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Edip Sigl im Gourmet-Himmel

Neue Michelin-Sterne: Hier kann man Spitzenküche in der Region genießen

Von null auf zwei Sterne: Edip Sigl ist der neue Star im Michelin-Himmel.
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Von null auf zwei Sterne: Edip Sigl ist der neue Star im Michelin-Himmel.

Von null auf hundert. So einen Start wie Edip Sigl (37) hat in der Welt der Kulinarik kaum jemals jemand hingelegt: Nur wenige Monate nach der Neueröffnung des Gourmet-Restaurants „Es:senz“ in Grassau erkochte Sigl bereits zwei der begehrten Michelin-Sterne. Sein Konzept überzeugte die Tester vom Guide Michelin.

Grassau/München – Das Credo des 37-jährigen Spitzenkochs lautet: Chiemgau pur. „Hier im Alpenvorland bekomme ich alles, was ich für eine erstklassige Küche brauche.“ Im Es:senz steht hinter jedem Gericht eine Geschichte, dessen Erzählung auf dem Teller ihren Höhepunkt findet. Die vergangenen Wochen und Monate beschreibt der Spitzenkoch als „Hochleistungssport am Herd“. Zusammen mit seinem Team habe er eine „unglaubliche Leistung“ erbracht, wie er stolz bei der Preisverleihung in Hamburg sagt.

Dass Edip Sigl die Metropole München mit dem Chiemgau eingetauscht hat, war für ihn „ein logischer Schritt im Lebenslauf“: Er folgt damit den Spuren von Heinz Winkler, der sich einst als Sternekoch aufs Land traute. Die „Residenz Winkler“ ist nur wenige Kilometer vom Es:senz entfernt.

Edip Sigl hatte zuvor im Münchner Zwei-Sterne-Lokal „Les Deux“ am Herd gestanden. Das Restaurant musste nicht nur seinen Weggang im vergangenen Jahr verschmerzen, sondern jetzt auch den Verlust eines Sternes.

Das sind Oberbayerns Sterne-Lokale

  • Drei Sterne: Christian Jürgens Überfahrt am Tegernsee
  • Zwei Sterne: Es:senz in Grassau (neu), Atelier, Tantris, Tohru in der Schreiberei, Esszimmer, Alois Fine Dining (alle München), Luce d’Oro, Restaurant Heinz Winkler in Aschau
  • Ein Stern: Michael’ Leitenberg in Frasdorf, Mountain Hub Gourmet am Flughafen, Tantris DNA, Werneckhof Sigi Schelling, Mural, Schwarzreiter, Showroom, Sparkling Bistro, Tian, Acquarello, Les Deux (alle in München), Schwinshackl Esskultur in Bad Tölz, Aubergine in Starnberg, Huberwirt in Pleiskirchen, Gourmetrestaurant Dichter und Haubentauchter am Tegernsee, Pur in Berchtesgaden, Camers Schlossrestaurant in Hohenkammer, Christians Restaurant in Kichdorf, Das Marktrestaurant in Mittenwald.
  • Grüner Stern: Lochstein1 Berchtesgaden und Green Beetle München (beide neu)

Tegernsee: Einziger Drei-Sterne-Koch in Bayern

Das Tantris bleibt ein Gourmet-Tempel. Das deutschlandweit wohl bekannteste Nobel-Restaurant war während der Pandemie umgebaut worden, jetzt räumte das Tantris bei der Sterne-Vergabe ab: Das Haus holte sich nicht nur den neuen Michelin-Preis für das „Opening of the year“. Es gab für das in zwei Restaurants aufgeteilte Tantris insgesamt drei Sterne: Im DNA darf sich Virginie Protat über einen Stern freuen. Benjamin Chmura, Hans-Haas-Nachfolger, erkochte auf Anhieb zwei Sterne. Chmura glücklich: „Ein Traum wird wahr.“

Der Druck war für Anton Gschwendtner enorm hoch, als er im Sommer das mit drei Sternen ausgezeichnete „Atelier“ im Hotel Bayerischer Hof in München übernahm. Wie zu erwarten war, gelang es nicht, die drei Sterne von seinem Vorgänger Jan Hartwig zu verteidigen. Vorerst muss sich der 37-Jährige mit zwei Sternen begnügen. Damit ist Christian Jürgens („Überfahrt“ am Tegernsee“) der einzige Drei-Sterne-Koch in ganz Bayern.

„Vergangene 24 Monate von Höhen und Tiefen geprägt“

Tohru Nakamura zeichnete der Michelin mit zwei Sternen aus – der in „Tohru in der Schreiberei“ in der Münchner Innenstadt seine neue Wirkungsstätte gefunden hat. Die Freude ist ihm bei der Preisverleihung deutlich anzusehen. „Die vergangenen 24 Monate waren von Höhen und Tiefen geprägt.“

In der Landeshauptstadt gibt es neben Virginie Portat eine weitere neue Sterneköchin: Sigi Schelling (45) hatte zwar geahnt, dass sie einen Stern in Hamburg verliehen bekommen würde. Doch sie reiste nicht zur feierlichen Preisvergabe an. Der Grund: „Keine Zeit zum Feiern.“ Ihr Restaurant im Werneckhof war am Tag der Preisverleihung sowohl mittags als auch abends zu gut gebucht. Die bescheidene Spitzenköchin verfolgte die Vergabe nur nebenbei auf dem Laptop.

„Inspiriert von den Alpen. Pause vom Business“

Die Freude war dennoch riesengroß – „das ist der absolute Wahnsinn“, sagte sie am Telefon gegenüber unserer Zeitung. Sigi Schelling, die 14 Jahre lang an der Seite von Koch-Legende Hans Haas gearbeitet hat, machte sich bereits am Nachmittag wieder an die Arbeit: „Aber jetzt geht’s weiter. Ich bin ehrgeizig.“ Mit einem Stern will sich die gebürtige Österreicherin nicht zufrieden geben.

Selbst für Insider völlig überraschend hat das „Mountain Hub“ am Münchner Flughafen einen Stern bekommen. Nach dem Motto „Inspiriert von den Alpen. Pause vom Business“ kocht dort Küchenchef Stefan Barnhusen (44).

Stepahnie Ebner