Chemikalien flossen auf die Gleise

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Mühldorf - Nach dem Rangierunfall, in dessen Folge heute Nacht Ethanol aus einem Waggon auslief, herrscht am Bahnhof inzwischen wieder Normalbetrieb. **Neu: Video**

UPDATE 14.30 Uhr:

Am Mühldorfer Bahnhof herrscht wieder Normalbetrieb. Innsalzach24.de sprach inzwischen mit dem Notfallmanager der Südostbayernbahn, Dietmar Emig. Er betonte, dass durch das ausgelaufene Ethanol keine Gefahr für Einsatzkräfte und Personal bestand.

Die Ursache für die falsche Weichenstellung liegt laut Emig aber noch im Unklaren.

UPDATE 9.15 Uhr:

Wie die zuständige Bundespolizeiinspektion Freyung gegenüber innsalzach24.de angab, ereignete sich der Unfall beim Rangieren von insgesamt 19 Waggons. Zwei mit Ethanol gefüllte Kesselwaggons seien dabei entgleist. Durch ein etwa 10 x 30 Zentimeter großes Loch in einem der Kessel floss dann eine bislang unbekannte Menge der entzündlichen Flüssigkeit aus.

Das Gebiet im Bereich des Güterbahnhofs ist derzeit noch weiträumig abgesperrt. Die Feuerwehr wurde zur Bindung des ausgelaufenen Stoffs nachalarmiert. Zudem befinden sich zwei Ermittler der Bundespolizei, die den Unfall rekonstruieren sollen, am Ort des Geschehens. Ein Polizeihubschrauber wurde zusätzlich am Morgen angefordert, der mit der Dokumentation aus der Luft begonnen hat.

Die Schadenshöhe beträgt laut ersten Schätzungen etwa 300.000 Euro. Ob der Unfall durch menschliches oder technisches Versagen verursacht wurde, ist derzeit noch völlig unklar.

Der verletzte Rangierarbeiter konnte das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.

Erstmeldung:

Zu einem Arbeitsunfall mit schweren Folgen ist es in der Nacht auf Dienstag, 12. August, gegen 1.40 Uhr am Mühldorfer Bahnhof gekommen. Großalarm für die Feuerwehren aus Mühldorf, Altmühldorf, Töging, Waldkraiburg und Mößling sowie für zahlreiche Unterstützungskräfte der Kreisbrandinspektion, des roten Kreuzes, für einen Fachberater des THW und den Notfallmanager der Deutschen Bahn wurde ausgelöst. Bereitstellungsraum der Feuerwehren war an der Globus-Tankstelle, von wo aus man einen direkten Zugang zum Bahngleis hatte. Aufgrund einer falschen Weichenstellung war ein Kesselwagen auf einen anderen Wagon aufgefahren. Hierbei kam es zum Austritt eines Gefahrguts, welcher unter der UN-Nummer 1993 gekennzeichnet wird. Hinter dieser Nummer verbirgt sich lediglich der Hinweis „Entzündbarer flüssiger Stoff“. Da sich von dieser Sammelnummer auf den genauen Stoff keine Rückschlüsse ergeben, wurde unter anderem die Werkfeuerwehr Wacker an die Einsatzstelle beordert. Der Austritt konnte nach gut einer halben Stunde gestoppt werden und der Kesselwagen abgedichtet werden.

Unbestätigten Informationen zufolge handelt es sich bei dem Stoff um Methylalkohol. Der Stoff ist für einen Transport in die Wacker Chemie AG nach Burghausen bestimmt. Zahlreiche Einsatzkräfte mit Chemieschutzanzügen standen für einen weiteren Eingriff auf Bereitschaft. Nach Abdichtung der Kesselwägen wurden diese voneinander getrennt. Bei dem Zusammenstoß der beiden Wagons wurde ein 31-jähriger Bahnarbeiter von einem Kesselwagen geschleudert. Er wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus Mühldorf eingeliefert. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Chemieunfall am Bahnhof Mühldorf

rr/redis24/timebreak21

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © TimeBreak21

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