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Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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"Wenn du fremd gehst, bringe ich dich um"

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Traunstein - Eifersucht war das Motiv für den brutalen Mord an seiner Ehefrau. Das hat der 38 Jahre alte Angeklagte am Dienstag vor dem Traunsteiner Schwurgericht gestanden.

"Wenn du fremd gehst, bringe ich dich um", damit hat der Pakistaner seiner Frau bereits kurz nach der Hochzeit gedroht. Die angeblich nicht ernst gemeinte Bedrohung wurde bittere Realität: Am 6. Dezember 2009 kam der Angeklagte in die Rimstinger Wohnung seiner getrennt von ihm lebenden Frau (46) und stach ihr mit einem Küchenmesser laut Anklage mindestens 14 Mal in den Oberkörper. Die Staatsanwaltschaft hat den 38-Jährigen wegen Mordes aus niederen Beweggründen angeklagt.

Bilder aus dem Gerichtssaal

Mordprozess vor dem Traunsteiner Landgericht

Den Mord gab der 38-Jährige am ersten Verhandlungstag schließlich zu. Zunächst hatte er keine Aussage machen wollen, doch der richterliche Hinweis auf Strafmilderung bei einem Geständis vor der Beweisaufnahme, stimmte ihn um.

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Mit Hilfe eines Dolmetschers beschreibt der Mann ausführlich, wie er am Abend vor der Tat "während der Arbeit bis 21 Uhr zwei Bier und dann bis ungefähr 23 Uhr noch zwei Halbe und knapp eine halbe Flasche Vodka" getrunken habe. Mit der Vodkaflasche ist er dann nach Rimsting gelaufen, wo seine Frau nach ihrer Trennung im Oktober 2009 lebt. Seine Priener Wohnung hatte das Paar zuvor verloren. "Wir haben beide zuviel getrunken, deswegen wurde uns die Wohnung gekündigt", sagt der Angeklagte aus, der zum Tatzeitpunkt in einem Bistro am Priener Bahnhof als "Mädchen für Alles" arbeitet.

In Rimsting trifft er seine 46-jährige Frau nicht an, sie reagiert nicht auf sein Klingeln und ihr Handy ist ausgeschaltet. Eine Freundin aus einer Nachbarwohnung lässt den Angeklagten schließlich bei sich warten. Am Sonntagmorgen wird er gegen 8.30 Uhr wach und klingelt erneut vergeblich an der Tür seiner Frau. Schließlich sieht er sie auf dem Balkon eines Nachbarn stehen und ruft ihr etwas zu. Der eifersüchtige Ehemann vermutet, dass sie ein Verhältnis mit dem Nachbarn hat. Die Ermittlungen der Polizei ergeben allerdings, dass die beiden wohl anbandelten, aber noch keine sexuelle Beziehung hatten.

"Ich habe gewartet, was hast du die ganze Nacht gemacht?", fragt er sie, als beide in ihrer Wohnung sind. Doch die Frau verbittet sich die Einmischung: Er habe kein Recht zu fragen, soll sie gesagt haben und ihn beleidigt haben. Schließlich gibt sie Beziehungen zu anderen Männern zu.

Im Streit holt der Angeklagte ein Messer aus der Küche. "Ich wollte sie einschüchtern." Als die Drohung nicht wirkt, schlägt er ihr mit der Faust ins Gesicht. Als sie weiterschimpft, hält er sie mit der linken Hand am Hals fest und sticht mit dem Messer auf sie ein. "Es ging alles so schnell", sagt der Angeklagte, hält aber die in der Anklageschrift genannten 14 Stiche für "gut möglich". Seine Behauptung "ich hatte nicht die Absicht, sie zu töten", nimmt er auf die Nachfragen der Richter zurück und gibt den Mord zu.

Nach der blutigen Tat legt er das Messer auf die Brust des Opfers und ruft die Polizei. "Ich habe meine Frau getötet. Da liegt sie", sagt er laut der Aussagen der Beamten in einem gleichgültigen Tonfall. Bei der Verhaftung wehrt er sich nicht und wirkt auch ansonsten "ganz ruhig". Wie ein Alkoholtest zeigt, hat der Angeklagte am Morgen immer noch 1,3 bis 1,4 Promille.

Der pakistanische Staatsbürger kam 2003 als Asylbewerber nach Deutschland, sein Antrag wurde jedoch abgelehnt. Das jüngste von sieben Geschwistern hatte weder eine abschlossene Ausbildung noch Ausweispapiere und wurde anschließend in Deutschland geduldet. Ende 2006 lernt er seine zukünftige Frau kennen, am 7. November 2008 heiraten die beiden. Der Angeklagte sagt aus, dass die Hochzeit der Vorschlag der Frau war, "um eine Abschiebehaft zu vermeiden". Die Polizei erfährt aus dem Bekanntenkreis, dass es jedoch auch eine Liebesbeziehung zwischen den beiden gab. Dennoch folgt die Trennung im Herbst 2009 und der folgenschwere Streit am 6. Dezember.

Es sind drei Verhandlungstage vorgesehen. Die Tochter des Opfers tritt als Nebenklägerin auf. Es werden mehrere Zeugen und Sachverständige gehört. Das Urteil soll am 29. Juni verkündet werden.

Quelle: rosenheim24.de

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