Nachgefragt in Mühldorf und Schönram

Brauereien in der Corona-Krise: Herbe Verluste und soziales Engagement

So ist die Lage und das soziale Engagement der Brauereien in der Corona-Krise
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Der Mühldorfer Bräu Wolfgang Unertl und Schönramer-Marketingleiter Christian Thiel berichten, wie es den beiden Brauereien in der Corona-Krise geht und wie diese sich nun sozial engagieren.

Mühldorf/Petting - Auch die heimischen Brauereien sind von der Corona-Krise derzeit stark betroffen. Wir haben uns erkundigt, wie es ihnen dabei geht und sich auch teils kreativ sozial engagieren.

Vor allem, dass viele Gasthäuser nun noch weiterhin geschlossen bleiben müssten, bedeute einiges an Verlusten für Wirte wie Brauer, berichtet Wolfgang Unertl von der Mühldorfer Weißbier-Brauerei. "Nicht nur für den normalen Wirtshausbetrieb, auch für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Vereinsveranstaltungen fällt nun deren Biernachfrage überwiegend weg", erzählt er. "Das hat bei uns bisher doch gut 40 Prozent des Umsatzes ausgemacht!"


Verkauf im Handel kann Ausfälle bei Gastronomie und Export nicht kompensieren

Auch der Export ins Ausland entfalle derzeit weitestgehend. "Da war, nicht nur für uns, vor allem Italien ein wichtiger Markt." Weitere typische Absätzmärkte seien das übrige nahe Ausland, wie Österreich oder auch Spanien. "Das ging ja dann dort auch wiederum in die Gastronomie oder an Hotels. Mit dem Stillstand des Tourismus und der Schließung von Lokalen auch dort ist da also keine Nachfrage mehr." 

Überwiegend schließt sich auch Christian Thiel, Marketingleiter der Brauerei Schönram an. Konkrete Zahlen mag er nicht nennen. Aber beim Absatz an die Gastronomie gehen es ihnen wie der Mühldorfer Brauerei. "Allerdings produzieren wir überwiegend für den heimischen Markt. Das bedeutet, der Wegfall des Exportmarktes trifft uns nicht ganz so sehr." Der Absatz an Getränkemärkte sei in etwa gleich geblieben, wie vor der Krise. "Das heißt aber auch: Er kann die Verluste in den anderen beiden Bereichen, Gastronomie und Export, nicht ausgleichen", bemerkt Unertl, "Das liegt daran, dass man ja auch im privaten Kreis derzeit keine Feste feiern darf."


Viele Herausforderungen an Brauereien in der Krise

"Die Auswirkung der Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der Corona-Infektion treffen die mittelständisch strukturierte bayerische Brauwirtschaft mit voller Wucht", berichtete Ende des vergangenen Monats der Bayerische Brauerbund in einer Pressemitteilung. "Viele Betriebe haben die Fassbierproduktion, die rund ein Fünftel des Absatzvolumens ausmacht, komplett eingestellt und als Reaktion auf extrem fallende Bierabsätze Kurzarbeit angemeldet", so der Branchenverband weiter. 

Die Brauereien müssten nun, wie alle Lebensmittel verarbeitenden Betriebe, ihre ohnehin schon hohen Hygienevorschriften nochmal verschärfen. Teils muss zudem in noch ausgefeilteren Schichtsystemen gearbeitet werden, um die vorgeschriebenen Abstandsregeln zu waren. 

Viel soziales Engagement der Brauer

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In der schweren Zeit sind es aber auch die Brauereien, die sich nun auch sozial engagieren. "In dieser Zeit ist es halt einfach für die gesamte heimische Wirtschaft wichtig, dass wir uns wieder mehr auf die Regionalität besinnen", betont Bräu Wolfgang Unertl. "Da sind einerseits die Verbraucher gefragt, nun heimische Produkte zu kaufen. Für uns war Engagement für die Region schon immer wichtig. Darum versuchen wir nun auch zu helfen, wo es geht." So gab es beispielsweise kürzlich eine schöne Überraschung für die derzeit geforderten Mitarbeiter der CoVid-Klinik Mühldorf, deren Ärzte und Pflegepersonal an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen. Sie bekamen eine ganze Ladung alkoholfreien Weissbiers und dem FitamInn, einem alkoholfreien Erfrischungsgetränk auf Malzbasis mit Apfelsaft und Kräutern spendiert. 

Im Chiemgau und dem Berchtesgadener Land haben sich wiederum, unter Federführung der lokalen Tourismusverbände, die dortigen Brauereien nun zu den "Heimatbrauern" zusammengeschlossen, die aufrufen, lokalen Geschäfte und Wirte zu unterstützen. Schönramer hat dazu eine Aktion unter dem Motto "Freibier gegen Corona" ausgerufen. "Ab sofort gibt's einen Gutschein für eine Maß Bier für jede Bestellung ab 10 Euro bei allen Schönramer Wirten mit Bestellservice", berichtet Christian Thiel. "Dieser kann dann eingelöst werden, sobald die Wirte wieder öffnen. So profitieren sie doppelt."

hs

Quelle: innsalzach24.de

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