Studiengang "Heimat heute-Heimat morgen"

Das Fach "Heimat" kann man jetzt studieren

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Landkreis - Ab Oktober 2015 wird in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Berchtesgaden und Traunstein der viersemestrige Studiengang "Heimat heute-Heimat morgen" angeboten.

Angesichts der fortschreitenden Globalisierung, der weltweiten Vernetzung durch das Internet und wachsender Flüchtlingsströme erlebt der Begriff „Heimat“ aktuell eine Renaissance. Quasi als Parallelbewegung gewinnt für immer mehr Menschen - fernab verquaster Heimattümelei und überkommener Klischees - die Frage Bedeutung: Wo fühle ich mich zu Hause und was macht Heimat für mich aus?

Die vielschichtige Frage betrifft Alteingesessene, Heimatvertriebene und Zugezogene gleichermaßen und stößt auf wachsendes Interesse. Die Katholischen Bildungswerk Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein haben deshalb zusammen einen viersemestrigen Studiengang „Heimat heute – Heimat morgen“ konzipiert, der im Oktober an allen vier Standorten gleichzeitig startet und bis zum Frühjahr 2017 geht. Vorab gibt es in allen vier Orten Informationstage.

Das Ziel ist, so Tobias Trübenbach, Geschäftsführer des KBW Traunstein, „im Zusammenhang mit den gegenwärtig starken Veränderungen und künftigen Entwicklungen auch den Heimatbegriff kritisch zu hinterfragen, einen Einblick in die aktuelle Forschung zu bekommen und in der Diskussion bzw. Auseinandersetzung eigene Standpunkte neu zu überdenken“. Ebenso geht es darum, die Teilnehmer für regionale Zukunftsfragen zu sensibilisieren.

Der Aufbau des Heimat-Studiengangs

Durch den Zusammenschluss der vier Bildungseinrichtungen war es möglich, rund 35 zum Teil hochkarätige Dozenten zu gewinnen. Darunter sind etwa der Bundesvorsitzende des BUND Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger, der Geschäftsführer des Tourismusverbands Oberbayern, Oswald Pehel, und die Professoren Theo Eberhard, Ludwig Mödl und Albert Staudt von Münchner Hochschulen. „Ohne gesunde Natur keine Heimat“, „der wirtschaftende Mensch und seine Wurzeln“, „Regionalkultur und Heimat“ sowie „der Mensch als soziales Wesen“ bilden die Schwerpunkte in den einzelnen Semestern, wie Maria Beck, Geschäftsführerin des KBW Mühldorf informiert. Pro Semester sind drei Vorlesungen, zwei Seminare und vier Exkursionen vorgesehen, die jeweils einen halben Tag dauern. Gerade bei den Exkursionen wird die praktische Bedeutung der Thematik beim Besuch exemplarischer Projekte, Initiativen, Firmen und Organisationen gezeigt werden. Die Begrenzung auf höchstens 25 Personen schließlich gewährleistet einen intensiven Austausch von Teilnehmern und Dozenten.

Themen, die angeschnitten werden, sind etwa Migration und Integration, Schule und Bildung in der ländlichen Region, das Klischee von Oberbayern, die Spannungsfelder von Baukultur, Ortsbild und Denkmalpflege bzw. unberührter Natur und moderner Kulturlandschaft, Heimatpflege und Volksmusik oder Antworten der Kirchen „auf die sozialen Umwälzungen im ländlichen Raum“. Aber auch landschaftsfreundlicher Tourismus und Massentourismus, Pendlergesellschaft und Verkehrsplanung der Zukunft, Innovationen in Gewerbe und Industrie, die Regionalwährung „Chiemgauer“ oder „Möglichkeiten und Grenzen einer modernen Energieversorgung aus regionalen Quellen“ stehen als Themen auf dem Programm, so Michaela Obermeier, Geschäftsführerin des KBW Berchtesgadener Land.

Exkursionen führen zum Beispiel in Heimatmuseen, in die Redaktion des Magazins „MUH“, ins Bergsteigerdorf Ramsau, die Nullenergiestadt Mietraching, ins Thalhamer Moos im Isental nahe der A 94, in eine Asyleinrichtung, in die Berufsfachschule für Holzschnitzerei in Berchtesgaden oder in die Milchwerke Berchtesgadener Land.

Wie Alois Rinser, Stellvertretender Geschäftsführer des BW Rosenheim betont, ist durch die Mischung von hochkarätigen Hochschuldozenten und ausgewiesenen Praktikern zwar ein hohes Niveau bei der Vermittlung gewährleistet, andererseits ist der Studiengang „Heimat“ für Interessierte aller Alterstufen und Bildungsgrade offen. Die einzige Zugangsvoraussetzung ist die Freude am Thema.

Der Studienplan wurde vom oberbayerischen Bezirksheimatpfleger, Historiker, Regisseur und Autor Dr. Norbert Göttler entwickelt. Die einzelnen Themen wechseln in jedem der vier Semester zwischen den vier Orten. Dort steht jeweils auch ein Studienleiter zur Verfügung, der die Studierenden in allen Veranstaltungen begleitet. Genauere Information gibt es im Internet unter www.studiengang-heimat.de.

Pressemitteilung Katholisches Kreisbildungswerk

Quelle: rosenheim24.de

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