Gas und Bremse in Nymphenburger Straße verwechselt

Münchnerin (25) totgefahren - Demenz bewahrt Rentner (86) vor Gefängnis

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Weil er Gas und Bremse verwechselte, raste ein 86-Jähriger im Oktober 2016 mit rund 120 km/h in das Ende eines Ampelstaus - eine 25-jährige Münchnerin überlebte den Unfall nicht.
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München - Fast zwei Jahre nach einem tödlichen Unfall in München hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Unfallverursacher nun eingestellt.

Im Oktober 2016 ereignete sich ein tragischer Unfall auf der Nymphenburger Straße in München: Ein 86-jähriger Ex-Taxifahrer verwechselte Gas und Bremse und raste mit rund 120 km/h in das Stauende vor einer Ampel. Das traurige Ergebnis des Unfalls: Eine 25-jährige Justizfachangestellte aus München starb noch am Unfallort, acht weitere Menschen wurden verletzt. In die Massenkarambolage waren 15 Autos verwickelt. 

Massenkarambolage auf Nymphenburger Straße: Frau (25) getötet

Unfallfahrer gab Führerschein freiwillig ab

Kurz nach dem Unfall gab der 86-jährige Unfallfahrer freiwillig seinen Führerschein ab. Der Rentner wurde nach dem Unfall zwei Mal vernommen, konnte jedoch scheinbar nichts zur Klärung der Unfallursache beitragen. Er könne sich nicht erinnern, so die Ermittler. Um den genauen Unfallhergang und die Ursache zu ermittelt, hatte die Staatsanwaltschaft mehrere Gutachten in Auftrag gegeben. 

Wie Bild.de nun berichtet, habe die Münchner Staatsanwaltschaft inzwischen das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den 86-jährigen Rentner eingestellt. Ein Gutachten entlaste den Unfallfahrer, ein „willensgetragenes“, bewusstes Handeln läge nicht vor. Allerdings stehe im Gutachten auch, dass sich der Ex-Taxifahrer zum „Vorfallszeitpunkt nicht mehr im Zustand der Fahrsicherheit befand“. Er litt an leichter Demenz und Konzentrationsstörungen.

Diskussion über Führerscheintests für Senioren anregen

Florian Weinzierl, Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft gegenüber Bild.de: „Derzeit liegen uns aber keine Hinweise vor, dass er seine Fahruntüchtigkeit hätte voraussehen können.“ Anwalt der Familie, Dr. Adam Ahmed hat Beschwerde eingelegt, will notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. „Wenn man betrachtet, dass europäische und andere Länder bereits längst Regelungen zur ärztlichen Untersuchung für Pkw-Fahrer haben, und zwar spätestens ab 75 Jahren, kann ich nur sagen, dass das in Deutschland längst überfällig ist. Offenbar zählen aber die Autolobby und Wählerstimmen mehr als ein Mensch, der infolge altersbedingten Unfalls ums Leben kommt“, sagt Anwalt Adam Ahmed.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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