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Wiesn-Bilanz nach Corona-Zwangspause

Weniger Gäste, viel Regen – und drei Vergewaltigungen: So lief das Oktoberfest 2022

Oktoberfest 2022
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Die Bedienungen feiern mit den Gästen beim traditionellen Kehraus im Hofbräuzelt den Abschluss der Wiesn und schwenken dabei Wunderkerzen.

München – Weniger Besucher, viel weniger Bier, dafür jede Menge Regen und relativ entspannte Stimmung: So sieht die Bilanz des ersten Oktoberfests nach zwei Jahren Corona-Zwangspause aus. Auch die Zahl der Straftaten und Rettungseinsätze ging insgesamt zurück.

Ganz zum Schluss doch noch einmal Sonne - und dichtes Gedränge in Zelten und Gassen: Doch der letzte Besucherandrang am Tag der Deutschen Einheit konnte die Bilanz des Oktoberfests in München nicht mehr wenden. Bei Nässe und Kälte kamen zur ersten Wiesn nach der Corona-Zwangspause laut Festleitung „nur“ rund 5,7 Millionen Besucher – mehr als eine halbe Million weniger als bei der letzten Wiesn vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals waren es 6,3 Millionen. Das Wetter sei das Haupthindernis für die Besucher gewesen, sagte Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU). Er sprach vom schlechtesten Wiesn-Wetter seit 20 Jahren. Trotzdem habe die Wiesn ein entspanntes, gut gelauntes und junges Volksfestpublikum angezogen: „Die Wiesn ist wieder da.“

Debatten wegen Corona und Energieverbrauch

Es habe Debatten um Corona und Energieverbrauch gegeben, sagte Baumgärtner. Dies sah er aber wie Geldsorgen oder den Krieg in der Ukraine nicht als vordringliche Gründe für den Besucherrückgang: „Die Menschen wollen aller schlechten Nachrichten zum Trotz ihre Freiheit und ihren Spaß zurück haben.“ Wiesnhit wurde ganz klar das wegen Sexismus umstrittene Lied „Layla“ – das die Wirte eigentlich gar nicht spielen wollten.

Weniger Gäste tranken übrigens auch weniger Bier: 5,6 Millionen Liter rannen durch die Kehlen (2019: 7,3 Millionen Liter). Dafür versuchten umso mehr Andenkenjäger, Krüge mitzunehmen: Ordner nahmen ihnen gut 112.500 Bierkrüge ab (2019: 96.900). Wegen des miesen Wetters hatte die Festleitung den Ausschank von Glühwein an Eisständen zugelassen, der aber nur mäßig Anklang fand. Viele hätten doch zum Eis gegriffen.

Verheerende Wiesn für Schausteller

Vor allem die Schausteller hatten unter dem schlechten Wetter zu leiden. Bei strömendem Regen stiegen nur wenig Gäste in die Fahrgeschäfte. Die Schausteller-Bilanz wolle er gar nicht erst schönreden und auch der Straßenverkauf habe nicht das gebracht, was er bringen sollte, so Baumgärtner weiter. Auch die Biergärten seien schlecht besucht gewesen. Immerhin ging der Gas-, aber auch der Strom- und Wasserverbrauch auf dem Fest zurück.

Corona spielte für diejenigen, die zum Fest kamen, dem Anschein nach keine größere Rolle. Masken sah man äußerst selten. Dabei mag es bei manchen nach dem Festbesuch geheißen haben: „Ogsteckt is“. Wie erwartet schnellte die Inzidenz hoch. Am Freitag (30. September) lag sie in der Stadt München bei 792,8, am Montag bei 766,8. Das war im Vergleich zum Freitag vor zwei Wochen, dem Tag vor Wiesn-Start, fast eine Vervierfachung. rosenheim24.de hatte bereits darüber berichtet (Plus-Artikel), auch Bundesgesundheitsminister Lauterbach (SPD) hatte unter anderem via Twitter scharfe Kritik geübt (Plus-Artikel): „Das wäre nicht nötig gewesen, wenn vor dem Einlass Selbsttests gemacht worden wären (...) Auf zwei bis drei Euro wäre es bei den Preisen pro Mass nicht angekommen. Die Entwicklung zeigt aber, was passieren wird, wenn die Länder mit der Maskenpflicht im Innenraum zu lange warten.“

Straftaten und Rettungseinsätze gingen zurück

Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst berichteten von einer sehr ruhigen Wiesn. Die Aicher Ambulanz verzeichnete auf ihrer Sanitätsstation weniger Einsätze – und konnte sogar Patienten aus anderen Teilen Münchens aufnehmen, die in Krankenhäusern nicht unterkamen. Rund 200 Mal sei der Computer-Tomograph zum Einsatz gekommen, der erstmals auf dem größten Volksfest der Welt stand.

Maßkrugdiebstähle, Maßkrugschlägereien, sonstige Schlägereien und sonstige Diebstähle beschäftigten wie stets die Polizei, ebenso sexuelle Übergriffe, darunter auch Filmen unter das Dirndl. Von 55 Taten wurden zwei als Vergewaltigung gewertet, eine weitere als versuchte Vergewaltigung. Auch darüber hatte rosenheim24.de bereits berichtet (Plus-Artikel). Sorgen bereitete den Beamten der Anstieg der Taschendiebstähle um rund 50 Prozent. Auch gab es mehr Aggressionen gegen Beamte.

mw (mit Material u.a. von dpa)

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