Vier Bewohner entkommen den Flammen

Brand in Münchener Obdachlosenlager: Kein Vorsatz erkennbar

München - Unbekannte Täter haben in München ein Obdachlosenlager in Brand gesteckt, hieß es am Donnerstag. Nach ersten Ermittlungen scheint dieser Verdacht unbegründet.

Update, 6. April, 19.55 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Wie bereits berichtet, kam es am 5. April kurz vor 1 Uhr zum Brand eines unter einer Brücke errichteten Obdachlosenlagers. Nach Zeugenaussagen wurden zunächst zwei männliche Personen als tatverdächtig angesehen, welche in unmittelbarer Nähe des Feuers standen. Einer soll einen brennenden Gegenstand in der Hand gehalten und beide sollen Gegenstände in die Flammen geworfen haben.

Aufgrund der zwischenzeitlich durch das Kommissariat 13 geführten Ermittlungen muss der anfangs vermutete Verdacht relativiert werden, dass das Lager durch zwei unbekannte Männer vorsätzlich in Brand gesetzt wurde. Die Ermittlungen ergaben keine konkretisierbaren Hinweise auf einen solchen Tathergang.

Im Brandort wurden keine Reste von Brandbeschleunigern oder pyrotechnischen Gegenständen gefunden. Die vom Zeugen wahrgenommenen Knallgeräusche dürften von explodierenden Gaskartuschen stammen, welche von den Bewohnern des Obdachlosenlagers zum Betreiben von Gaskochern genutzt wurden und deren Reste im Brandschutt aufgefunden wurden. Des Weiteren wurden innerhalb der Behausung Unmengen von Zigarettenkippen gefunden.

Einer der Bewohner gab an, dass er das Feuer als erster bemerkte. Er wurde durch einen lauten Knall wach. Es brannte zu diesem Zeitpunkt nur innerhalb des Lagers im Bereich einer dort abgelegten Matratze. Die Flammen hatten schon etwa zwei Meter Höhe erreicht.

Er weckte daraufhin die anderen schlafenden Mitbewohner. Das Lager stand dann innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand und es gab mehrere kleine Explosionen.

Der unbeteiligte Zeuge, welcher den Brand beim Notruf gemeldet hatte und als erster mit den Geschädigten in Kontakt kam, schilderte seine Beobachtungen nochmals ausführlich. Auch hieraus ergeben sich nun keine Anhaltspunkte mehr für eine vorsätzliche Brandlegung.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Brand im Inneren der Behausung entstand und wohl auf den unsachgemäßen Umgang mit Rauchzeugresten zurückzuführen sein dürfte. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München

Vorbericht, 5. April - Brand in Obdachlosenlager

Am Donnerstag, den 5. April, um kurz vor 1 Uhr, hörte ein Zeuge, der sich zu dieser Zeit an der Reichenbachbrücke aufhielt, einen lauten Knall und stellte fest, dass unter der Brücke ein Feuer ausgebrochen war.

Es folgten weitere Knallgeräusche und innerhalb kürzester Zeit stand das unter der Brücke errichtete Obdachlosenlager in Flammen. Aus diesem Lager konnten sich vier Männer im Alter zwischen 24 und 53 Jahre ins Freie retten. Sie blieben unverletzt, während ihr Lager vollständig abbrannte. 

An der Brücke platzte teilweise der Beton ab, die Tragfähigkeit wurde von einem Bauingenieur geprüft und ist nicht beeinträchtigt.Der entstandene Schaden wird auf rund 25.000 Euro geschätzt. 

Als tatverdächtig werden zwei unbekannte Männer angesehen, die in unmittelbarer Nähe des Feuers standen. E iner hielt einen brennenden Gegenstand in der Hand und beide warfen diverse Gegenstände in die Flammen. 

Täterbeschreibung:

Von den beiden Unbekannten ist nur bekannt, dass es sich jeweils um einen etwa 25 Jahre alten Mann gehandelt haben soll. Einer der beiden trug eine dunkle Kapuzenjacke, der andere einen Trainingsanzug/Sportbekleidung und eine ausgewaschene, hellblaue Trainingsjacke. 

Zeugenaufruf: 

Personen, die sachdienliche Hinweise zu dem Brand unter der Reichenbachbrücke und zu den beiden tatverdächtigen Personen geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Telefon 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Cristobal Esc

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