Am Amtsgericht Mühldorf am Inn

563 Briefe veruntreut: Postlerin erscheint nicht zum Prozess

Mühldorf am Inn: Briefzustellerin soll 536 Sendungen nicht ausgeliefert haben - Nicht zum Prozess erschienen
+
Eine Postzustellerin sollte sich am Donnerstagnachmittag eigentlich vor dem Amtsgericht Mühldorf verantworten. Doch die Frau erschien einfach nicht.

Mühldorf am Inn - Für reichlich Kopfschütteln sorgte der Fall einer Postlerin, die wegen Unterschlagung von Briefen am Donnerstag vor dem Amtsgericht Mühldorf erscheinen sollte. Der Termin musste vertragt werden, da sie schlicht nicht erschien.

Als Briefzustellerin soll eine Frau 563 Postsendungen nicht ausgeliefert haben. Stattdessen habe sie diese in der eigenen Wohnung verstaut oder in der Papiertonne entsorgt. Wegen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses sollte sie sich daher am Donnerstagnachmittag am Amtsgericht Mühldorf am Inn verantworten.


Laut Paragraph 206 des Strafgesetzbuchs, Absatz 2 wird bestraft, wer"eine einem [Post- oder Fernmeldeunternehmen] anvertraute Sendung unterdrückt". Das genaue Strafmaß richtet sich allerdings nach dem jeweiligen Fall.

2019 ähnlicher Fall: Briefzustellerin erschien ebenfalls nicht vor Gericht

Alleine daraus wurde vorerst einmal nichts. Staatsanwalt, Richter, Beisitzer und Protokollantin waren an diesem schwülen Sommernachmittag im Gerichtssaal erschienen. Doch die Angeklagte selbst ließ sich nicht blicken. Daher entschied der vorsitzende Richter, die Verhandlung zu einem noch nicht bestimmten Termin erneut anzusetzen.


Das Geschehen mag bei manchem Erinnerungen an einen Fall im vergangenen Jahr wecken. Mitte Mai sollte sich damals eine andere Frau wegen eines solchen Vergehens ebenfalls vor dem Amtsgericht Mühldorf verantworten. Doch auch sie machte sich rar. Die Mitarbeiterin eines privaten Postzustelldienstes in einem Nachbarlandkreis soll im Jahr 2016 Unmengen an Post nicht zugestellt und diese stattdessen in einem Kellerraum gebunkert haben. 

Herausgekommen sein soll das Vorgehen der Frau im Januar diesen Jahres, als ein Nachbar in der überquellenden blauen Tonne des Mietshauses eine große Tasche voller Post fand. In einem Kellerraum sollen dann noch einmal insgesamt 15 Taschen und Kartons mit nicht ausgelieferter Post, Katalogen, Briefen, Schreiben von Versicherungen und Mitteilungen an Kunden in Waldkraiburg entdeckt worden sein, ausschließlich aus dem Jahr 2016.

hs

Quelle: innsalzach24.de

Kommentare