240 Landwirte besuchten diesjährigen Milchviehtag in Prutting - Expertenvorträge zu aktuellen Themen

Milchvieh-Apps fürs Smartphone

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Prutting - Beim diesjährigen Milchviehtag gab es für Landwirte aus der Region einige Neuerungen zu bewundern. Darunter auch technische Lösungen für optimales Management im Stall.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim hat jetzt zusammen mit dem Traunsteiner Fachzentrum für Milchviehhaltung und den regionalen Verbänden für landwirtschaftliche Fachbildung den diesjährigen Milchviehtag veranstaltet. Dabei ließen sich rund 240 Landwirte umfassend über aktuelle Themen in der Milchviehhaltung informieren.

Eröffnet wurde der Tag von Behördenleiter Wolfgang Hampel. Dem folgte ein Vortrag von Peter Dufter zum Thema "Teures Futter - knappe Flächen", in dem er aufzeigte, wie Milchviehhalter mit Flächenknappheit umgehen können. Wichtig hierbei sei beispielsweise ein richtiges Güllemanagement. Die Verbesserung der Futtereffizienz und die Verringerung der Silierverluste seien zudem ein Gebot der Stunde. Außerdem stellte der Leiter des Traunsteiner Fachzentrums Rinderhaltung die Lebenstagsleistung als neuen Parameter zur Leistungsbeurteilung von Milchkühen vor. Die Kennzahl beschreibe die Wirtschaftlichkeit einer Kuh unter Berücksichtigung von Milchleistung, Erstkalbealter und Nutzungsdauer.

Eine weitere Stellschraube für den Umgang mit knappen Flächen, nämlich die Qualität des Grundfutters, erläuterte im Anschluss Dufters Mitarbeiter Franz Rehrl. Dabei ging dieser zunächst auf die noch viel zu großen Qualitätsunterschiede im Futter ein und erläuterte die Ursachen hierfür. Demnach seien Schnitthöhe, Düngezeitpunkt und Bestandszusammensetzung wichtige Einflussgrößen auf die Qualität des Grundfutters. Rehrl forderte die Bauern auf, ihre Wiesen nicht tiefer als sieben Zentimeter zu mähen, um den Pflanzen nicht zu schaden, "die Stoppel sollen nach dem Mähen grün, nicht weiß sein", war der Tipp des Beraters. Gülle solle sofort nach dem Schnitt auf Grünland ausgebracht werden. Für den Landwirt bedeute dies, dass er das ganze Jahr über Maßnahmen ergreifen könne, um sein Grünland zu verbessern.

Digitale Revolution im Kuhstall

Nach einer Pause stellte der Allgäuer Landwirt Werner Bayrhof verschiedene Managementhilfen für den Milchviehstall vor. Die Palette reiche dabei von Internetportalen und Messeinrichtungen im Stall bis hin zu sogenannten Apps für das Smartphone. Besonders wichtig sei es, dass sich sein Laptop direkt im Geschehen, also im Kuhstall, befinde: "Nur so werden Eintragungen in die Managementprogramme zuverlässig gemacht und Infos über die Herde sind auch schnell abzurufen".

Ludwig Huber von der Landesanstalt für Landwirtschaft rundete mit seinem Vortrag über den Milchmarkt die Veranstaltung ab. Innerhalb Deutschlands, so Huber, sei eine Verlagerung der Milcherzeugung aus Bayern hinaus in Richtung Norddeutschland zu beobachten. Ein Grund hierfür sei unter anderem die geringe Zahl an Stallneubauten in Bayern.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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