Um seine Unschuld zu beweisen

Mann zeigt Polizei seinen PC - mit Kinderpornos

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Mühldorf - Mit einem Laptop wollte ein Mann aus dem Landkreis eigentlich seine Unschuld beweisen. Blöd nur, dass auf der Festplatte Kinderpornos gespeichert waren.

Offenbar guten Gewissens hatte schon vor rund eineinhalb Jahren ein Mann aus dem Landkreis Mühldorf seinen Laptop der Mühldorfer Kriminalpolizei übergeben. Diese ermittelte gerade in einem Todesfall und der Mann war der Ansicht, sein Rechner könnte ihm ein Alibi geben. Eine Auswertung des Laptops, so die Einschätzung des Mannes, würde schließlich ergeben, dass er zur Tatzeit im Internet aktiv gewesen sei.

Er bedachte dabei wohl nicht, welche Folgen einige der auf der Festplatte gespeicherten Bild-Dateien für ihn haben würden: Die Beamten fanden insgesamt 30 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt. Bei einer späteren Wohnungsdurchsuchung stellten die Ermittlern ein weiteres Notebook sicher, auf dem sich wenige weitere Bilder entsprechenden Inhalts befanden.

Unterbringung in einer Psychiatrie möglich

Am Donnerstag beschäftigt sich das Landgericht Traunstein mit dem Fall. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft leidet der Mann an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie, weshalb er nicht in der Lage war, das Unrecht der Tat einzusehen. Wer schuldunfähig ist, kann nicht angeklagt werden, weshalb es am Donnerstag zu keinem Prozess, sondern zu einem sogenannten Sicherungsverfahren kommt. An dessen Ende könnte die Unterbringung in der Psychiatrie stehen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Gefährlichkeitsprognose, also die Frage, ob in Zukunft erhebliche rechtswidrige Taten von dem Mann zu erwarten sind.

Die Unterbringung in der Psychiatrie wäre zeitlich nicht beschränkt, es würde allerdings regelmäßig überprüft, ob die Maßnahme noch notwendig ist. Konkret heißt das: Nach einer erfolgreichen Therapie kann der Mann wieder entlassen werden.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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