Experten-Tipps eines Pyrotechnikers aus Oberaudorf

Mit Feuerwerk sicher ins neue Jahr: Vom Einkauf bis zum Abschuss

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Oberaudorf - Am 31. Dezember 2017 ist es wieder soweit: Es ist Silvester. Pünktlich um 0 Uhr erleuchtet der gesamte Himmel über unseren Köpfen. Das neue Jahr 2018 wird mit einem riesigen, funkelnden Feuerwerk begrüßt und ausgelassen gefeiert. Doch mit welchen Gefahren ist das Feuerwerk verbunden und wie zünde ich Raketen richtig? Pyrotechniker Manuel Bäuerle erklärt es:  

Wann und was darf ich einkaufen?

Pauschal kann man sich merken: An den letzten drei Werktagen eines jeden Jahres darf F2-Silvesterfeuerwerk gekauft werden. Ansonsten wird eine sogenannte Ausnahmegenehmigung benötigt. F1, T1, P1 dürfen ganzjährig verwendet und gekauft werden. Beim Kauf ist wichtig darauf zu achten, dass alle Artikel das CE-Zeichen tragen. Der Kauf von Feuerwerksartikeln ohne dieses Zertifikat, kann erhebliche Geld- und Freiheitsstrafen nach sich ziehen!

Ist auf der Verpackung zusätzlich eine BAM-ID aufgedruckt, so kann man sich ziemlich sicher sein, dass man einen legalen und geprüften Artikel kauft. Das F2 beim CE-Zeichen oder der BAM-ID beschreibt die Kategorisierung. F2, T1, P1, S1 sind für jeden ab 18 Jahren legale Kategorien, F1 für jeden ab 12 Jahren. Wer Feuerwerkskörper einer für Ihn unerlaubten Kategorie kauft/verwendet/besitzt, macht sich ebenso strafbar und muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Auch der Import aus dem EU-Ausland, unter anderem Österreich, ist nicht unproblematisch: Die europaweit geltenden Gesetze werden in jedem Land durch das Sprengstoffgesetz ergänzt. So sind bei uns in Deutschland in der Kategorie F2 nur 20 Gramm Netto Explosiv Masse (NEM) pro Rakete erlaubt und nicht, wie zum Beispiel in Österreich, 75 Gramm.

Wann darf man Feuerwerk abbrennen? 

Allgemein gilt in Deutschland: Mit Anbruch des 31. Dezembers darf bis Ende des 1. Januars 48 Stunden lang gezündet werden. Die Ruhezeiten sind praktisch außer Kraft gesetzt, in der Theorie gelten sie jedoch 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. An anderen Tagen wird wieder eine Ausnahmegenehmigung benötigt. 

Silvester feiern mit knalligem Feuerwerk 

Welche Gefahren gibt es?

"Prinzipiell gehen von Feuerwerkskörpern bei richtiger Handhabung nahezu keine Gefahren aus. Sobald jedoch zum Beispiel die gesetzlich vorgeschriebenen 8m Sicherheitsabstand von F2 Feuerwerk nicht eingehalten werden, kann es schnell zu Gehörschaden, Knalltrauma, Verblendung, Verbrennung oder Schlimmerem führen. Also nach dem Anzünden rasch mindestens 8m entfernen und, wenn nicht laut Gebrauchsanweisung ausdrücklich erlaubt, Feuerwerkskörper nie in der Hand halten !", so Manuel Bäuerle.

Wie zündet man Feuerwerksraketen/Böller richtig?

Der Experte erklärt weiter: "Raketen stellen Sie am besten in ein Rohr, eine Schiene oder zwei umgekehrt übereinander stehende Getränkekästen. Die Schutzkappe von der Zündschnur entfernen, Zündschnur vom Körper weg biegen und am äußersten Ende entzünden. Anschließend rasch entfernen.

Die Batterien auf festen, ebenen Grund stellen, mit Steinen gegen Kippen sichern. Beim Zünden aufpassen, dass der Kopf nicht darüber ist! Meist gibt es hier eine Reservezündschnur, welche man auch nur als solche verwenden sollte, da sonst das "Finale" zuerst kommt.

Böller am besten hinstellen/hinlegen, somit verringert man das Risiko von Handverletzungen durch zu spätes Loswerfen des pyrotechnischen Gegenstandes. Des Weiteren ist die Schallausbreitung durch das Hinstellen sogar etwas besser."

Was darf man auf gar keinen Fall machen?

"Alkohol trinken und Drogen nehmen!", warnt Bäuerle. Er fährt fort: "Die meisten Unfälle passieren durch illegales Feuerwerk in Kombination mit Alkohol und Drogen. Das eine Glas Sekt um Mitternacht ist hier nicht weltbewegend, aber der - insbesondere bei Jugendlichen - starke Alkoholkonsum vor Mitternacht, kann einen dann schnell ins Krankenhaus bringen. Beim Zünden generell - Kopf weg und am besten nur mit ausgestrecktem Arm zur Zündschnur."


Wie viele Unfälle gibt es jährlich?

"Genaue Zahlen sind leider nicht bekannt, die Medien werfen hier auch sehr oft mit komplett unterschiedlichen Größenordnungen um sich. Aber eigentlich ist jeder Unfall einer zu viel. Meist hervorgerufen durch illegale Feuerwerkskörper, Eigenbauten und Alkohol/Drogen.", verdeutlicht Manuel Bäuerle.

Mit diesen Ratschlägen gewappnet, wünschen wir Ihnen einen guten, unfallfreien Rutsch ins neue Jahr.

Falls Sie noch Fragen haben, besuchen Sie doch die "mb-studios Abt. Feuerwerk vom Profi" zwischen dem 28. und 30. Dezember 2017 im Gewerbepark 1a, an der Autobahnausfahrt Kiefersfelden. Mehr Infos und Praxistipps finden Sie unter www.feuerwerk-für-bayern.de.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Montage/Manuel Bäuerle

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