Es prallte gegen eine Mauer

Feuerwehrmann (20) stirbt in Löschfahrzeug - Gaffer: „Ich hau' dir eine aufs Maul!“

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Das Feuerwehrauto kippte gegen eine Wand.

Zwei Feuerwehrler sind am Dienstag mit einem Löschfahrzeug verunglückt. Es prallte gegen eine Mauer. Ein junger Mann (20) starb. Jetzt ist schreckliche Gewissheit, wer den Wagen lenkte. Und es wurde bekannt, dass sich ein Gaffer daneben benahm.

Coburg - Bei einem Unfall mit einem Feuerwehrauto ist in Oberfranken ein 20 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Der junge Mann hatte in Coburg auf dem Beifahrersitz des 18 Tonnen schweren Löschfahrzeugs gesessen, wie die Polizei mitteilte. Er wurde im Führerhaus eingeklemmt, als der Wagen am Montagabend von der Straße abkam, gegen eine Mauer prallte und nach rechts kippte. Der 47 Jahre alte Fahrer hatte zuvor die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Er war ersten Erkenntnissen zufolge zu schnell nach links abgebogen.

Fahrer war Vater des jungen Mannes

Jetzt stellt sich heraus: Der Fahrer war der Vater des jungen Mannes. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Rettungskräfte konnten ihren jungen Kollegen schwer verletzt befreien - er starb aber wenig später im Rettungswagen. Sein Vater wurde leicht verletzt und erlitt einen Schock. Wegen des Traumas war er zunächst nicht vernehmungsfähig, hieß es in der Nacht zu Dienstag.

Gaffer störten die Arbeiten der Rettungskräfte nach Angaben der Polizei. Ein 43-Jähriger und sein 15 Jahre alter Sohn seien in den abgesperrten Bereich an der Unfallstelle gegangen und hätten mit einem Smartphone Videos machen wollen. Ein Feuerwehrmann habe die beiden daraufhin gebeten, nicht zu filmen und wegzugehen.

Gaffer wird ausfällig

Laut Polizei griff der 43-Jährige den ehrenamtlichen Feuerwehrmann verbal an und drohte: „Ich hau' dir eine aufs Maul!“ Nun versuchten Vater und Sohn, von der anderen Straßenseite aus, Aufnahmen vom Unfallort zu bekommen. Als eine Polizeistreife kam, wollten sich die beiden zunächst nicht ausweisen und mussten deshalb mit auf die Dienststelle. Gegen den 43-Jährigen ermittelt nun die Polizei wegen Nötigung, Beleidigung und möglicher unterlassener Hilfeleistung.

Der Unfall hatte sich nicht während eines Einsatzes ereignet, sondern bei einer sogenannten Bewegungsfahrt. Dabei werden die Feuerwehrautos „bewegt“, etwa um zu testen, ob die Technik an Bord einwandfrei funktioniert. Ein Sachverständiger unterstützte die Polizei bei der Klärung der Unfallursache. Am Feuerwehrauto entstand ein Schaden von etwa 250 000 Euro. Es musste mit einem Kran abgeschleppt werden. Die Unfallstelle blieb für mehrere Stunden gesperrt.

„Wir verlieren einen verlässlichen Kameraden und auch einen guten Freund“, betonte Stadtbrandrat Ingolf Stökl. Auch Coburgs dritter Bürgermeister Thomas Nowak, der kurz nach dem Unfall am Ort des Geschehens war, zeigte sich tief betroffen. Er ordnete für die kommenden drei Tage Trauerbeflaggung an allen Verwaltungs- und Feuerwehrgebäuden der Stadt an. Zudem wurde der „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr im September abgesagt.

Freche Gaffer keine Seltenheit

Gaffer, die ausfällig werden, sind derzeit leider keine Seltenheit. Ein unbekannter Mann hatte am Sonntag am Rheinufer in Remagen die Landung eines Rettungshubschraubers und Behandlung einer hilfsbedürftigen Person behindert, weil er das Geschehen filmte. Später beleidigte er den Piloten.

dpa

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