Konzept-Studie soll es richten

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Sie wollen den Bahnausbau für die Region voranbringen. Von links: Günther Knoblauch, Georg Huber, Erwin Schneider, Anton Steinberger und Dr. Willi Kleine.

Mühldorf - Die heimische Politik ist alarmiert. Statt der "Magistrale Paris - München - Mühldorf - Salzburg" steht nun eine alternative Streckenführung zur Diskussion.

Die gesamte Region Inn-Salzach muss sich geschlossen hinter den Verlauf der europäischen "Magistrale Paris - München - Mühldorf - Salzburg" stellen. Dies ist der Tenor einer Pressekonferenz des Städtebunds Inn-Salzach mit den Landräten Georg Huber und Erwin Schneider. Eine Konzept-Studie, die jetzt in Auftrag gegeben wird, soll es richten.

Das neue Konzept der EU-Kommission für einen "Kernnetz-Korridor", der eine "gleichberechtigte" alternative Bahn-Streckenführung über Frankfurt, Nürnberg und Passau vorsieht, hat die heimischen Politiker alarmiert.

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Bürgermeister Günther Knoblauch, Vorsitzender des Städtebunds, und die beiden Landräte Georg Huber und Erwin Schneider sind sich einig, dass sich die Region Inn-Salzach geschlossen für diesen Bahnausbau positionieren muss. Knoblauch regte zusammen mit den beiden Landräten an, eine Konzept-Studie für den Raum von München bis Salzburg zu erstellen. "Wir müssen sämtliche Verkehre in der Region und ihre Abläufe so darstellen, dass ein weiteres Festhalten an der Magistrale dargestellt wird", sagte Knoblauch.

Jochen Englmeier, Geschäftsführer des Städtebunds, stellte dar, dass die EU-Kommission zehn Korridore für die weitere verkehrliche Entwicklung vorsehe. Die Erstellung der Konzeptstudie würde von der EU gefördert werden. 50 Prozent der rund 60 000 Euro teuren Studie würde gefördert, den Rest müsste die Region aufbringen. Huber, Schneider und Knoblauch waren sich einig, diese Studie anfertigen zu lassen.

Dr. Willi Kleine, der stellvertretender Vorsitzender der Magistrale wurde (wir berichteten), stellte sich ebenfalls hinter die Konzeptstudie. Er verwies auf seine guten Kontakte nach Salzburg und Linz und ist sich sicher, dass es eine grenzüberschreitende Zustimmung zu diesem Projekt geben werde.

Landrat Georg Huber machte deutlich, dass die Region im Landesentwicklungsprogramm wieder einen Rückschlag hinnehmen musste. "Wir müssen in der Frage des Bahnausbaus verdeutlichen, dass unsere Wirtschaft diese Infrastrukturverbesserung dringend braucht, um die Firmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region zu erhalten", stellte der Mühldorfer Landrat heraus.

Huber sprach sich auch dafür aus, dass die Anbindung des Flughafens Erding durch eine vernünftige Bahnerschließung endlich in Angriff genommen werden muss. Dies soll, so Huber, auch Teil der Konzeptstudie werden.

Landrat Erwin Schneider hob die Bedeutung des Terminals in Burghausen für die Verbindung nach Österreich und zu den Adriahäfen heraus. "Wir müssen auf diese neue Situation mit den Verkehrs-Korridoren reagieren und geschlossen für die heimische Region eintreten", erklärte Schneider.

Anton Steinberger, Geschäftsführer der Handwerkskammer, stellte heraus, dass ein funktionierender Wirtschaftsstandort auch eine funktionierende Infrastruktur benötige. Er machte deutlich, dass eine Bahnanbindung des Chemiedreiecks an die Adriahäfen in Italien eine Zeitersparnis für die heimischen Betriebe von sieben Stunden gegenüber den Häfen in Hamburg und Bremen bedeuten würde. "Die Güter aus dem Chemiedreieck gehen nach Asien. Von Triest aus durch den Suezkanal würde die Beförderung um fünf Tage schneller gehen. Dies bedeutet, Zeit und Kosten zu sparen", sagte Steinberger.

Bis zum 26. März muss der Antrag für die Förderung der Konzeptstudie bei den europäischen Gremien eingegangen sein. Dieser Antrag wird jetzt gestellt. Günther Knoblauch rechnet damit, dass im Herbst die Konzeptstudie für den Raum Inn-Salzach vorliegen werde.

sb/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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