Gewerkschaft kritisiert Kreiskliniken-Fusions-Pläne

Erneut Demo vor Kreistag - Räte stellen sich hinter Beschäftigte

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Landkreise Mühldorf/Altötting - Die Gewerkschaft ver.di ist zwar nicht grundsätzlich gegen die geplante Kreiskliniken-Fusion, wie sie betont, hat aber einen zentralen Kritikpunkt. Die fortgesetzte Ausgliederung von Beschäftigten im Kreis Mühldorf in eine Service-Gesellschaft soll verhindert werden.

"Wir haben mit etwa 100 Beschäftigten etwa eine Stunde vor der Sitzung des Kreistags demonstriert", berichtet ver.di-Sekretär Win Windisch. "Den Mitgliedern des Kreistags wurde ein offener Brief übergeben." Bereits am Montag der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft vor Beginn der dortigen Sitzung vor dem Altöttinger Kreistag ihr Anliegen vorgetragen.

Vor Ort in Mühldorf sprachen dann die Vorsitzende des Betriebsrats Mühldorf Manuela Landgraf, die Vorsitzenden des Personalrats Konrad Unnützer aus Altötting und Otto Becker aus Burghausen und Windisch. "Es herrschte eine kämpferische Stimmung mit Trillerpfeifen und vielen eigenen Schildern und Transparenten."

Kreisräte sprachen zu Beschäftigten

Auch eine Reihe von Kreisräten sprachen zu den Beschäftigten. Den Anfang machte Günther Knoblauch (SPD) mit einem kurzen Statement, dass er die Forderungen mit unterstütze. Ihm folgte der Landratskandidat der CSU, Maximilian Heimerl, der sich für eine einheitliche Bezahlung der Beschäftigten in der fusionierten Klinik aussprach.

Bereits am Montag der vergangenen Woche wurde auch in Altötting demonstriert.

"Für mich ist die Sache relativ eindeutig. Es kann nicht sein, dass es dann in einem gemeinsamen Kommunalunternehmen für die gleiche Arbeit unterschiedliche Bezahlung gibt", erklärte Heimerl. "Nachdem es aus Altötting die Signale gibt, dass dort der TVöD weiterhin aufrechterhalten wird, müssen wir uns dem angleichen. Das ist mein Meinung dazu und dafür werde ich kämpfen."

Auch seine Gegenkandidatin von den Grünen Kathrin Henke hatte sich klar festgelegt: "Ich stehe voll hinter Eurem Anliegen. Für mich kann es nicht zwei unterschiedliche Arbeitsbedingungen für die gleiche Arbeit geben." Sie sprach von einer Chance für die beschäftigten Frauen der Mühldorfer Servicegesellschaft durch die Fusion."

ver.di: Beschäftigte sollen nicht in Servicegesellschaft

"Diese Fusion kann der richtige Schritt sein, wenn sie gut gemacht wird", betont Gewerkschaftssekretär Win Windisch. "Es gibt jedoch einen Bereich, der dringend einer Änderung bedarf" In Mühldorf seien die Bereiche Küche, Reinigung, Entsorgung und Patientenservice in eine Servicegesellschaft. die KMS GmbH ausgegliedert. Dort würden Löhne unterhalb des Niveaus des öffentlichen Dienstes gezahlt und die Kolleginnen erhielten kein Weihnachtsgeld und keine Rentenzuschüsse.

Die beiden Kreiskliniken.

Die bisherige Planung laute, dass die Servicegesellschaft in Mühldorf eine Tochterfirma der neuen Klinik Altötting-Mühldorf werde. "Das bedeutet, wenn die Kreistage den Fusionsplänen in ihrer aktuellen Form zustimmen, dann führen sie hiermit auch in Altötting-Burghausen eine Servicegesellschaft durch die Hintertür ein!" Die Beibehaltung der Servicegesellschaft nur für den Bereich Mühldorf-Haag sei keine Option.

ver.di: Kein Doppel-System

"Erstens wenn die Servicegesellschaft als Tochtergesellschaft der neuen Klinik bestünde, würde die neue Geschäftsführung früher oder später auf sie für alle vier Standorte zurückgreifen. Einer größeren öffentlichen Diskussion müsste sie sich nicht mehr stellen", so Windisch. Dies relativiere auch die bisherige Zusicherung an das Personal, dass für zwei Jahre keine weiteren Aufgabenbereiche ausgegliedert werden sollen. "Was passiert dann still und leise in zwei Jahren? Zweitens würde eine Servicegesellschaft den betrieblichen Frieden gefährden. In der neuen Klinik gäbe es für die gleiche Arbeit nicht das gleiche Geld."

Nur die Klinik, nicht aber die Landkreise sparten hierbei, da die Beschäftigten bei der KMS GmbH keine ZVK-Renten-Zuschüsse erhielten und sie somit eine geringere Rente erwarte.Insgesamt fordere ver.di einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten nach der Fusion.

Quelle: innsalzach24.de

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