Nach der Landtagswahl in Bayern 2018

Büro räumen, Schlüssel abgeben: Günther Knoblauch (SPD) muss gehen

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Günther Knoblauch (SPD)
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Mühldorf/München – Es steht fest: Günther Knoblauch (SPD) hat den Einzug in den neuen Bayerischen Landtag verpasst. In einem sehr persönlichen Interview mit innsalzach24.de erklärt er, wie es jetzt für ihn weitergeht.

70 Jahre alt ist der – wie er sich selber nennt – Heimatabgeordnete Günther Knoblauch. Altbürgermeister der Kreisstadt Mühldorf am Inn und später Landtagsabgeordneter der SPD im Bayerischen Landtag: Bei der aktuellen Wahl im Freistaat hat Knoblauch den erneuten Einzug verpasst. Ein schwerer Schlag für ihn, wie er sagt. Was ihn besonders wurmt, sei die Tatsache, dass er das viertbeste Zweitstimmenergebnis geholt hat und es trotzdem nicht für einen Sitz im neuen Bayerischen Landtag reicht.

Ein desaströses Ergebnis

Knoblauch ist enttäuscht vom Ergebnis der Landtagswahl 2018 in Bayern, von seinem Abschneiden und dem seiner Partei. Viele Jahre lang habe er immer versucht, das Maximum für die Bürgerinnen und Bürger in der Region herauszuholen. Das kam bei den Wählerinnen und Wählern offensichtlich nicht an: Er verliert, genau wie die SPD, rund zehn Prozentpunkte im Stimmkreis Altötting.Schon am Abend der Landtagswahl wusste Knoblauch, dass er wohl nicht in den neuen Bayerischen Landtag einziehen wird.

Kein Kind von Traurigkeit

Es sei schwierig, das Wählervotum zu akzeptieren, insbesondere weil es ohne Frage als eine Art Bewertung der politischen Arbeit eines Kandidaten gesehen werden könne. Demnach hat Günther Knoblauch in Schulnoten eine Fünf bekommen. Seine Versetzung war zunächst gefährdet. Am Ende war klar, dass er die nächste Klasse nicht erreicht hat.

Sich deswegen aufzugeben komme aber nicht in Frage. „Ich habe immer einen Plan gehabt, was passiert, wenn ich gewählt werde“, sagt Knoblauch, „und einen, was passiert, wenn ich nicht gewählt werde“. Nun will er letzteren, den sogenannten Plan B, umsetzen.

„Es haben schon Leute angerufen“

Er werde sich nicht in die Rente verabschieden, so Knoblauch, im Gegenteil. Mit seinen Erfahrungen und Kontakten aus vielen Jahrzehnten werde er sich nun auf Themen konzentrieren, die ihn A) dringend am Herzen liegen und B) wo genau diese seine Erfahrungen und Kontakte gefragt sind. „Es haben schon Leute angerufen.“ Mehr wollte er dazu nicht sagen. Tatsache ist, dass Günther Knoblauch etwa bei den Problemen mit Hochwald oder Nestlé im Werk Weiding erfolgreich war, bzw. sich aktiv um Lösungen zur Rettung von Arbeitsplätzen in der Region bemüht.

„Das Büro ist zu räumen“

Was passiert, wenn ein Landtagsabgeordneter gehen muss? „Das Büro ist zu räumen“, erklärt Günther Knoblauch. Man kennt das aus Filmen: Bilder von der Familie vom Schreibtisch in den Karton packen, Schlüssel abgeben und „Auf Wiedersehen!“ zum Pförtner. So ist es laut Knoblauch auch, nur dass für gewöhnlich ein paar mehr „persönliche“ Dinge, also welche die dem Abgeordneten gehören, zu entfernen sind. Was er mit seinem Wahlkreisbüro macht, wisse er noch nicht, so Knoblauch weiter. Er wolle sich jetzt neuen alten Aufgaben und Herausforderungen stellen. Inwieweit die mit der Landespolitik zu haben – Man darf gespannt sein.

Quelle: innsalzach24.de

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