327,60 Euro statt 12,20 Euro wegen "falschem" Ticket

Freunde abgeführt: "Wir kamen uns vor wie Schwerbrecher!"

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Bei der Polizei stranden Günther Weinberger, Johann Zilch, Gerhard Sigl, Heinz Söllner und Klaus Zeman.

München - Die Geschichte klingt eigentlich zu kurios um wahr zu sein. Doch es ist wirklich so passiert, dass der Ausflug von fünf Ismaningern auf dem Polizeirevier endete. Der Grund: Sie hatten das falsche Ticket für die S-Bahn gelöst – ein zu teures wohlgemerkt.

Der Abend beginnt ganz harmlos am Fahrkartenautomaten des S-Bahnhofs Ismaning. Sigl will mit vier Spezln aus der AH des Ismaninger Handballvereins zum Flughafen fahren. Da Sigl vor den anderen am Bahnhof eintrifft, kauft er schon mal das Gruppenticket ("München XXL" für 15,40 Euro). "Ich habe gedacht: XXL, das passt auf jeden Fall", so Sigl gegenüber unserem Partnerportal merkur.de. Erst als sie in der S-Bahn sitzen, klärt ihn ein Kollege auf, dass sie für die Fahrt zum Flughafen ein Außenraum-Ticket für 12,20 Euro gebraucht hätten bzw. auch genügt hätte. "Die haben mich aufgezogen, weil ich zu viel bezahlt habe", so Sigl weiter. Zu dem Zeitpunkt ahnt noch keiner, wie teuer sie dieser Fauxpas zu stehen kommen wird.

Kurz vor dem Ziel kamen nämlich Kontrolleure und meinten: Die Gruppe habe die falsche Karte gelöst, daher müssten nun die Personalien aufgenommen werden. Da drei der Männer keinen Ausweis dabei hatten, wurde die Polizei gerufen. "Ein bewaffneter Polizist ist vorausgegangen, dahinter wir fünf in einer Reihe und dahinter der zweite Polizist", erzählt Sigl. "Wir kamen uns vor wie Schwerverbrecher." Auf der Wache am Flughafen dauerte es über eine Stunde, bis die Männer gehen durften. 

Eigentlich schien die Sache dann schon fast vergessen, ehe Sigl rund ein Jahr später eine Rechnung ins Haus flatterte. Die Bahn ließ hier keine Gnade walten: Jeder der fünf Ismaninger musste 60 Euro Bußgeld zahlen; dazu kamen noch die Kosten für das falsche Ticket (15,40 Euro) sowie für das richtige Ticket (12,20 Euro), das die Gruppe für die Rückfahrt benötigte. Macht summa summarum satte 327,60 Euro – statt 12,20 Euro.

Und als wäre das nicht genug, gab es auch noch ein juristisches Nachspiel: Wenige Wochen später seien ihm und seinen Spezln Anzeigen von der Staatsanwaltschaft ins Haus geflattert, berichtet der Ismaninger - wegen "Erschleichens von Leistungen". Immerhin wurden diese Verfahren inzwischen eingestellt.

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Quelle: rosenheim24.de

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