"Ich bin hier, um Liebe zu verbreiten"

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Neumarkt-St. Veit - Ein besonderer Besuch kam am Mittwoch in den Herzoglichen Kasten: der buddhistische Mönch Sanghasena. Was Jesus und Buddha gemeinsam haben:

Beinahe 100 Menschen waren am Mittwochabend in den Herzoglichen Kasten gekommen, um Bhikkhu Sanghasena, einen buddhistischen Mönch aus Indien, zu sehen. Neben einem Vortrag zum Thema Mitgefühl gab er eine kleine Einführung in Meditation und gewährte einen Einblick in das Schulprojekt in seiner Heimat.

"Es gibt ein anderes Leben als bloß Stress"

Es waren fast schon salbungsvolle Worte, mit denen Sanghasena die Zuhörer begrüßte: "Die Liebe ist das Herz aller Religionen. Es gibt keine größere Religion als die Liebe", zitierte er aus seinen eigenen Schriften. Der Mönch erklärte, dass er niemanden zum Biddhismus bekehren wolle, denn jede Religion habe etwas wertvolles. "Ich bin nicht hier, um den Buddhismus zu verbreiten, sondern um Liebe zu verbreiten." Für den Mönch haben Jesus Christus und Buddha "dieselbe Liebe, dasselbe Mitgefühl".

Mit seinem offenen und charismatischen Wesen gelang es ihm im Nu, die Neumarkt-St. Veiter für sich zu gewinnen. Bürgermeister Erwin Baumgartner fand Sanghasena "amüsant, weil er über sich selber lachen kann". Den Botschaften des Mönchs für ein liebevolles miteinander konnte Baumgartner durchaus etwas abgewinnen. "So wie man in den Wald hinein schreit, so kommt's zurück", sagte der Bürgermeister. Außerdem könne man von der Mentalität der Menschen in Sanghasenas Heimat vieles lernen, zum Beispiel, "dass es ein anderes Leben gibt als bloß Stress".

Schulische und religiöse Erziehung für indische Kinder

Sanghasena und seine Neumarkt-St. Veiter Gastgeberin, die Heilpraktikerin Ursula Göttinger, nutzten den Abend auch, um über das Projekt des Mönchs in dessen Heimat Ladakh im Norden Indiens zu berichten. Im "Mahabodhi Center" hat Sanghasena ein Internat für Kinder aus einfachen Verhältnissen aufgebaut. Dort erhalten Jungen und Mädchen eine schulische und religiöse Ausbildung, wobei sie selbst entscheiden können, worauf sie den Schwerpunkt legen möchten. Die zehnjährige Schullaufbahn im Mahabodhi Center endet mit einem mittleren Bildungsabschluss. Viele Absolventen besuchen anschließend weiterführende Schulen in ganz Indien oder gehen als Mönch oder Nonne ins Kloster.

Das Mahabodhi Center lebt von Spenden, größtenteils in Form von Patenschaften in der ganzen Welt. Neben dem Internat beherbergt die Einrichtung ein Altenheim und eine Blindenschule. Außerdem bietet das Mahabodhi Center Touristen Tage der Einkehr an, begleitet von Meditationssitzungen.

Bhikkhu Sanghasena im Herzoglichen Kasten

"Meditation reinigt die Seele"

Das Prinzip der Meditation wollte Bhikkhu Sanghasena auch seinem Publikum in Neumarkt-St. Veit näherbringen. Mit ironischem Unterton lobte er die schönen Straßen in der Stadt und schwärmte, wie viele Badezimmer es gebe. "Ich sehe so viele Badezimmer, aber kaum Meditationsräume", sagte der Mönch. So, wie eine Dusche den Körper reinige, reinige die Meditation die Seele. Um die Meditation zu erlernen, müsse man sie jedoch täglich praktizieren, genau wie Frühstücken oder Zähneputzen. "Meditation ist wie Frühstück für die Seele", so Sanghasena.

Sein Angebot, eine kleine Einführung in die Meditation zu geben, nahmen die Zuhörer gerne an, und so saßen zum Ende der Veranstaltung knapp 100 Menschen mit geschlossenen Augen auf ihren Stühlen und lauschten der Stimme des Mönchs.

Alexander Belyamna

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © bla

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