Nach Schießerei am S-Bahnhof Unterföhring

Schütze schweigt - und wird in Psychiatrie eingewiesen!

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Unterföhring/München - Am Bahnhof Unterföhring sind am Dienstagvormittag Schüsse gefallen. Eine Kugel traf eine 26-jährige Polizistin in den Kopf, sie schwebt seither in Lebensgefahr! In einer Pressekonferenz gab die Polizei weitere Details bekannt:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am Dienstagmorgen hat ein 37-jähriger Deutscher am S-Bahnhof Unterföhring einer Polizistin in den Kopf geschossen. 
  • Die Polizistin ist schwerst verletzt, zwei weitere Personen wurden angeschossen und schwer verletzt. Die Beamtin schwebt weiterhin in Lebensgefahr. 
  • Der Täter wurde bei der Festnahme ebenfalls schwer verletzt. Er schweigt zur Tat.
  • Der Tat ist wohl eine körperliche Auseinandersetzung mit einem anderen Fahrgast vorausgegangen, zu der die Polizisten gerufen wurden. 
  • Der Täter ist Deutscher, in Starnberg/Oberbayern geboren. Er ist allerdings nicht in Deutschland gemeldet.
  • Alle Entwicklungen vom Dienstag können Sie hier im Ticker nachlesen.

UPDATE, 18.35 Uhr - Schütze in Psychiatrie eingewiesen

Der Schütze vom S-Bahnhof Unterföhring ist in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht worden. Gegen ihn war zunächst Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt worden. Aufgrund seines Zustandes sei nun zudem ein Unterbringungsbefehl erlassen worden, sagte ein Sprecher der Münchner Polizei am Mittwoch. 

Die Ermittlungen laufen unterdessen weiter. Unklar ist nach wie das Motiv des Täters. Was hat ihn zu der schrecklichen Tat getrieben? Diese Fragen werden nun in erster Linie auch die Ärzte in der Klinik zu klären haben.

UPDATE, 13.55 Uhr - Noch keine Aussage des Täters

Noch immer gibt es keine Aussage des Täters, der am Dienstag um sich geschossen und dabei eine 26-jährige Polizistin lebensgefährlich verletzt hatte. Das bestätigte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä am Mittwoch. Der Mann habe sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, hieß es weiter.

Update 12.12 Uhr: Tag der offenen Tür abgesagt

Die Polizei ruft alle Zeugen auf, Fotos und Videos vom Tatort direkt auf ihrer Seite hochzuladen und so die Ermittlungen zu unterstützen.

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins warnt erneut: Derzeit kursiere ein Bild im Internet, das fälschlicherweise als Foto des Täters ausgegeben werde. Er bittet, davon abzusehen, dieses Foto weiter zu verbreiten. Es handelt sich um das Lichtbild eines Personalausweises, der am Tatort gefunden wurde. Dabei handele es sich aber nicht um das Abbild des Täters, sondern eines Zeugen, der die Tat mitansehen musste. Bereits gestern kursierte das Bild des Ausweises im Internet.

Den Tag der offenen Tür am Samstag hat Polizeipräsident Hubertus Andrä abgesagt. Man könne diesen Tag vor diesem ernsten Hintergrund nicht wie geplant freudig zelebrieren.

Update 12.05 Uhr: Heftiger Kampf mit Polizisten

Offenbar ging die Aggression bei der Schlägerei, die der Schießerei voranging, von dem späteren Schützen aus. Laut Polizei stieg das Opfer bei Ismaning in die S-Bahn ein und setzte sich in die Nähe von Alexander B., dem Schützen. Der soll dann unvermittelt angefangen haben auf den Mann einzuschlagen. Laut Polizei scheint der Täter extrem gewaltbereit zu sein.

Zu dem Hergang, wie der Täter an die Waffe des Polizisten gekommen ist, sagt die Polizei, dass es sich nicht um ein Handgemenge sondern um einen heftigen Kampf gehandelt hat. In der Videoaufnahme sei das deutlich zu sehen gewesen. "Der Mann hat mit extremer und voller Wucht den Kollegen angegriffen", so Andrä. 

Offenbar so massiv, dass der 30-jährige Polizist zu kämpfen hatte, dass er nicht von der einfahrenden S-Bahn erfasst werde. Der Schütze warf, nachdem er das Magazin leer geschossen hatte, die Waffe ins Gleis und flüchtete in Richtung Allianz-Gelände. Dort konnte ihn die Bundespolizei stoppen.

Noch immer konnte nicht geklärt werden, wie genau der Täter an die Waffe gekommen ist. Auf den Videoaufnahmen ist nicht zu erkennen, dass der Täter sie aus dem Holster genommen hat. Ebenfalls ist nicht zu sehen, wer zuerst geschossen hat. Der Täter oder die Polizistin.

Der Schütze wird noch heute dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Update 11.55 Uhr: Täter lebte in den USA

Der Täter lebte offenbar in den USA bei seinem Vater. Er befand sich laut Andrä auf Europareise mit seinem Rucksack. Er kam erst am Montag in München an und hat offenbar eine Nacht am Flughafen verbracht. Ein Telefongespräch mit dem Vater ergab für die Polizei weitere Ermittlungsansätze. Zu diesen möchte Andrä aber zum derzeitigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen herausgeben, Zeugen sollen nicht beeinflusst werden. Andrä sagte nur soweit: "Der Mann ist in den USA strafrechtlich in Erscheinung getreten." Es gibt Andrä zufolge Kontakt zu den US-Behörden. Zeugen hätten ausgesagt, er habe sich in der S-Bahn auffällig benommen, etwa Selbstgespräche geführt. Zur Tat schweigt der Schütze bislang.

Update 11.45 Uhr: 

Der Polizistin geht es unverändert schlecht, vermeldet die Polizeipräsident Hubertus Andrä: "Ihr Gesundheitszustand ist weiter "lebensgedrohlich und sehr ernst". Sie ist derzeit noch nicht ansprechbar. Ihre Eltern sind in München. Sie und einige Kollegen werden umfassend betreut.

Andrä betont erneut: Das Gerücht, dass ein Mann mit dunkler Hautfarbe festgenommen worden sein soll, kann eindeutig widerlegt werden. Die Polizei hat dazu sämtliche Videoaufnahmen, sowohl die Aufnahmen aus der S-Bahn als auch von sichergestellten Handys, gesichtet. 

Die PK im Live-Stream:

Update 10.22 Uhr: PK um 11.30 Uhr

Die in Unterföhring bei München angeschossene Polizistin befindet sich weiter in Lebensgefahr. "Es geht ihr unverändert schlecht. Wir können keine Entwarnung geben", sagte ein Polizeisprecher am Morgen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Das Münchner Polizeipräsidium hat für 11.30 Uhr eine weitere Pressekonferenz zum Vorfall in Unterföhring angekündigt. Teilnehmen wird auch heute wieder Polizeipräsident Hubertus Andrä. 

Wir berichten im Ticker von der Pressekonferenz.

Vorbericht 6.30 Uhr:

Die Staatsanwaltschaft München hat gegen den Schützen vom Unterföhringer Bahnhof Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt. Der 37-Jährige hatte am Morgen nach einer Schlägerei in einer S-Bahn einem Polizeibeamten die Waffe entwendet und damit dessen 26 Jahre alte Kollegin mit einem Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Ermittelt werde auch, weil der Mann den Polizeibeamten habe ins Gleisbett stoßen wollen. Ob der Täter zum Tatzeitpunkt betrunken war oder unter Drogen stand, müssten Untersuchungen klären.

Polizistin schwebt weiter in Lebensgefahr

Die Gewerkschaft der Polizei zeigt sich in einer Mitteilung bestürzt über den Vorfall in Unterföhring. „Heute zeigte sich wieder einmal, wie gefährlich der Polizeiberuf ist“, sagt Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Landesbezirk Bayern. Die Schüsse auf die Beamtin seien in einem „Alltagseinsatz“ gefallen. „Es ist immer wieder diese völlig sinnlose Gewalt, die einen ratlos zurücklässt.“ Die Gewerkschaft hoffe, dass die Kollegin schnell wieder gesund wird und keine Schäden zurückbleiben. Laut letzten Mitteilungen von Dienstagabend schwebt die 26-jährige Polizisten allerdings noch immer in Lebensgefahr. Die Polizei in München hat am Dienstagnachmittag mit einem Twitter-Post ihr Mitgefühl und die Bestürzung zum Ausdruck gebracht.

Im Gespräch mit unserem Partnerportal tz.de sprachen zwei Augenzeugen des Geschehens am Unterföhringer S-Bahnhof. Karl Eder, Geschäftsführer des Landeskomitees der Katholiken, saß in der S-Bahn - neben ihm der Mann, mit dem der spätere Schütze in Streit geraten war. Sein Sitznachbar, Eder beschreibt ihn als südländischen Typ, springt plötzlich auf und läuft durch den Gang der S-Bahn zwei Abteile nach vorne. Eder denkt sich nichts weiter, als er plötzlich Geschrei und Schläge hört. "Ich bin aufgestanden und habe gesehen, wie er auf einen Mann einschlug. Der Angegriffene blutete heftig aus Mund und Nase." Fahrgäste trennen die beiden, der Angreifer kehrt an seinen Platz zurück, so Eder im Gespräch mit der tz.de.

"Mindestens drei Kugeln haben die S-Bahn getroffen"

Eder kann sich nicht zurückhalten: "Haben Sie irgendwelche Probleme, Sie können den Mann doch nicht zusammenschlagen?", fragt er ihn auf Englisch. Der andere habe ihn bereits am Flughafen bedroht und habe ein Messer, antwortet der Angreifer in gebrochenem Deutsch. Er selber habe Angst gehabt… Während sich hinten Fahrgäste um den Verletzten kümmern, halten Eder und ein weitere Fahrgast den Südländer in Schach. „Wir müssen sehen, dass die beiden getrennt bleiben“, geht es Eder durch den Kopf. Beide, so berichtet er später, hätten in hohem Maße gewaltbereit ausgesehen.

Auch Norman Nötzold wurde Zeuge des schrecklichen Vorfalls am Dienstag in Unterföhring. "Zuerst hörte ich einen Schuss, dann drei oder vier weitere", erzählt Norman Nötzold im Gespräch mit der tz. "Mindestens drei Kugeln haben die S-Bahn getroffen, in der ich mit meiner Freundin gesessen bin", erzählt er weiter.

Das ganze Interview mit den beiden Zeugen der Schießerei lesen Sie auf unserem Partnerportal tz.de

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Quelle: rosenheim24.de

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