Augenzeuge: "Ich habe Müller gefunden"

+
Tatort, Fundort und Wohnort.

Rosenheim - Der Leichnam, den Hausmeister Ruzhdi Zhabari am Dienstagabend in einem Schuppen gefunden hat, ist der von Franz Müller. Der Hausmeister berichtet. **NEU: Bilder von Müllers Wohnort**

"Es hat brutal gestunken", sagt Ruzhdi Zhabari (41) am Mittwochmorgen unserem Reporter. Eigentlich wollte er nur ein Regal in den jahrelang unbetretenen Schuppen in der Äußeren Münchener Straße bringen, da schlug ihm ein furchtbarer Geruch entgegen. Er steckte den Kopf durch die Tür und sah die Beine eines Mannes, die von einem Balken baumelten. Zhabari rief sofort die Polizei.

Hier sehen Sie das Video zum Leichenfund

Der Hausmeister hat die Leiche des seit rund drei Wochen gesuchten Franz Müller gefunden.

Die Polizei geht laut Winkler davon aus, dass der Selbstmord "nicht erst gestern, aber auch nicht gleich nach der Tat" stattgefunden hat.

Diese Aussage passt zu den anfänglichen Handy-Ortungen: Die letzte Ortung hatte am 3. September stattgefunden. Fragen zur Ermittlungstaktik wollte Martin Winkler aber momentan nicht beantworten. Dazu gehört auch die Handy-Ortung.

Die Entfernung von Franz Müllers Wohnhaus zum Tatort und zum Fundort der Leiche

Das Wohnhaus von Franz Müller

Ein anderer Anwohner erzählt, ihm sei vor zwei Tagen ein strenger Geruch aufgefallen, als er Papier in den Container werfen wollte - die Papier-Container stehen neben dem Schuppen. Der Mann habe sich aber weiter nichts dabei gedacht. Er konnte den Geruch nicht einordnen.

Die auffällige Tätowierung in Form einer Würfel-Fünf habe laut Winkler beim Leichenfund keine Rolle gespielt: "Das wurde nicht thematisiert." Anhand des Tattoos wurde der Leichnam nicht identifiziert.

Der Hof in der Äußeren Münchener Straße, in dem der Schuppen steht, bleibt noch für mehrere Stunden abgesperrt. Spurensicherung und Kripo sind vor Ort.

Ro24/df

Lesen Sie hier die aktuelle Darstellung der Polizei zur Fahndung im Fall Müller:

"Am Dienstagabend, 21.09.10, wurde in Rosenheim der seit drei Wochen gesuchte mutmaßliche Doppelmörder Franz Müller tot aufgefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Mann Suizid begangen.

Gegen 18 Uhr informierte der Hausmeister eines Wohnanwesens an der Äußeren Münchner Straße die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd über einen Leichenfund. Nachdem er seit etwa zwei Tagen etwas strenge Gerüche aus einem Schuppenabteil hinter einem Mehrfamilienhaus wahrgenommen hatte, ging er der Ursache schließlich nach und stieß auf den Toten.

Die alarmierte Polizeistreife fand an der Örtlichkeit eine männliche Person vor, die offensichtlich Suizid durch Erhängen begangen hatte. Dem Anschein nach war der Mann bereits seit mehreren Tagen tot. Erste Vermutungen, dass es sich um den gesuchten Franz Müller handeln könnte, bestätigten sich zwischenzeitlich. Noch vor Abschluss einer gerichtsmedizinischen Untersuchung am Mittwoch gelang es, Fingerabdrücke des Toten mit Vergleichsabdrücken von Franz Müller auszuwerten. Die Identität der Leiche ist damit nachgewiesen.

Lesen Sie dazu auch:

Eine beispiellose Tragödie

Ehe-Hölle endet mit Tragödie

So verlief die Fahndung bislang

Neue Hinweise dank "Aktenzeichen XY"

"Aktenzeichen XY" sucht Müller

"Jeder Hinweis kann von Bedeutung sein"

Neue Bilder und 10.000 Euro Belohnung

Franz Müller seit drei Wochen tot?

Fand Hausmeister die Leiche von Franz Müller?

Verschiedene Faktoren sprechen dafür, dass sich Müller für mehrere Tage dort versteckt gehalten hat. Er hatte sich in dem vom Besitzer seit einiger Zeit nicht genutzten, bzw. aufgesuchten Schuppenabteil leidlich eingerichtet und sich dabei z.B. eine provisorische Liegestätte hergerichtet. Von besonderer Bedeutung ist ein von Müller handschriftlich verfasster Abschiedsbrief, den er bei der Auffindung bei sich trug. Dieser Brief ist an eine Tochter gerichtet und datiert auf den 5. September, also knapp eine Woche nach der Tat. Obwohl im Inhalt nicht explizit auf die Gewalttat eingegangen wird, kündigt der Mann seinen Freitod „in einigen Tagen“ an. Bisher steht aber nicht fest, wann er tatsächlich verstorben ist. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Gesuchte bei den vielen möglichen Sichtungen, die von der Bevölkerung gemeldet wurden, tatsächlich auch einige Male dabei war. Die jeweils sofort eingeleiteten Suchmaßnahmen, teilweise mit bis zu 200 Einsatzkräften, brachten jedoch keinen Erfolg.

Im Laufe der dreiwöchigen Fahndung wurden eine Vielzahl von Örtlichkeiten abgesucht, darunter Waldstücke, Freigelände, Schrebergärten, Flussläufe, bekanntermaßen leerstehende Gebäude und andere Versteckmöglichkeiten. Zu dem in Tatortnähe befindlichen Mehrparteienhaus des Leichenfundortes mit zugehörigen Schuppenabteilen gab es bisher keinen Hinweis oder Anlass, der die flächendeckende Durchsuchung von Privaträumen gerechtfertigt hätte.

Nachdem die Identität des Toten jetzt feststeht, werden die Fahndungsmaßnahmen eingestellt. Die Soko Hochgern bleibt jedoch vorerst mit reduziertem Personalaufwand weiterhin bestehen. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei gehen weiter. Die Auswertung der vielen gesicherten Spuren ist noch nicht abgeschlossen. Auch gilt es noch, eine Vielzahl von Hinweisen außerhalb von aktuellem möglichen Sichtungen abzuarbeiten. Aufgrund des bisherigen Ermittlungsstandes ist davon auszugehen, dass Franz Müller seine Ex-Frau und seinen dreijährigen Sohn tatsächlich gewaltsam getötet hat.

Weiterhin ist die Soko Hochgern sehr interessiert an Aufenthaltsorten und Verhaltensweisen des Müller vor der Tat. Auch weitere Personen, die ihn von früher her kennen, werden darum gebeten, sich zu melden.

Hinweise bitte unter Telefon 08031 / 200-0 an die Soko Hochgern.

Die Ermittlungsbehörden bedanken sich bei der Bevölkerung für die vielen Hinweise und für die Geduld, die für die vielen aufsehenerregenden Polizeieinsätzen in Rosenheim und Umgebung aufgebracht wurde."

Original Pressebericht Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Der Fundort am Tag danach:

Der Fundort am Tag danach

Der Leichenfund am Dienstagabend:

Leichenfund am Dienstagabend

Leichenfund in der Äußeren Münchener Straße

Der Fall Müller - eine Chronologie:

Der Fall Müller - eine Chronologie

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser