Lösung für A8-Ausbau bei Neukirchen

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Wolfgang Wüst von der Autobahndirektion Südbayern klärt Teisendorfer über den bisher geplanten Ausbau der A8 bei Neukirchen auf.

Teisendorf - Während im April in Anger noch heftig um die Ausbauvarianten der Autobahn 8 diskutiert worden ist, scheint zumindest die mögliche Trasse in Teisendorf klar.

Auch wenn noch drei Varianten zur Debatte stehen, haben sich sowohl die Marktgemeinde, als auch die Autobahndirektion Südbayern offenbar für eine geschlossene Troglage bei Neukirchen über 600 Meter ausgesprochen. Dann würde zwar die Ausfahrt Neukirchen in Richtung Westen verschoben, aber diese Variante - Kostenpunkt: 96 Millionen Euro - würde einige Lärmschutzwände und -wälle ersparen und die Situation für Anwohner erleichtern.

Genau die sind am Donnerstagabend in den Poststall nach Teisendorf gekommen, um mit Wolfgang Wüst, Abteilungsleiter für Planung bei der Autobahndirektion, und Bürgermeister Franz Schießl über die Pläne für Teisendorf zu diskutieren. Die Diskussion lief überraschend ruhig ab.

Teisendorfer stört - genau wie Bürger der Gemeinde Anger - der enorme Fläschenverbrauch, den der Ausbau der A8 mit sich führt. Bürgermeister Franz Schießl sicherte aber vor allem den Nebenerwerbslandwirten Ausgleichsflächen für ihren Grund an der Autobahn zu. "Wenn Sie jemanden kennen, der Flächen im Bereich der Autobahn als Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen würde, sagen Sie uns Bescheid", betonte auch Wolfgang Wüst. "Wir sind bereit, in Grundstücksverhandlungen zu treten."

Die Grundstücksverhandlungen mit den direkt Betroffenen an der Autobahn finden dagegen noch nicht statt. "Zuerst müssen wir wissen, wie die konkrete Planung aussieht", sagt Wolfgang Wüst. "Dann können wir mit Anwohnern und Grundstückseigentümern verhandeln." Es gebe auch schon erste Gespräche, gab der Abteilungsleiter zu, aber momentan könne man noch nicht konkret sagen, wer wirklich betroffen sei.

Von Bürgermeister Franz Schießl forderten die Anwesenden eine klare Stellungnahme.

Betroffen zeigten sich einige Teisendorfer von der Planung einer möglichen zusätzlichen Autobahnausfahrt bei Freidling. "In einem Gutachten ist lediglich geprüft worden, ob das sinnvoll wäre", erklärte Franz Schießl. "Alles weitere wird sich erst zeigen." Weder die Gemeinde noch die Autobahndirektion wollten sich konkret auf ein Ja oder Nein festlegen. Die Möglichkeit besteht, war alles, was zu diesem Thema gesagt wurde.

Manfred Rudholzer äußerte daraufhin seinen Unmut, dass immer nur auf Gutachten verwiesen werde. Die Gemeinde solle Stellung nehmen, was sie für die ideale Lösung halte. Daraufhin konnte der Bürgermeister nur antworten, dass die Gemeinde in diesem Fall keine Entscheidungen treffen könne. Diese trifft das Bundesverkehrsministerium. Alles, was in den Gemeinden und Planungsdialogen diskutiert wird, ist letztlich eine Empfehlung nach Berlin. "Kein Mensch weiß, ob es in 40 Jahren eine Autobahnausfahrt Freidling gibt", schloß Franz Schießl.

Und auch wann der Autobahnausbau wirklich kommt, scheint in den Sternen zu stehen. Der Planungsdialog soll zwar in diesem Jahr abgeschlossen werden, aber darauf folgen Planfeststellungsverfahren und ähnliche behördliche Schritte, die durch Gerichtsverhandlungen noch verzögert werden könnten, so die Ausführungen von Wolfgang Wüst. Bis zu einer sechsspurigen A8 mit Standstreifen wird es noch ein sehr langer Weg.

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

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