Münchner nach Doppelmord in China verhaftet

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Peking/München - Ein Münchner Eifersuchtsdrama hat mit einem Doppelmord in China ein furchtbares Ende genommen:

Ein Ex- Student der Ludwig-Maximilians-Universität erstach am Wochenende in der südostchinesischen Hafenstadt Xiamen seine frühere Münchner Freundin und deren jetzigen Lebensgefährten auf offener Straße, wie ein Freund des getöteten Paares am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Der Täter versuchte anschließend, auch sich selbst zu töten, überlebte aber. Er wurde verhaftet.

Das Außenministerium in Berlin bestätigte eine Bluttat in Xiamen, nannte aber keine Einzelheiten. “Das deutsche Generalkonsulat betreut die Familienangehörigen und steht in Kontakt mit den chinesischen Behörden“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Wie in solchen Fällen üblich, wird auch der Täter konsularisch betreut. Der Doppelmord hat eine jahrelange Vorgeschichte: Sowohl der Täter als auch seine frühere Freundin hatten an der Münchner Uni Sinologie studiert. Nachdem die Frau sich im Sommer 2005 von ihrem Kommilitonen trennte, begann er, sie als Stalker zu verfolgen.

Sie habe sich deswegen auch damals hilfesuchend an die Münchner Polizei gewandt, sagte der Freund des Paares - Geschäftspartner des getöteten deutschen Unternehmers und ebenfalls Sinologie-Absolvent der LMU. Im Sommer 2006 ging die Frau nach China. Ihr Ex-Freund kam über die Trennung nie hinweg und reiste vergangene Woche nach Xiamen. Vor dem Doppelmord bedrohte er beide erneut, wie der Geschäftspartner berichtete.

“Er hat ihnen in schwarzer Montur und schwarzer Maske aufgelauert und sie niedergemetzelt“, berichtete der Geschäftspartner des Getöteten. Nach chinesischen Medienberichten stach der Täter zuerst den Mann nieder. Die Frau fiel vor ihrem Tod noch auf die Knie und beschwor ihren Ex-Freund, aufzuhören. Passanten, die durch die Schreie der Opfer alarmiert wurden, fanden die Leichen auf der Straße. Der getötete Mann war ebenso wie der Täter Deutscher. Die Frau war venezolanische Staatsbürgerin. Nach chinesischen Angaben liegt der Täter schwer verletzt in einem Krankenhaus. Zurück bleibt als Waise der zweieinhalb Jahre alte Sohn des Paares.

dpa

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