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Lawinen-Krimi am Wildalpjoch

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Die abgegangene Lawine am Wildalpjoch.

Brannenburg - Das Schlimmste wurde befürchtet: Nördlich des Skigebiets Sudelfeld ist am Mittwoch eine große Lawine abgegangen - zwei Skispuren führten direkt in den Lawinenhang!

Die Polizeimeldung

Gegen 9 Uhr am Mittwochvormittag ist eine Lawine am Wildalpjoch im Wendelsteingebiet abgegangen. Auf einer Länge von rund 80 Metern ist der Schnee bis zum Grund abgerutscht. Zunächst gingen die Rettungskräfte davon aus, dass die Lawine Personen verschüttet hatte, da zwei Skispuren in das Lawinengebiet führten und es in der Nacht zuvor rund acht Zentimeter geschneit hatte.

Bilder vom Lawinenabgang und vom Rettungseinsatz:

Lawinenabgang am Sudelfeld

Lawinenabgang: Großaufgebot an Rettungskräften

Gefahr für Rettungskräfte

Umgehend startete nach der Meldung des Lawinenabgangs der Rettungseinsatz. Ein Polizei- sowie ein Rettungshubschrauber flogen die Einsatzkräfte zum Lawinengebiet. Für die Rettungskräfte bestand aber erhebliche Gefahr, denn es drohten weitere Lawinenabgänge, weshalb zunächst auch eine Sprengung des Schneebretts angedacht war.

Service:

Die Sprengung wurde allerdings hinfällig, denn um 13 Uhr gab die Polizei Entwarnung und der Rettungseinsatz wurde abgebrochen. Grund hierfür war, dass die Polizei insgesamt zwölf Fahrzeuge überprüfte, die auf umliegenden und von Skitourengängern frequentierten Parkplätzen abgestellt waren. Alle Fahrzeugführer konnten von den umliegenden Dienststellen und Bergwachtangehörigen telefonisch oder persönlich erreicht werden, sie sind wohlauf. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Skitourengänger andernorts gestartet ist und verschüttet sein könnte. Zudem war ein Helikopter mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, auch hier gab es keine Hinweise auf verschüttete Personen. Insgesamt standen rund 35 Polizeibeamte, 40 Angehörige der Bergwacht, 17 Lawinenhunde und 4 Hubschrauber an den Parkplätzen Arzmoos und Waldkopf für den Einsatz bereit.

Das Wildalpjoch - ein ausgewiesenes Tourengebiet

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Die Bergwacht Brannenburg, die sich an der Suchaktion beteiligte, erklärte auf Anfrage von rosenheim24, dass das Wildalpjoch auf 1720 Metern Höhe bekannt für häufige Abgänge von Lawinen ist. Durch die Südlage des Hangs, auf dem die Lawine abgegangen ist, werden die Schneemassen erhitzt, wodurch Abgänge begünstigt werden. Zudem liegt unter den Schneemassen besonders langes Gras, bei der Bergwacht "Lawinengras" genannt, das das Abrutschen von Schneemassen erleichtert.

Die Wetterstation auf dem Wendelstein erklärte, dass die Lawinengefahr im Gebiet derzeit allgemein angespannt ist. In der Nacht auf Mittwoch gab es acht Zentimeter Neuschnee, der auf eine harte, gefrorene Schicht von altem Schnee gefallen ist. Durch die starken Schneeverwehungen liegt diese alte Schicht aber teilweise frei und wird nun von der Sonne bestrahlt. Die Gefahr, dass sich dadurch Schneebretter verselbstständigen ist deswegen gegeben.

Archivbilder aus dem Alltag der Lawinenretter am Wendelstein:

Die Lawinenretter  des LK Rosenheim

Auch die Bergwacht Leitzachtal bestätigte, dass das Gebiet des Wildalpjochs ein beliebtes Ziel von Tourengehern ist und dass es dort vermehrt Lawinenabgänge gibt. Auf den Skipisten des Sudelfeldgebiets sei die Lage aber absolut unter Kontrolle, dort ist nicht mit Lawinenabgängen zu rechnen.

Lawinentoter am Wildalpjoch im Winter 2008/09

Lawinenunglück am Wildalpjoch im Winter 2008/09 auf ovb-online.de:

Im Winter 2008/09 endete ein Lawinenabgang am Wildalpjoch tragisch. Damals wurde ein erfahrener Alpinist von einer Lawine verschüttet. Obwohl der 47-Jährige aus der Gemeinde Samerberg von seinen Begleitern aus der Lawine gegraben wurde, verstarb er wenige Tage später im Krankenhaus.

Martin Vodermair/Rebecca Radlhammer

Quelle: rosenheim24.de

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