Video: Bestürzung und Verständnis in Marktl

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Region – Nach der Ankündigung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. ist das Verständnis dafür in seinem Geburtsort und in der Region groß. Die Statements:

Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl:

Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl

"Die Nachricht, dass Papst Benedikt XVI. sein Amt niederlegen will, hat mich und die gesamte Welt sehr überrascht. Ich bin berührt. Meine erste Sorge gilt seiner Gesundheit. Dieses verantwortungsvolle Amt zehrt durch seine täglichen Belastungen enorm an den Kräften. Gleichzeitig bin ich tief beeindruckt von diesem Maß an menschlicher Größe. Diese Ankündigung muss Papst Benedikt XVI. außerordentlich viel Mut abverlangt haben.

Dem Kreistag bin ich dankbar für den Beschluss, ihm den Goldenen Ehrenring des Landkreises Traunstein zu verleihen. Die Übergabe dieser Auszeichnung am 30. Juli 2011 in Castel Gandolfo war für alle, die dabei waren, ein bewegendes und bestimmt auch unauslöschliches Erlebnis. Nie werde ich seine damaligen Worte vergessen: „Ich bin glücklich und dankbar über meine schöne Heimat und über diesen wundervollen Abend, den Sie mir schenken. Vergelt´s Gott! Ihnen, lieber Herr Landrat, danke ich ganz herzlich für Ihre von Herzen kommenden Worte. Sie kamen von Herzen und sind mir zu Herzen gegangen...“.

Wir alle haben dabei deutlich gespürt, dass Papst Benedikt XVI. ein Bayer geblieben ist, der seine Heimat liebt. Seiner Entscheidung sollten wir mit größtem Respekt begegnen. Ich wünsche ihm für die Zukunft vor allem Gesundheit und Gottes Segen." - Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Medienrummel in Marktl nach Bekanntgabe des Rücktritts:

Medienrummel im Geburtsort des Papstes

Wilhelm Schraml, emeritierter Bischof von Passau:

Nicht nur die Bürgermeister der Geburts- und Heimatorte, Marktl und Traunstein, waren von der Nachricht des Papst-Rücktrittes überrascht. Auch der emeritierte Bischof von Passau, Wilhelm Schraml, war nicht informiert. Innsalzach24 traf ihn während eines Besuches der Stadt Altötting zum 21. Welttag der Kranken. Zum Rücktritt des Papstes Benedikt XVI. sagt er: „Es ist eine Reaktion gewesen, die einen nicht nur betroffen gemacht hat. Jetzt müssen wir beten, um einen guten neuen Papst zu bekommen!“

Der emeritierte Bischof von Passau Wilhelm Schraml

Zu den Gründen des Rücktritts konnte Schraml nichts nennen. Auf Nachfrage sagte er: „Jetzt eine Vermutung anzustellen, wäre der Würde dieses großartigen Mannes völlig ungerecht.Man muss tiefsten Respekt haben, denn so eine Entscheidung ist nicht aus dem Ärmel heraus getroffen, dann wäre sie ärmlich!“ 

Bürgermeisters von Marktl am Inn:

In dem Augenblick in dem die Medien über den Rücktritt des 85-Jährigen berichteten, erfährt auch der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Marktl am Inn davon. Wie Hubert Gschwendtner im Interview mit innsalzach24.de sagte, sei er überrascht, habe allerdings Verständnis:„Den genauen Grund weiß ich nicht, aber aufgrund des hohen Alters und der extrem hohen Belastung die er ja täglich hat, kann ich es schon verstehen, dass er zurücktritt!“

Papst-Geburtshaus in Marktl am Inn

Andererseits bedaure er den Rücktritt des Papstes, der mit bürgerlichem Namen Joseph Aloisius Ratzinger heißt. „Er hatte ein sehr gutes Pontifikat und startete auch immer wieder den Versuch von Friedensinititaiven“, erklärt Gschwendtner.

Für die Gemeinde befürchtet er keinen größeren Verlust. Jährlich pilgern rund 100.000 Menschen nach Marktl am Inn. „Diese werden auch nach dem Rücktritt noch zu uns kommen, weil er ja hier geboren wurde und die Gemeinde dadurch einen hohen Stellenwert hat“, so der Bürgermeister abschließend.

Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke:

Während das Oberhaupt der Katholischen Kirche in Marktl geboren wurde, verbrachte er in der Kreisstadt Traunstein seine Jugendjahre. Dort lebte er mit seinen Eltern am Stadtrand und verbrachte viel Zeit in seiner Primiz-Kirche St. Oswald.

Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke

Für den Oberbürgermeister von Traunstein, Manfred Kösterke, kam der Rücktritt zum richtigen Zeitpunkt. „Meines Erachtens passt der Rücktritt zu diesem Zeitpunkt sehr gut. Der Papst ist ja doch ein sehr reflektierter Mensch. Wenn er sich also nicht mehr in der Lage sieht die volle Arbeitskraft zu bringen, dann ist es folgerichtig zurückzutreten“, erklärt Kösterke. Papst Benedikt habe schon immer das Wohl der Kirche im Auge gehabt und seine Person nicht am Wichtigsten genommen, so der Oberbürgermeister weiter.

Doch nicht nur das Wohl der Kirche, auch seine Heimat liege Ratzinger am Herzen. „Ich habe ihn dreimal im Rom getroffen und er war seiner Heimat, der Stadt Traunstein, immer sehr zugetan, so wie es auch viele Traunsteiner immer noch sind. Ich hoffe, dass er noch Gelegenheit haben wird, seinen Heimatort noch einmal wiederzusehen“, sagt Kösterke.

"Fragen an mich": Der Papst antwortet den Gläubigen

Papst Benedikts Wirken in Bildern

Doch nicht nur ein Wiedersehen soll es geben wenn es nach dem Oberbürgermeister von Traunstein geht: „Ich denke schon, dass es ihn in die Region zurückzieht. Er wollte früher schon bevor ihn der Ruf des Heiligen Stuhls ereilte, nach Bayern zurück und seinen Lebensabend mit dem Schreiben von Büchern verbringen. Es wäre schön, wenn er seine letzte Lebenszeit in Traunstein verbringen würde!“

Katrin Marie Röber

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © pa

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