Jetzt überschlagen sich die Ereignisse

"Rasender" Notarzt: Strafe wird zurückgezogen

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München - Im Fall des Notarztes, der nach einer rasanten Blaulichtfahrt einen Strafbefehl von 4.500 Euro erhielt, überschlagen sich nun die Ereignisse: Die Staatsanwaltschaft hat die Strafe zurückgezogen.

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat den Antrag auf Strafbefehl zurückgezogen. Hatz Rechtsanwalt geht davon aus, dass die Entscheidung auf Betreiben der Münchner Staatsanwaltschaft zustande gekommen ist, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Es müsse nun noch geklärt werden, ob die Staatsanwaltschaft den Notarzt gänzlich straffrei ausgehen lassen wolle oder nach einer anderen Form der Strafe suche.

Dass es in dem Fall des "rasenden Notarztes" eine überraschende Wende geben könnte, war bereits am Montagvormittag abzusehen.

Die Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft im Wortlaut

"Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt nimmt den Strafbefehlsantrag gegen einen Notarzt zurück, der sich demnächst vor dem Amtsgericht Neuburg a.d. Donau wegen eines Überholvorgangs auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz zu verantworten gehabt hätte.

Die nochmalige Überprüfung des Vorganges durch die Generalstaatsanwaltschaft München hat ergeben, dass der von der Polizeiinspektion Neuburg an der Donau aufgenommene Sachverhalt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung nicht erwarten lässt.

Maßgeblich hierfür war die Schilderung der Einsatzfahrt durch den Notarzt, die erst nach Erlass des Strafbefehls bei Gericht eingegangen ist. In Abwägung der gebührenden Ausübung der Sonderrechte des Rettungsdienstes und der dabei gleichwohl gebotenen Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer lässt sich dem Notarzt gegenüber ein strafbarer Vorwurf nicht aufrechterhalten."

Wende im Fall "Rasender Notarzt" zeichnete sich ab

Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hatte am Vormittag per Pressemitteilung zu einer Pressekonferenz um 14.30 Uhr geladen. Ein eher ungewöhnlicher Vorgang, wie unsere Gerichtsexperten schon vorab urteilten. Es zeichnete sich ab, dass da möglicherweise eine Wende im Fall des "rasenden" Notarztes bevorsteht.

Die Generalstaatsanwaltschaft will sich am Montagnachmittag zu der umstrittenen Strafe für den Notarzt aus Neuburg-Schrobenhausen äußern. Wie bereits bekannt war, hatte der Münchner Generalstaatsanwalt die Akten angefordert.

Was genau dahinterstecken könnte, war zunächst noch rätselhaft. Fakt ist: Der Fall des "rasenden Notarztes" hat mittlerweile eine Riesen-Öffentlichkeit und ein enormes Medieninteresse. Der massive Druck scheint Wirkung gezeigt zu haben.

Notarzt auf Einsatzfahrt wegen Nötigung angezeigt

Viele dürften gespannt auf die Presseerklärung warten. Der Fall des Notarztes Alexander Hatz aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hat für viel Aufregung gesorgt. Der Notarzt war im vergangenen April ins gut zehn Kilometer entfernte Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen drohte zu ersticken. Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn musste der Mediziner mehrere Autos überholen. Einer der Fahrer zeigte ihn an, der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4.500 Euro. Außerdem droht ihm der Führerscheinentzug für sechs Monate. Der Arzt hat Einspruch eingelegt und muss sich nach bisherigen Informationen vor dem Neuburger Amtsgericht verantworten.

Mittlerweile gibt es eine Online-Petition. 200.000 Menschen haben diese bereits unterzeichnet und fordern Freispruch für den "rasenden" Notarzt.

Das dürfen Notärzte - straffrei

Der Fall hat eine Debatte darüber ausgelöst, was Notärzte dürfen. Ähnlich wie Polizei und Feuerwehr dürfen Notärzte Sondersignale, Martinshorn und Blaulicht benutzen. Laut Innenministerium ist eine erhöhte Geschwindigkeit gerechtfertigt, wenn es um Leben und Tod geht. Allerdings gilt auch hier, dass die Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander nehmen. Auch die Rettungskräfte müssen darauf achten, dass ihnen die Vorfahrt an Kreuzungen gewährt wird. Umgekehrt müssen die Verkehrsteilnehmer bei den entsprechenden Signalen die Straße räumen.

Rasante Blaulichtfahrt, um ein Kind zu retten: Sind Sie der Meinung, dass die Strafe gegen Notarzt Dr. Hatz berechtigt ist? *

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Die Notärzte nehmen an einer Schulung teil, die sie auf entsprechende Fahrten vorbereitet.

kg

Rubriklistenbild: © Screenshot RTL

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