Neue Meridian-Expresslinien verbessern Nahverkehrsangebot

Bilanz und Ausblick: Sechs Wochen Meridian

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Kai Müller-Eberstein, Geschäftsführer der BOB
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Rosenheim - Die Bayerische Oberlandbahn wird ihr Angebot an modernen Zügen erweitern und zusätzliche Verbindungen anbieten. Geschäftsführer Müller-Eberstein lobt die Pünktlichkeit der Züge.

Ab Montag, den 3. Februar, wird die Bayerische Oberlandbahn GmbH den Verkehr mit weiteren modernen Zügen im Netz des Meridian ausweiten und das von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bestellte Konzept der Meridian‑Expresslinien umsetzen. Ab diesem Zeitpunkt gelten daher neue Fahrpläne für den Regionalverkehr auf den Strecken von München Hbf über Rosenheim nach Salzburg und Kufstein.

In der Richtung von München nach Rosenheim sollen künftig 41 statt wie bisher 27 Züge pro Woche verkehren. In der Gegenrichtung sollen es sogar 43 Garnituren sein. Bis zum Zielzustand, der am 7. April erreicht werden soll, bedeutet das ebenfalls eine Steigerung der Beförderungskapazität. In der Zeit zwischen 5 und 9 Uhr wolle man künftig bis zu 6500 Fahrgäste von Rosenheim in die Landeshauptstadt bringen können. Ab April dann über 7000 Kunden täglich zur Haupt-Pendler-Zeit. Auf der Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim soll die nächste Phase dann eine Steigerung auf knapp über 2000 Plätze in der Hauptverkehrszeit bringen. Eine leichte Steigerung der Kapazität bis April um 200 bis 300 weitere Fahrgäste sei auch hier zu erwarten.

Kai Müller-Eberstein, der Geschäftsführer der BOB, und auch Dirk Bartels, der Geschäftsführer der Veolia Verkehr entschuldigten sich bei den Kunden und Benutzern des Meridian für den Betriebsstart im Dezember. Man sei anfangs sogar unter den Kapazitäten des Vorgängers geblieben, habe aber zur Zeit den Standard mindestens ausgeglichen. Als Grund für den schlechten Start machte Dirk Bartels hauptsächlich die fehlenden Züge des Typs "Flirt" verantwortlich. Aufgrund der Einzelfertigung der Garnituren, müssten diese dementsprechend auch einzeln zugelassen werden. Die Schuld beim Hersteller Stadler zu suchen, sei aber der falsche Weg. Das langwierige Zulassungsprozedere sei ein herstellerübergreifendes Problem, so Bartels. Nach der Zulassung müssten die Züge dann noch auf die jeweiligen Strecken abgestimmt werden, ein Prozess der zwischen zwei und vier Wochen in Anspruch nehme. Eine Tatsache, die den Einsatz der neuen Züge weiter verzögere. So waren anfangs lediglich sechs der ursprünglich geplanten 20 "Flirts" einsatzbereit. Die Störanfälligkeit der älteren Fahrzeugmodelle, sowie die nicht reibungslos funktionierende Kommunikationskette mit "DB Station & Service" taten dann ihr Übriges, so Müller-Eberstein.

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Die wesentlichen Verbesserungen des neuen Konzeptes sind:

  • Stündliche umsteigefreie Fahrten München – Kufstein mit Stopp an allen Haltepunkten zwischen München Ost und Rosenheim (plus zusätzliche Verstärkerzüge zur Hauptverkehrszeit)
  • Stündliche Fahrten München – Salzburg ohne Halt zwischen München Ost und Rosenheim (plus zusätzliche Verstärkerzüge zur Hauptverkehrszeit)

Mehr Kapazitäten und moderne Züge

Das neue Fahrplankonzept bringt mehr Zugfahrten und Kapazitäten zwischen Rosenheim und München. Zum Einsatz werden moderne Triebzüge des Typs Stadler Flirt kommen. Die momentan noch verkehrenden Züge des Ersatzkonzepts, sollen dann nach und nach ebenfalls ersetzt werden. Die Bayerische Oberlandbahn GmbH geht davon aus, dass bis Ende Frühjahr alle 35 bestellten Neubaufahrzeuge einsatzfähig sind und dann keine Aushilfszüge von anderen Unternehmen mehr benötigt werden.

Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 betreibt die Bayerische Oberlandbahn GmbH unter dem Markennamen Meridian im Auftrag der BEG den Regionalverkehr auf den Strecken von München über Rosenheim nach Salzburg und Kufstein sowie von München über Holzkirchen nach Rosenheim. Dabei kamen verschiedenen Zugtypen zum Einsatz, die teilweise aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen wurden. Eine Situation, die Dirk Bartels im Nachhinein als äußerst schwierig und kompliziert beschreibt. Das Übergangskonzept gestaltete sich sehr anspruchsvoll für Material und Personal, so der Geschäftführer von Veolia Verkehr. Nicht nur, dass die Mitarbeiter kurzfristig in verschieden Garnituren eingearbeitet werden mussten, die bloße Verfügbarkeit der Ersatzzüge sicherzustellen, wäre anfangs eine enorme Herausforderung gewesen. Der Markt für gebrauchte Triebwagen und Wagons sei eher überschaubar gewesen.

Pünktlichkeitsquote bundesweit an der Spitze

Mit der Pünktlichkeit sei man mittlerweile sehr zufrieden, man liege im Bundesvergleich an der Spitze. "In den letzten Wochen lag die Pünktlichkeitsquote unserer Züge durchschnittlich bei fast 95 Prozent“, sagt Kai Müller-Eberstein. Es gäbe jedoch auch Faktoren, auf die der Betreiber keinen Einfluss habe. So befanden sich in den vergangenen Monaten viele Gegenstände wie Bauzäune und Schilder in den Gleisen, die den reibungslosen Betrieb aufhielten. Dirk Bartels ergänzte schließlich, dass derinternationale Güterverkehr und der Fernverkehr Vorrang vor dem Personen-Nahverkehr hätten. Verspätungen dort würden sich somit unmittelbar auf die Pünktlichkeit des Meridian auswirken. Man habe aber nun bereits einen Wert erreicht, der bei anderen Betreibern erst nach 2 bis 3 Jahren umgesetzt werden könne.

Die Fahrplanänderungen ab dem 3. Februar im Detail

Da inzwischen eine ausreichende Zahl an Neufahrzeugen zur Verfügung steht, können die ursprünglich zum Fahrplanwechsel geplanten Verbesserungen schrittweise umgesetzt werden.

München – Kufstein:

Stündliche umsteigefreie Züge mit Halt an allen Stationen zwischen München Ost und Rosenheim Zusätzlicher Zug ab Kufstein um 07:31 Uhr Alle Züge verkehren bis München Hbf

München – Salzburg:

Stündliche Züge ohne Halt zwischen München Ost und Rosenheim Spätzug ab Salzburg um 23:00 Uhr täglich bis München Hbf

Rosenheim – Traunstein:

Mo – Do: Neuer Zug ab Rosenheim um 16:12 Uhr Fr: Neuer Zug ab Rosenheim um 18:12 Uhr

Traunstein – München:

Mo – Fr: Neue Züge ab Traunstein um 06:01, 09:05 und 17:05 Uhr

München – Rosenheim:

Mo – Fr: Ab München verkehren insgesamt 41 statt 27 Züge. Mo – Fr zwischen 15:00 und 19:00 Uhr: Ab München verkehren 14 statt bisher elf Züge. Die zusätzlichen Züge verkehren neu ab München um 15:29 Uhr (Mo – Do), 16:44 Uhr (Mo – Fr), 17:29 Uhr (Fr) und 18:55 Uhr.

Rosenheim - München:

Mo – Fr zwischen 05:00 und 09:00 Uhr: Ab Rosenheim verkehren 13 statt zehn Züge. Die zusätzlichen Züge verkehren neu ab Rosenheim um 5:32, 6:44 und 8:29 Uhr.

Holzkirchen – Rosenheim:

Erhöhung der Kapazitäten durch verlängerte Züge in der Hauptverkehrszeit in beiden Richtungen.

Letzte Änderungen im Frühling

Die nächste Fahrplanänderung stehe dann am 7. April an. Danach wolle man keine Änderungen mehr bis 15. Dezember vornehmen, lediglich ausgesuchte, vorhandenen Züge sollen durch die Dreifach-Traktions-Variante des "Flirt" ersetzen. Diese Garnituren befänden sich zur Zeit noch in der Fertigung und Zulassung, der Hersteller sei jedoch zuversichtlich hier eine Genemigung bis spätestens Ende März in den Händen zu halten, so Bartels. Aufgrund der Baustellensituation auf den Strecken des Meridian könne es ab April zu leichten Verschiebungen in den Abfahrtszeiten kommen, diese sollen sich jedoch im Bereich von wenigen Minuten bewegen. In Sachen Jobtickets sei man ebenfalls zuversichtlich, in diesem Jahr eine Einigung bezüglich der Gültigkeit auch nach dem Dezember 2014 mit der DB zu erreichen. 

Auch im Bereich Personal habe sich zudem sehr viel getan, so Bartels. So werden nun zum Beispiel Mentoren eingesetzt, um das vorhandene Personal speziell und vor allem gezielt und einzeln zu schulen. Die beiden Geschäftsführer bedankten sich weiter bei ihren 180 Mitarbeitern , die "die Mühen der letzten Wochen ertragen und einen tollen Job geleistet" hätten. 

Quelle: Pressemitteilung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH

Quelle: rosenheim24.de

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