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Panikmache oder notwendig: Flyer der Stadt Rosenheim spaltet

Leser-Diskussion: „Bin dem OB dankbar“ und „kommt bald ein Flyer über Tsunami aus dem Inn?“

Manuel Padrevecchi aus Rosenheim und der Flyer der Stadt Rosenheim.
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Manuel Padrevecchi aus Rosenheim und der Flyer der Stadt Rosenheim.

Kleine Broschüre - große Aufregung: Als die Stadt Rosenheim vergangene Woche einen Flyer an alle Haushalte verteilen ließ, über Verhalten und Vorbereitung auf einen möglichen Blackout, haben die Verantwortlichen wohl nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet. Auch überregional wurde über das Vorgehen berichtet. Dabei gehen die Meinungen sehr weit auseinander: die einen machen der Stadt den Vorwurf der Panikmache. Doch andere Stimmen werden laut, die die Aufregung nicht verstehen können.

Es sollte lediglich eine Hilfestellung sein, eine kleine Anleitung was passiert, wenn es zu einem sogenannten Blackout kommt, wie man sich schon jetzt darauf vorbereiten kann und an wen sich die Bürger in diesem Ausnahmefall wenden können. Der Aufschrei war dennoch groß: „Panikmache“ warfen viele dem Oberbürgermeister vor, von „Verunsicherung“ war die Rede.

„Die städtische Verwaltung will mit dieser Handreichung keinesfalls Panik erzeugen“, teilte Oberbürgermeister März in einem Brief mit, der samt der Broschüre in den Briefkästen der Bürger gelandet ist. Vielmehr sei es ihm ein Anliegen, die Bürger mit „hilfreichen Informationen für den Fall einer solchen Krisensituation zu unterstützen“. Dennoch war die Folge kurz darauf sichtbar: Baumärkte der Region berichteten auf einen Ansturm vor allem auf Gaskartuschen.

Also doch Panikmache? Unsere Leser sind geteilter Meinung. Viele regen sich tatsächlich auf und reden von Verunsicherung vor allem bei älteren Menschen, die auch schon einen Krieg miterlebt haben. Doch es gibt auch Stimmen, die Oberbürgermeister Andreas März dankbar sind und generell die Aufregung nicht verstehen, gut ein Drittel aller Zuschriften haben das Vorgehen der Stadt-Oberhäupter ausdrücklich gelobt. Ein Auszug:

Das sind Eure Leserbriefe:

Manuel Padrevecchi aus der Stadt Rosenheim

Leser Manuel Padrevecchi

Ich habe absolut kein Verständnis für diese Aufregung! Man kann überall etwas negatives sehen. Allerdings finde ich, man sollte sich lieber Fragen, was kann ich positives darin sehen? Denn ich frage mich, was ist die Alternative?  Keine Informationen? Keine Vorbereitung auf ein durchaus realistisches Szenario?  Dank unserer Bundesregierung und vor allem dem grünen Einfluss, dem damit verbundenen, erzwungenen Atomausstieg zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, ist dieses Szenario leider durchaus im Bereich des möglichen.  Sollte das Szenario eintreffen und es hätte vorab keine Informationen geben, wie sähe die Situation dann aus?  Entweder man spricht vorher von Panikmache oder wenn es zu spät ist vom Versagen der Stadt. Deshalb stehe ich zu 100% hinter der Stadt und Oberbürgermeister März und bin sehr dankbar, dass den Bürgern von Rosenheim und mir rechtzeitig Informationen zur Verfügung gestellt wurden! 

Einhard Frhr. v. Kapherr

Ein Provinzfürst will sich wohl profilieren. Meine 83 jährige Schwiegermutter konnte vor Angstzustände nicht mehr schlafen. Man sollte vor solchen Aktionen erst einmal Fachleute konsultieren und dann Absprachen mit der Landesregierung suchen und keine Schnellschuss-Produkte. Für mich und viele Freunde von mir ist dieser „Volksvertreter“ nicht mehr wählbar.

Cornelia Steph

Leserin Cornelia Steph

Ich halte es für sinnvoll die Bevölkerung erstmal zu beruhigen und mitzuteilen, wie sich Stadt-und Landkreis sowie das Land Bayern auf einen (eher unwahrscheinlichen) Blackout vorbereiten. Wie zum Beispiel Wasser- und Lebensmittel verteilt werden, wo man Hilfe bekommen kann und was man selbst tun kann.

J.S. aus Landkreis Altötting

Schade, daß die Stadt Rosenheim so angegriffen wird. Sollte ein Blackout eintreten, werden alle rufen: warum hat uns keiner darauf vorbereitet!!

Anonym

Es steht auch darin dass man seine Medikamente aufstocken soll. Ich bekomme von meinen Insulin aber nur eine einzige Packung mit 8 Ampullen, selbst mit dem Flyer in der Hand weigert sich der Arzt bzw. die Sprechstundenhilfe. Der Grund ist, dass sie nach meinem Einheiten-Plan gehen und es somit 6 Wochen reicht. Mehr schreiben sie nicht auf, da ich es ja verkaufen könnte. Man bekommt Tipps die gar nicht umsetzbar sind oder die man schon umgesetzt hat . Also total sinnlos. Wenn jetzt das Timing schlecht ist, vom Blackout, stehe ich Notfall mit der letzten Insulin Ampulle und 2 kleinen Kindern Zuhause und kann kein neues holen. Der Arzt kann ohne Strom keine Rezepte ausstellen und selbst wenn ich 170€ hätte um es in der Apotheke bar zu bezahlen ist bei denen die Kühlung außer Betrieb und es dürfte nicht mehr verkauft werden . 

Julian F. ,Prien am Chiemsee

Ich finde es von der Stadt Rosenheim richtig ihre Bürger über die Möglichkeiten eines kommenden Blackouts zu informieren. Ich selbst schätze die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ernstfall zwar unter 10% ein, dennoch ist die Gefahr realistisch und die Folge wäre drastisch. Erst zu handeln wenn es entweder kurz vor knapp steht oder wir bereits eine Blackout haben, ist leider in diesem Szenario keine Möglichkeit. Besser etwas haben und nicht brauchen als etwas brauchen und nicht haben. Und beim Einkaufen mal 1-2 Kästen Wasser und einige Dosen essen extra mit einzukaufen sehe ich selbst als nicht so schlimm, Dosenravioli und Wasser halten ja bekanntlich ewig und würden sich auch so mal wieder aufbrauchen.

Hans-Peter Weih

Und als nächstes kommt der Flyer über einen bevorstehenden Atomkrieg, oder Vulkanausbruch oder bevorstehender Tsunami aus dem Inn, oder ein bevorstehendes Erdbeben!! Ängste schüren ist nicht das Los der Stunde. Es gibt labile Menschen die mit so einem aus der Hüfte geschossenen Flyer erst Recht Panik entwickeln. Wir leben nicht in Bangladesch mit maroder Infrastruktur!!! Das ist pure Dorfpolitik von einem profilierungssüchtigen Amateur Politiker….fehlen mir die Worte Wenn ich mir in der freien Wirtschaft einen derartigen Fauxpas leisten würde, wäre ich am nächsten Tag meinen Job los !!! Geht‘s noch !!!!

Dagmar Irger aus Flintsbach

Leserin Dagmar Irger

Ich verstehe diesen Alleingang nicht. Er macht Angst und die Hamsterkäufe werden jetzt wieder immens.
Ist unserem OB bewusst, dass es auch alte Leute gibt, die schon einmal einen Krieg mitgemacht haben? Er hat mit dem Flyer genau das Gegenteil erreicht. Nämlich Angst und Panik zu verbreiten. 

Eva -Maria Kobus aus Rosenheim

Richtig durchdacht ist dieser Flyer nun wirklich nicht und geht am echten Leben vorbei! Die Verantwortlichen sollten einmal ganz überraschend drei Tage ohne Wasser und Strom in ihrer Wohnung verbringen müssen, hoffentlich haben sie gut vorgesorgt und für das Nötige auch ein Dixyklo im Vorgarten! Dann würden bestimmt einige Änderungen im Flyer vorgenommen werden!  

Aber ich frage mich, weshalb das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Seit 1.September gibt es eine Energiesparverordnung. Da sollen unter anderem Firmenbesitzer ab 22 Uhr auf die beleuchteten Reklameschilder verzichten. Doch halten sich nur wenige dran - wozu auch - Strom kommt aus der Steckdose! Apotheke und Bank nebenan schalten ihre Leuchtschilder tagtäglich um 0.30 Uhr ab und um 5.00 Uhr schon wieder an.  Die absolute Stromverschwendung betreibt das neue „Kaufland“ an der Kufsteiner Straße! Die Parkdecks werden mit unwahrscheinlich vielen Flutlichtstrahlern 24 STUNDEN lang durchgehend beleuchtet . Auch die Panoramakreuzung und die Anwohner der Happinger Straße profitieren noch davon!  Meine Vorsprache dort und auch in der Apotheke haben NICHTS gebracht. 
Dies sind nur zwei Beispiele, ein nächtlicher Gang durch die Innenstadt zeigt viele Stromsünder auf ! Somit wäre ein Flyer mit Hinweisen und Empfehlungen zum STROMSPAREN doch eher sinnvoll gewesen!   Aber ändern werden wir Schreiberlinge nichts. Man kann nur hoffen, dass es genügend vernünftige Energiesparer gibt, die nicht erst abwarten , bis das Kind in den Brunnen fällt ! ! !

Welcher Meinung seid Ihr?

Die Diskussionen gehen auseinander: Glaubt Ihr, dass es zu einem großflächigen Blackout kommen könnte und wenn ja, bereitet Ihr euch tatsächlich darauf vor? Hat die Stadt Rosenheim also Recht und lieber vorher informiert, damit man sich nachher nichts vorwerfen lassen muss? Schreibt uns Eure Gedanken und Meinung zum Thema an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort Blackout) Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

si

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