Olympia-Bewerbung 2018 übergeben

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Katarina Witt, Vorsitzende des Kuratoriums, mit dem Bid Book

Lausanne - 176 Tage vor der Entscheidung über die Olympischen Winterspiele und Paralympics 2018 hat München als letzter der drei Bewerber die Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgegeben.

Katarina Witt, Vorsitzende des Kuratoriums, und Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Münchner Bewerbung, übergaben das 396 Seiten starke Werk um 10.08 Uhr am IOC-Sitz an Jacqueline Barrett, die Chefin des Bewerbungsverfahrens. Bereits am Montag hatten zuerst der französische Außenseiter Annecy und am Nachmittag das als leichter Favorit geltende Pyeongchang/Südkorea ihr Bid Book beim IOC eingereicht.

Es handelt sich dabei um ein knapp 400 Seiten starkes Dokument, das dringende Fragen zu den Sportstätten beantwortet sowie zu Themen wie Verkehr, Sicherheit oder Umwelt. Wer letztlich den Zuschlag erhält, wird vom Internationalen Olympischen Komitee am 6. Juli in Südafrika entschieden.

"Die heiße Phase beginnt"

Das knapp 400 Seiten umfassende Bid Book soll die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) von der bayerischen Landeshauptstadt überzeugen und die Konkurrenz ausstechen. "Jetzt geht es wirklich los, die heiße Phase beginnt", sagte Thomas Bach am Montag am Münchner Marienplatz bei der Präsentation des atlasgroßen und schneeweißen Bid Books. Dieses werde entscheidend sein für "das hoffentlich positive Schicksal unserer Bewerbung", erklärte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Ein halbes Jahr vor Vergabe der Spiele am 6. Juli in der südafrikanischen Hafenstadt Durban müssen dem IOC 100 Exemplare des Dokumentes in englischer und französischer Sprache vorgelegt werden.

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Gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land bewirbt sich München um das Großereignis in sieben Jahren. Die süddeutsche Metropole wäre die erste Stadt, die nach Sommerspielen (1972) auch Olympische Winterspiele austragen dürfte. Eine Bewerbung, die in den vergangenen Monaten allerdings immer wieder mit heftigem Widerstand zu kämpfen hatte.

Doch ungeachtet des noch immer ungelösten Grundstücksstreits der Bewerbungsgesellschaft mit zahlreichen Garmischer Bauern zeigten sich die Olympia-Macher optimistisch und hoffnungsfroh. Mehr noch: Nach Angaben von Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) zeichnet sich sogar eine baldige Lösung ab: "Wir versuchen, das diese oder nächste Woche unter Dach und Fach zu bringen".

"Wir sind sehr zuversichtlich"

59 Landwirte hatten in einem Brandbrief an IOC-Präsident Jacques Rogge im Dezember bekräftigt, ihr Land im Schneepark Garmisch- Partenkirchen nicht für die Spiele zur Verfügung zu stellen. Der Platz aber wird benötigt, um Wettbewerbe veranstalten und nötige Funktionsflächen bereitstellen zu können. Die Einigung mit den Grundstücksbesitzern für die alpine Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen (7.-20. Februar) biete nun Spielraum für weitere Verhandlungen, sagte Schneider: "Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind sehr zuversichtlich, eine Lösung zu finden".

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Im knapp 28 000 Einwohner zählenden Wintersportort zu Füßen der Zugspitze würden im Falle des Zuschlags die Ski-Wettkämpfe stattfinden. Die Marktgemeinde soll zudem Herberge eines Olympischen Dorfes für 2500 Menschen werden. Im Münchner Eis-Park um das Olympiagelände von 1972 sollen sämtliche Eissport-Wettbewerbe ausgetragen werden. Komplettiert wird das Konzept durch die Kunsteisbahn Königssee für Bob und Skeleton. Nach Schätzungen der Bewerbungsgesellschaft würden die Olympischen Spiele in München und oberbayerischer Umgebung bis zu drei Milliarden Euro kosten.

"Wir haben eine hervorragende Chance"

Neben dem Sportstätten-Konzept beantwortet das Bid Book auch detailliert Fragen zu Themen wie Verkehr, Unterbringung, Umwelt, Technologie und Sicherheit. Insgesamt sind 17 Aspekte angeschnitten. Eröffnungs- und Schlussfeier sollen vor 70.000 Zuschauern im altehrwürdigen Münchner Olympiastadion abgehalten werden. IOC-Chef Rogge stellte jüngst klar, dass es bei der Bewerbung entscheidend auf die Inhalte des Bid Books ankomme. "Wir haben eine hervorragende Chance, zu gewinnen", meinte Bach optimistisch.

Die Bid-Book-Lektüre ist Hauptgrundlage für den Besuch der IOC- Evaluierungskommission in München vom 28. Februar bis 4. März unter Leitung der Schwedin Gunilla Lindberg. Nach Besichtigung der Kandidatenstädte erstellt das Gremium je einen Bericht, der später an die Mitglieder der IOC-Vollversammlung versandt wird. "Das ist eine Truppe aus Profis. Die werden unser Konzept auf Herz und Nieren überprüfen", kündigte Bach an.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sprach davon, die Kommission im Frühjahr "beeindrucken" zu wollen. Anschließend - am 18. und 19. Mai - müssen die Olympia-Kandidaten beim IOC in Lausanne noch die technischen Details der Bewerbung detailliert vorstellen, ehe im Juli in Durban über die Ausrichterstadt abgestimmt wird.

Michael Brehme/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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