Präsentation auf dem Werksgelände der SOB

Das ist die neue Wunderlok der Bahn

+
Hier ist sie, die neue Diesellok der Südostbayernbahn.
  • schließen

Mühldorf - Es ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte: Die Südostbayernbahn erwirbt acht neue Dieselloks für 24 Millionen Euro.

Das neue Zugpferd der Südostbayernbahn (SOB) sollte standesgemäß die Bühne betreten: Zu den Klängen von AC/DCs Thunderstruck und begleitet vom Rauch einer Nebelmaschine hat die TRAXX-Diesellokomotive eine Plane mit dem Konterfei der alten Lok durchstoßen, um das Werksgelände der SOB zu erobern und sich den zahlreichen Ehrengästen zu präsentieren. Am Donnerstagabend ließ die SOB keinen Zweifel daran, dass das Unternehmen mit dem Kauf acht neuer Dieselloks eine historische Investition getätigt hatte.

"Für mich ist es ein Wahnsinnstag"

SOB-Geschäftsführer Christoph Kraller

"Das ist die größte Investition im Verkehrsbereich, die wir jemals hatten. Für mich ist es echt ein Wahnsinnstag", sagte SOB-Geschäftsführer Christoph Kraller zu Beginn der Feierlichkeiten. Insgesamt 24 Millionen Euro kosten die acht Loks aus der Baureihe TRAXX P160 DEME der Firma Bombardier - eine Investition, die sich langfristig auszahlen soll.

Fakten zu "TRAXX":

Die Diesellokomotive verfügt über vier Motoren mit je 563 kW Leistung. Die maximale Anfahrzugkraft beträgt 300 Kilonewton, die elektrische Bremskraft liegt bei 150 Kilonewton. Die Lok ist 18,90 Meter lang, hat ein Dienstgewicht von 83 Tonnen und fährt bis zu 160 km/h schnell.

Die Loks verfügen über vier Motoren mit einer Gesamtleistung von 2252 kW, allerdings würden immer nur so viele Motoren betrieben wie nötig, erklärte Peter Just von Bombardier. Bei einem Halt am Bahnhof reicht es beispielsweise aus, nur einen der 563 kW starken Motoren laufen zu lassen, um die Klimaanlage in Betrieb zu halten. Bei einer einzigen Fahrt von Mühldorf bis zum Münchner Hauptbahnhof sollen dank dieser Mehrmotorentechnologie 74 Liter Diesel eingespart werden.

Noch ist die neue Lok aber nicht unterwegs. Kraller zufolge laufen derzeit die Tests mit "TRAXX". "Wir setzen sie ein, sobald wir können", so der SOB-Geschäftsführer. Im zweiten Halbjahr 2014 ist es voraussichtlich soweit. Die neuen Loks sollen dann die Hauptverkehrsstrecke zwischen Simbach und München befahren und primär die langen Doppelstock-Züge ziehen.

Wird die SOB "aus den Geschichtsbüchern getilgt"?

Die SOB nutzte die Präsentation ihrer Neuanschaffung für eine Podiumsdiskussion mit Landrat Georg Huber, dem Landtagsabgeordneten Thomas Huber aus Ebersberg, Ingrid Obermaier-Osl, Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, Wilhelm Mack, Kundenbeiratssprecher der SOB sowie Peter Just und Christoph Kraller.

Blick ins Innenleben: TRAXX ist mit vier Motoren ausgestattet.

Im Fokus stand dabei auch die Frage, ob die SOB mittelfristig überhaupt noch die Bahnstrecken in der Region befahren wird. Der Betrieb des regionalen Bahnnetzes wird heuer neu vergeben, es ist völlig offen, ob die SOB, die vor etwa zwei Wochen ihre Unterlagen bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft eingereicht hat, den Zuschlag erhält. "Das ist eine existenzielle Frage", betonte Kraller. Sollte die SOB den Zuschlag nicht erhalten, "dann fährt da jemand anderes und die SOB wird aus den Geschichtsbüchern getilgt".

Huber: "Ohne SOB keine Zukunft in Oberbayern"

Landrat Georg Huber sprach sich bei der Diskussion klar für die SOB aus. In dem Unternehmen sieht Huber einen wichtigen Arbeitgeber, nicht zuletzt auch für viele handwerkliche Betriebe in der Region. "Ohne die Südostbayernbahn hätten wir im oberbayerischen Raum wenig Zukunft", sagte der Landrat mit Blick auf die gute Verkehrsanbindung der Region durch die SOB, etwa zum Hochschulstandort Rosenheim.

Lob gab es für die SOB am Donnerstagabend quasi von allen Seiten. Der Landtagsabgeordnete Thomas Huber lobte die Investition des Unternehmens in acht neue Dieselloks als "wichtiges Signal an die Region" und Ingrid Obermeier-Osl erklärte, sie sei "stolz auf so eine Südostbayernbahn, die hier 24 Millionen Euro in die Hand nimmt".

Josel: "Finanzpolitik muss die Schatulle öffnen"

Vier dieser Gallonen soll TRAXX auf einer Fahrt von Mühldorf zum Münchner Hauptbahnhof einsparen.

Kritische Worte gab es vom Kundenbeiratssprecher Wilhelm Mack, der allerdings herausstellte, dass die SOB die Lösung bestehender Probleme nicht selbst in der Hand hat. Die Bahnhöfe von Weidenbach bis Schwindegg und Hörlkofen verbreiteten den "Charme der fünfziger Jahre", sagte Mack, selbst Bahnpendler. Man warte dort schlicht auf den Ausbau, urteilte der Kundenbeiratssprecher. "Die SOB braucht von uns allen die Unterstützung, dass Richtung München was vorwärts geht."

SOB stellt Diesellok TRAXX vor

Wie schnell der Bahnausbau vorangeht, hängt letztlich vor allem am Geld. Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, schaltete sich während der Podiumsdiskussion aus dem Publikum heraus ein und erklärte mit Blick auf rund 40 Milliarden Euro Rückstau im Bundesverkehrswegeplan alleine auf der Schiene: "Letztendlich muss die Finanzpolitik hier die Schatulle öffnen."

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser