Menschenhandel in Zirkus aus Mittelfranken?

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Nürnberg/Ansbach - Die Staatsanwaltschaft Ansbach wirft einem zur Zeit in Nürnberg gastierenden Zirkus Menschenhandel vor.

Das Zirkusunternehmen habe knapp vier Dutzend Arbeiter und Artisten aus Osteuropa und Nordafrika unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt. Am Ende sei ihnen selbst das versprochene karge Monatsgehalt von etwa 800 Euro vorenthalten worden, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Karl am Freitag mit. “Der Zirkus hat seine Mitarbeiter regelrecht ausgebeutet“, fügte er hinzu und bestätigte damit einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Freitag).

Zudem habe der in Mittelfranken beheimatete Zirkus den Sozialkassen jahrelang Sozialbeiträge vorenthalten. Dadurch seien die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherungen um einen Betrag von rund 700 000 Euro geprellt worden, berichtete der Staatsanwalt. Von der Zirkusführung selbst war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. In dem Zeitungsbericht wurden die Vorwürfe von dem Zirkus zurückgewiesen.

Die Ermittler haben laut Karl Hinweise, dass der Zirkus solche Art von Ausbeutung bereits seit den Jahren 2006 oder 2007 betrieben hat. Bei einer Razzia hätten Polizeibeamte Akten und anderes Beweismaterial sichergestellt. Der größte Teil der aktuell 44 Zirkusbeschäftigten sei bereits vernommen. Die Vernehmung gestalte sich allerdings schwierig, weil die zumeist aus Rumänien und Polen stammenden Zeugen kaum Deutsch sprächen. Einige Zirkusarbeiter und Artisten seien auch aus Polen, Spanien und Marokko angeworben worden. Im Schnitt habe der Zirkus 30 bis 50 schlecht oder unterbezahlte Ausländer beschäftigt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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