Auch Brauereinen in der Region sind betroffen

Ernteausfällen bei Getreide und Hopfen: Warum Bier teurer wird oder nicht

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Landkreise – Bier soll teurer werden. Prost Mahlzeit! Waren die Absatzzahlen der bayrischen Brauereien im ersten Halbjahr 2018 noch die besten seit 25 Jahren sollen jetzt Preiserhöhungen anstehen. Von plus/minus einem Euro pro Träger ist die Rede.

Was war der Sommer 2018 in Bayern doch schön! Herrliches Wetter, die Biergärten, Freiluftveranstaltungen und Volksfeste waren bestens besucht. Auch die privaten Grillfeiern haben im ersten Halbjahr zu Rekordabsätzen beim Bier (ob nun mit oder ohne Alkohohl) geführt. 53 Millionen Maß Bier mehr als im selben Vorjahreszeitraum: In Maß und Zahl ausgedrückt ist das das Plus der bayrischen Brauwirtschaft von Januar bis Juni 2018 in Höhe von 4,5 Prozent.

Es war zu viel Sommer

Was die Brauer schon im Sommer dieses Jahres Sorgen bereitete, ist Realität geworden: Die Ernte von Gerste, Weizen etc. und Hopfen ist deutlich geringer ausgefallen als in den Jahren zuvor. Die Folge: Die Rohstoffpreise für Bier steigen. Walter König vom Bayerischen Brauerbund berichtet auf Nachfrage von innsalzach24.de von einer (plus/minus) 25%igen Steigerung abhängig davon, ob es sich um Getreide oder Hopfen handelt und woher diese stammen, welche Qualität sie haben.

Die Preise für Braugerste und Weizen sowie Hopfen seien dabei unterschiedlich zu bewerten. Bei Hopfen gebe es längerfristige Verträge mit anderen Konditionen als beim Malz (das wird aus dem Getreide gewonnen). Fest stehe, dass beides teurer wird/ist. Eine Preiserhöhung beim Bier sei freilich immer Sache der jeweiligen Brauerei.

Eine Preiserhöhung nur wegen der Rohstoffe? Nein!

Es geht also um die Frage, ob eine Brauerei eine Bierpreiserhöhung nur wegen gestiegener Rohstoffpreise macht. Tut sie laut König nicht. Ähnlich wie beim Benzinpreis müsste sie dann nämlich auch den Preis fürs Bier zurücknehmen, wenn die Rohstoffpreise wieder fallen. Laut Walter König ist eine Bierpreiserhöhung dauerhaft und wohl überlegt. Die Brauereien hätten steigende Lohnkosten, steigende Energie und Wasserpreise ebenso auf den Verbraucher umzulegen wie steigende Rohstoffkosten.

Das sagen Brauer zwischen Inn und Salzach dazu:

innsalzach24.de hat bei Brauern in der Region nachgefragt:

Landkreis Altötting:

Thomas Dummer betreibt die Burghauser Brauwerkstatt. Es ist eine Kleinstbrauerei. Hier entstehen besondere Bierspezialitäten. Er werde den Bierpreis nicht erhöhen, so Dummer. Klar werde alles immer teurer aber er sei mit seinen Produkten in einem Marktsegment, das bei einer Preiserhöhung Gefahr laufe, dem Markt zum Opfer zu fallen. Pure Handwerkskunst und damit purer Genuss habe eine preisliche Obergrenze, so Dummer weiter.

Landkreis Mühldorf:

Wolfgang A. Unertl ist Chef der Weißbierbrauerei Unertl in Mühldorf am Inn. Der Bierpreis müsse steigen, so Unertl. Anders sei die Wirtschaftlichkeit der Unertl AG nicht gewährleistet. Unertl sieht es ähnlich wie Walter König vom Bayerischen Brauerbund: Die gestiegenen Rohstoffpreise seien das eine, die stetig steigenden Betriebskosten das andere. Für seine Brauerei sei eine Preiserhöhung längst fällig. Einen Vorwurf, die Brauereien in Bayern würden die gestiegenen Rohstoffpreise als Vorwand nehmen, lässt er nicht gelten.

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rw

Quelle: innsalzach24.de

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