Mordprozess ohne Leiche: Freispruch

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Der wegen Mordes angeklagte Dieter T.

Regensburg - Im sogenannten Regensburger Mordprozess ohne Leiche ist der 59 Jahre alte Angeklagte vom Mordvorwurf freigesprochen worden. Vom Opfer fehlt immer noch jede Spur.

Der Angeklagte wurde am Montag lediglich wegen Unterschlagung und versuchten Computerbetrugs zu einem Jahr Haft verurteilt, wie ein Gerichtssprecher am Abend mitteilte. Ein Mord sei dem Angeklagten nicht nachzuweisen gewesen.

Das Regensburger Landgericht folgte damit im Kern dem Plädoyer der Verteidigung, die den Mordvorwurf ebenfalls nicht für erwiesen hielt. Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass der Angeklagte den 78-jährigen Rentner aus seinem Bekanntenkreis vor rund zwei Jahren ermordet hat. Sie hatte deshalb eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Der Leichnam des Rentners war nie gefunden worden.

Wegen der Unterschlagung von Wertgegenständen des Rentners sei lediglich eine sechsmonatige Haftstrafe angemessen, hatte die Verteidigung argumentiert. Hier hielt das Gericht eine doppelt so hohe Strafe für notwendig. Für die über die einjährige Freiheitsstrafe hinausgehende Untersuchungshaft muss der 59-Jährige entschädigt werden - so setzte es das Gericht in seinem Urteil fest.

Die Anklage war davon ausgegangen, dass der heute 59-Jährige im Mai 2009 den 78-jährigen Straubinger ausgeraubt und umgebracht habe. Nach einem Streit, so sah es die Staatsanwaltschaft, habe er den alten Mann erwürgt oder erdrosselt, dann Bargeld, Gold und Wertgegenstände im Wert von mindestens etwa 15 000 Euro gestohlen und die Leiche beseitigt. Den Mord hatte der 59-Jährige in den Vernehmungen stets bestritten, den Diebstahl von Schmuck des Rentners hatte er hingegen eingeräumt.

Der 59-Jährige war im Juni 2009 verhaftet worden, nachdem die ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY... ungelöst“ über den verschwundenen Rentner berichtet hatte. Damals wurde auch ein Mann gefasst, der mit der Bankkarte des 78-Jährigen im tschechischen Domazlice Geld abheben wollte. Der damals 44 Jahre alte Mann soll die Bankkarte von dem 59-Jährigen erhalten haben.

dpa

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