Bußgeldkatalog-Reform

Und zack: So schnell ist jetzt der Führerschein weg

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Der Verstoß gegen das Handyverbot wird ab 1. Mai teurer und verschärft bestraft.

Landkreis - Ab 1. Mai wird die Verkehrssünderkartei reformiert. Für welche Vergehen es nun mehr Punkte gibt, was mit den alten passiert und wie schnell der Schein weg sein kann.

Der Flensburger Punktekartei steht ab dem 1. Mai eine Neuregelung bevor. So wollte der ehemalige Verkehrsminister Peter Ramsauer für mehr Transparenz und weniger Bürokratie auf deutschen Straßen sorgen. Der Punktekatalog wurde entrümpelt, es sollen nur noch Verstöße mit Punkten bewertet werden, die die Verkehrssicherheit gefährden. Bislang brauchte man 18 Punkte in Flensburg, um seinen Führerschein zu verlieren. Durch das neue System ist man bereits mit acht Punkten den Lappen los

Das ändert sich im neuen System: 

Es gibt nun sogenannte Maßnahmenstufen: Zunächst die Erfassung im Register (bei bis zu drei Punkten), die Ermahnung (bei vier bis fünf Punkten), die Verwarnung (bei sechs und sieben Punkten) und letztlich die Entziehung der Fahrerlaubnis mit acht Punkten.

Altes System  Neues System
Ordnungswidrigkeit: 1 - 4 Punkte Schwerer Verstoß: 1 Punkt
Ordnungswidrigkeit mit 
Regelfahrverbot: 3 - 4 Punkte
Besonders schwerer 
Verstoß: 2 Punkte
Straftat mit Entziehung der
Fahrerlaubnis: 5 - 7 Punkte
Straftat mit Entziehung der
Fahrerlaubnis: 3 Punkte

Überschreitet ein Autofahrer zum Beispiel die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerorts um mehr als 21 km/h, hat er bislang einen Punkt in Flensburg bekommen. Und bekommt auch nach der neuen Regelung einen Punkt aufs Konto gut geschrieben. Wer satte 51 km/h zu schnell unterwegs ist, bekommt jetzt - anstatt bisher vier Punkten und einem Monat Fahrverbot - zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.

Zudem wird die Obergrenze für Verwarnungsgelder angehoben. So kostet es jetzt 70 Euro, wenn man die Zeichen oder Anweisung eines Polizisten nicht befolgt. Ganze 20 Euro mehr als bislang. 

Der Verstoß gegen das Handyverbot kostet ab dem Maifeiertag 60 Euro anstatt 40 Euro. Der eine Punkt für Verstöße gegen das Handyverbot sollte nicht unterschätzt werden: Da der Führerschein bereits mit acht Punkten weg ist, kann das mehrmalige Telefonieren am Steuer bereits den Verlust der Fahrerlaubnis bedeuten. 

Da sich das neue System stärker an der Verkehrssicherheit orientieren will, gibt es auch Verstöße, die ab Mai keine lästigen Punkte mehr zur Folge haben. Ob sich die Autofahrer darüber freuen werden, bleibt abzuwarten. "Kostengünstiger" geht jedenfalls anders. So zahlt man für einen Verstoß gegen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot neuerdings 120 Euro. Manch einem ist die alte Regelung mit 75 Euro und einem Punkt sicherlich lieber gewesen.

Das passiert mit den alten Punkten:

Die bestehenden Punkte können durch die neue Reform nicht Eins-zu-Eins übernommen werden, sondern werden umgerechnet:

Alte Punkte Neue Punkte
1 - 3 1
4 - 5 2
6 - 7 3
8 - 10 4
11 - 13 5
14 - 15 6
16 - 17 7
18 8

Es soll auch bald eine Online-Abfrage des eigenen Punktestandes möglich sein. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat für Fragen der Bevölkerung eine Hotline geschaltet. Unter 030/20082345 können sich Bürgerinnen und Bürger über das neue Punktesystem informieren.

Quelle: rosenheim24.de

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