Die Sommerferien stehen vor der Tür

Besucher-Ansturm auf Alpen erwartet: So wird der Urlaub für alle sicher und entspannt 

Oberbayern - Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele Familien werden dieses Jahr Corona-bedingt den Urlaub in der Heimat verbringen. Besonders die Alpen werden dabei ein beliebtes Reiseziel sein. Der Deutsche Alpenverein hat ein Regelwerk aufgestellt, das allen ein möglichst entspanntes und sicheres Erlebnis bieten soll. 

Die Sommerferien stehen bevor, in Bayern und Baden-Württemberg planen viele Corona-bedingt Urlaub in der Heimat, statt weite Flugreisen anzutreten. Einige dürfte es da auch in die Berge ziehen. Bereits vor den Sommerferien klagten beliebte Ausflugsziele über Staus, überfüllte Gaststätten und vollgepackte Wanderwege. Das wird in den Ferien voraussichtlich nicht anders. 


Doch wie lässt sich der zu erwartende Andrang in Bayerns Alpen mit dem Infektionsschutz und seinen Regelungen vereinbaren? Der Deutsche Alpenverein hat ein kleines Regelwerk erstellt, das allen ein sicheres und entspanntes Bergerlebnis erlauben soll. 

Denn mit dem Besucherstrom wird es selbst in den Alpen an manchen Stellen eng werden. Besonders Hüttenübernachtungen, aber auch die Einkehr stellen die Tourismusbranche vor besondere Herausforderungen. Um ein allzu großes Gedränge zu vermeiden, kommt es vor allem auf die richtige Touren-Planung des Einzelnen an. Dabei sollte man mit einrechnen, an welchen Stellen und zu welcher Tageszeit mit besonders vielen Menschen zu rechnen ist. Beliebte Hot-Spots und Aussichtspunkte sollte man zu solchen Zeiten besser meiden und seine Tour entsprechen "umlegen". 


Wer sich in der Region nicht so gut auskennt, sollte zeitlich flexibel sein und für die Einkehr auf der Hütte einen Tisch reservieren, damit vernünftig geplant werden kann. Besonders zu Gelassenheit rät der Deutsche Alpenverein Besuchern. Sowohl am Berg, damit man einander in Ruhe ausweichen kann, wenn es auf den Wegen zu Engpässen kommt, als auch auf der Hütte, wenn die Bewirtung etwas länger dauert, als gewohnt. Rücksicht aufeinander wird diese Saison das A und O, denn es werden auch viele Besucher erwartet, die es noch nie in die Berge gezogen hat. 

Besonders wichtig, ist, sich vor Augen zu halten, dass der Virus trotz aller Ferienlaune, nach wie vor im Umlauf ist:

Regeln zur Corona-Prävention in Bergen - Das müsst Ihr auf Hütten und Wanderungen beachten

  • Gut planen: Touren im Vorfeld mit Bedacht wählen. Die beliebtesten Hotspots wenn möglich vermeiden.
  • Zurückhaltend wandern und bergsteigen: Mehr Menschen als sonst zieht es in die Berge. Dadurch häufen sich Unfälle und die Bergwacht muss zu vielen Einsätzen ausrücken. Gleichzeitig sind Rettungseinsätze derzeit coronabedingt deutlich aufwändiger. Touren unter dem individuellen Leistungsniveau sind deshalb derzeit sinnvoll.
  • Abstand halten: Das gilt am Berg ebenso wie im Tal. Auf Wanderwegen funktioniert das meistens ganz gut, hier und da sind kurze Wartezeiten oder kleinere Ausweichmanöver nötig. Auf Hütten gelten die Regeln des jeweiligen Landes und die Maßnahmen, die die Wirtsleute ihren Gästen erklären.

Übernachtungen zwingend reservieren

Die meisten Berghütten haben inzwischen wieder geöffnet. Je nach Ländern gelten unterschiedliche Regeln, doch allgemein muss für Übernachtungen immer reserviert werden, spontane Übernachtungen sind nicht möglich. Auch fordern viele Wirte, dass Wanderer ihre eigenen Schlafsäcke und Bettwäsche dabei haben. Die Details sollte man am besten bei der Reservierung erfragen. Auch die Hygiene und Abstandsregeln sollte man von Hütte zu Hütte erfragen, da die Gegebenheiten variieren. 

Im Hochsommer gilt es vor allem große Hitze und mitunter heftige Gewitter mit einzuplanen. 

Daher gilt für sommerlichen Sport in den Alpen: 

  • Wetterbericht einholen: Täglich aktuelle Infos speziell auf die Bedürfnisse der Bergsportlerinnen und Bergsportler zugeschnitten liefert das Bergwetter auf alpenverein.de. Für das jeweils anstehende Wochenende gibt es donnerstags ab 16 Uhr zusätzliche Informationen zu den Verhältnissen im Bergbericht auf alpenverein.de. Auch auf unserer Wetterübersicht könnt Ihr euch über die Vorhersagen in der Region informieren. 
  • Entsprechende Tourenplanung: Wenn Gewitter am Nachmittag vorausgesagt sind, sollte die Tour schon mittags beendet sein. Die Morgen- und Vormittagsstunden sind ohnehin noch kühler und angenehmer.
  • Wetter beobachten: Der Wetterbericht ist das eine, aber das Wetter vor Ort kann davon abweichen. Immer wieder mal ein Blick auf den Himmel kann unliebsame Überraschungen verhindern. 
  • Bekleidung anpassen: Funktionale Bergkleidung unterstützt die körpereigene Temperaturregulation. 
  • Sonnenschutz verwenden: Kopfbedeckung und Sonnenbrille gehören ins Gepäck. Sowohl vor als auch während der Tour Sonnencreme verwenden.
  • Viel trinken: Regelmäßig kleine Mengen Wasser oder isotonische Getränke trinken, sodass kein Durstgefühl aufkommt.
  • Vom Gewitter überrascht? Bei allen Vorsichtsmaßnahmen ist das nicht ganz ausgeschlossen. Tipps für richtiges Verhalten in einer solchen zweifellos gefährlichen Situation gibt es hier.
  • Kuhweiden überqueren: In den letzten Jahren gab es vereinzelt schwere Wanderunfälle mit Kühen. Bei richtigem Verhalten lassen sich die allermeisten Unfälle vermeinden. Wie das geht, gibt es hier nachzulesen.
  • Notfall - was tun? Je nach Situation sind zunächst akute Maßnahmen zu ergreifen. Infos dazu gibt es hier. Außerdem wird es in den meisten Fällen sinnvoll sein, die Bergrettung zu alarmieren. Die europaweit gültige Notrufnummer ist die 112. Sehr schnell und einfach funktioniert ein Notruf auch über die Notruf-App "SOS-EU-ALP", alle Infos dazu gibt es hier.

Wander-Touren für jeden

Wer noch Inspirationen für Wanderungen und Touren sucht, findet diese garantiert unter unseren vielen abwechslungsreichen Wander-Tipps.

Allgemein gilt: Planung und Rücksicht sind das A und O! Gerade bei schönem Wetter sind einige Gebiete in den Alpen regelrecht überfüllt, Vorbeugung ist also wichtig, um das Chaos zu verhindern.

jv/Deutscher Alpenverein

Quelle: rosenheim24.de

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