tat noch zum Täter Angaben machen. Der Schlag wurde allerdings von Zeugen beobachtet. 

Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger Niederländer, entfernte sich nach der Körperverletzung vom Tatort. Eine Augenzeugin konnte eintreffenden Beamten der Wiesnwache den Tatverdächtigen zeigen, woraufhin dieser festgenommen wurde. Nach jetzigem Erkenntnisstand gab es vor dem Schlag keinerlei Kontakt zwischen dem 49-Jährigen und dem 26-Jährigen. Der Beschuldigte wird zur Klärung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt.

Zwei Festnahmen nach versuchten Taschendiebstählen

Fall 1: Am Samstag, 21.09.2019, gegen 20 Uhr, konnten zwei Beamte der Taschendiebfahndung einen 26-jährigen Rumänen dabei beobachten wie er in einem Festzelt in mehrere mitgeführte Handtaschen von Wiesnbesucherinnen griff. Nach dem er das Festzelt verlassen hatte wurde er vorläufig festgenommen. Bei seiner anschließenden Durchsuchung konnte ein Smartphone aufgefunden werden, welches nach ersten Erkenntnissen von einem Taschendiebstahl her stammt. Da der Tatverdächtige über keinen festen Wohnsitz in Deutschland verfügt, wird er dem Haftrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt.

Fall 2: Am Samstag, 21.09.2019, gegen 20.55 Uhr, konnten Taschendiebfahnder aus Köln einen 46-Jährigen aus München dabei beobachten, wie er in die Hosentasche eines 22-jährigen Schweizer Touristen griff und versuchte dessen Mobiltelefon zu entwenden. Da der Geschädigte dies bemerkte, brach der Tatverdächtige sein Vorhaben ab. Der 46-Jährige wurde vorläufig festgenommen und nach erfolgter Sachbearbeitung wieder entlassen.

Verbotener Drohnenflug über dem Festgelände

Am Samstag, 21.09.2019, gegen 20.40 Uhr, wurde durch eine Streife der Wiesnwache in der Nähe eines Festzeltes eine fliegende Drohne festgestellt. Nach dem die Beamten sich zu dem relevanten Bereich begeben hatten, konnten sie einen 43-jährigen US-Amerikaner feststellen, der gerade im Begriff war, sich von der Örtlichkeit zu entfernen.

Im Gespräch gab er zu, dass er gerade eine Drohne habe aufsteigen lassen. Der 43- Jährige wurde wegen eines Vergehens nach dem Luftverkehrsgesetz angezeigt. Außerdem wurden seine Drohne, eine Fernbedienung und sein Handy als Tatmittel beschlagnahmt. Nach Erhebung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro wurde er wieder entlassen.

Sexuelle Belästigung

Im Vorfeld zum Oktoberfest wurden von sämtlichen Bedienungen eines Festzeltes Fotos durch einen 60-jährigen Fotografen gefertigt. Als eine 55-jährige Bedienung am Donnerstag, 19.09.2019 den Fotografen nach Abzügen der Bilder fragte, forderte dieser Küsse auf die Wange. Während dessen fasste er der 55-jährigen Münchnerin an die Brust. Die 55-Jährige zeigte diese Tat anschließend bei der Polizei an. Beamte der Wiesnwache konnten kurz nach Festbeginn den Tatverdächtigen im Zelt ermitteln und festnehmen. Der 60-jährige Münchner wurde wegen sexueller Belästigung angezeigt.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Update, 12.30 Uhr: Bundespolizei zieht Bilanz zum ersten Wiesntag

Bereits am ersten Wiesntag des 186. Münchner Oktoberfestes (21./22. September) hatte die Bundespolizei allerlei - vor allem mit stark Alkoholisierten - zu tun. Nicht nur etliche zurückgelassene Gepäckstücke sowie Verlust- und Diebstahlsanzeigen sondern auch Personen im bzw. am Gleis sowie – vor allem – nächtliche Einsätze wegen Gewaltdelikten, prägten den ersten Wiesn-Samstag im bahnpolizeilichen Bereich.

Streit in S-Bahn eskaltiert

Gegen 23:50 Uhr schlug ein 16-jähriger Afghane (0,78 Promille mit einem mitgeführten 0,5l-Glas gegen einen 36-jährigen Deutschen (1,89 Promille). Vorangegangen waren Streitigkeit und eine Kopfnuss in der S8 Richtung Flughafen.

Unbekannter schlägt 22-Jährigem ins Gesicht

Nahezu zeitgleich schlug ein bislang Unbekannter einem 22-jährigen Deutscher am Wiesnbahnhof Hackerbrücke mit der Hand ins Gesicht. Vorausgegangen war eine Passanten-Meldung über eine Schlägerei am südlichen Brückenkopf.

19-Jähriger geht auf Bundespolizisten los

Wiederum eine halbe Stunde vor Mitternacht schlug ein 18-jähriger Deutscher (1,9 Promille) - nach einer verbalen Streitigkeit - in der S-Bahn (S8 vom Flughafen Richtung Innenstadt) einen 19-jährigen Landsmann (0,94 Promille). Die Auseinandersetzung begann auf Höhe des S-Bahnhaltepunktes Daglfing und trug sich bis zum Ausstieg am Ostbahnhof fort. Währenddessen mischten sich diverse Personen ein, dabei soll es in der S-Bahn zu weiteren Tätlichkeiten gekommen sein. Am Ostbahnhof angekommen rangelten mehrere der Beteiligten am Bahnsteig miteinander. Mitarbeiter der Deutschen Bahn Sicherheit bereinigten die Lage mittels Schlagstock. Der 19-Jährige war danach so aufgebracht, dass er sich auch von Bundespolizisten nicht beruhigen lies und auch auf Einsatzkräfte losging und beleidigte.

Gleisläufer mit über 1,8 Promille

Ab 00.30 Uhr des sonntags beschäftigte ein 25-jähriger Deutscher als „Gleisläufer“ Einsatzkräfte zwischen dem Münchner Südbahnhof und der Ganghoferbrücke. Ein DB-Mitarbeiter hatte den mit 1,87 Promille Alkoholisierten erkannt und die Gleise gesperrt. Der Mann konnte unter dem alten Messetunnel gestellt und aus dem Gleisbereich verbracht. Die Bahn meldete anschließend 245 Verspätungsminuten im S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr.

Vermisste 83-Jährige in S-Bahn aufgefunden

Gegen 1.20 Uhr befand sich eine 83-jährige Deutsche in Herrsching in einer S8, die zum Betriebsschlussabgestellt werden sollte. Der Triebfahrzeugführer bemerkte sie beim letzten Gang durch die S-Bahn. Die Frau wollte die S-Bahn nicht verlassen, weswegen die Bundespolizei hinzugezogen wurde. Die Beamten stellten fest, dass die 83-Jährige einen dementen Eindruck machte. Da sie keinerlei Gegenstände mitführte, und auch keine Angaben zu ihrer Person machen konnte, wurde sie im Münchner Hauptbahnhof der Bahnhofsmission übergeben. Dort wurde in Erfahrung gebracht, dass die 83-Jährige am Samstag durch ihre Betreuerin in eine psychiatrische Einrichtung gebracht werden sollte. Die betagte Dame ging, wie es im Einsatzbericht heißt, jedoch in Pasing "stiften". In Absprache mit der Betreuerin wurde ein Krankentransport bestellt, der die Frau am Sonntagmorgen ins Klinikum fuhr.

Schlägerei mit über zwei Promille

Kurz vor 5 Uhr gerieten mehrere Beteiligte, die zuvor in einem Nachtclub unterwegs waren, an Bahnsteig 5 des Ostbahnhofes in Streit. Die Beteiligten kennen sich schon länger. Aus noch nicht ermittelter Ursache kam es nach Provokation durch einen 24-jährigen Deutschen (2,02 Promille) zu mehreren Faustschlägen ins Gesicht eines 32-jährigen Deutschen (2,32 Promille). Mit Prellungen, kleineren blutenden Wunden sowie einem Bluterguss um sein Auge und blutender Nase wurde er in ein Münchner Klinikum transportiert.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion München

Im Video: Traditioneller Trachten- und Schützenzug zur Wiesn

Traditionell ziehen sie durch die Innenstadt zur Theresienwiese. Der etwa sieben Kilometer lange Zug gehört zu den größten Trachtenumzügen der Welt, auch heute werden wieder fast 10.000 Teilnehmer erwartet. 

Zum 25-jährigen Bestehen des Oktoberfestes im Jahr 1835 zogen die Trachtler zum ersten Mal durch München. In diesem Jahr wurden zudem die Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern gefeiert.

Vorbericht: Polizei mit Auftakt sehr zufrieden

Das größte Volksfest der Welt ist aus Sicht der Polizei wie erhofft friedlich gestartet. Zwar gab es schon zum Wiesn-Auftakt am Samstag erste Einsätze, wie eine Sprecherin sagte. Darunter sei aber nichts Größeres gewesen. "Es ist noch alles gesittet." Immer mal wieder müssten die Beamten Streitigkeiten schlichten. "Aber man merkt langsam, dass es Fahrt aufnimmt", sagte die Sprecherin.

Einsatz für Wiesn-Bedienung um 12.11 Uhr beendet

Für Schlagzeilen sorgten am Samstag die Verletzungen einer Wiesn-Bedienung. Laut Aicher Ambulanz hatte eine Wiesn-Bedienung versehentlich einen Maßkrug ins Gesicht geschlagen bekommen und erlitt Gesichtsverletzungen. Zur Weiterversorgung transportierte ein Rettungswagen die Patientin in eine Münchner Klinik. Der Einsatz der Bedienung war um 12.11 Uhr für diesen Tag erstmal beendet.

Bis einschließlich 19 Uhr versorgten die Sanitäter gemeinsam mit den ärztlichen Kollegen 375 erkrankte Wiesn-Besucher. Aufgrund des warmen Wetters kam es vermehrt zu Herz-Kreislauf-Problemen, darunter ein Anfang 60-jähriger Mann mit Verdacht auf einen Herzinfarkt. Ebenfalls kam es zu chirurgischen Wundversorgungen durch Stürze.

Vergangenes Jahr hatte vor allem ein tödlicher Streit um eine Frau das Oktoberfest überschattet. Ein Mann hatte einen 58-Jährigen im Raucherbereich des Augustiner-Zeltes so heftig geschlagen, dass sein Kontrahent an einer Hirnblutung starb. Das Landgericht München I verurteilte den 43-Jährigen dafür im Juli zu fünfeinhalb Jahren Haft.

Video von Sturm auf Oktoberfest geht viral

Auf Facebook ging ein Oktoberfest-Video am Freitag viral. Es zeigt, wie die Besucher das Oktoberfest-Gelände regelrecht „stürmen“.

Eine ausführliche Bilanz von Polizei und Aicher Ambulanz folgt im Laufe des Sonntags.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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