Chaos auf Straße und Schiene wird erwartet

DWD warnt vor starkem Schneefall: Polizei weist auf besondere Pflichten hin

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Landkreis - Das Wochenende dürfte in Sachen Wetter richtig ungemütlich werden. Es muss in weiten Teilen der Region mit starkem Schneefall gerechnet werden, was sowohl Straßen- als auch Bahnverkehr massiv beeinträchtigen könnte.

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Update, 20.25 Uhr: Pressemitteilung Verkehrspolizei Rosenheim

An diesem Wochenende soll es in der Region stark schneien. Die Verkehrspolizei Rosenheim nimmt das zum Anlass, um auf die damit verbundenen besonderen Pflichten für Fahrzeugführer hinzuweisen: Wer sein Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen, dazu gehören Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, sowie Eis- oder Reifglätte, führt, für den sind Winterreifen Pflicht. 

Verstöße dagegen werden nach dem Bußgeldkatalog mit Bußgeldern zwischen 60 Euro (wer mit Sommerreifen fährt) und 120 Euro (wer dadurch einen Unfall verursacht) geahndet. Der Halter oder sonst Verantwortliche, der die Inbetriebnahme des Kraftfahrzeugs bei winterlichen Straßenverhältnissen anordnet oder auch nur zulässt, hat mit einem Bußgeld von 75 Euro zu rechnen. Auch bei Winterreifen sieht der Gesetzgeber in Deutschland eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor, allgemein empfohlen werden jedoch mindestens 4 mm. 

Bei winterlichen Straßenverhältnissen muss der Fahrzeugführer auch seine Geschwindigkeit an die besondere Situation anpassen. Wer aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit einen Unfall verursacht, kann mit 100 Euro bis zu 145 Euro belangt werden, letzteres wenn es dadurch zu einem Unfall kommt. Bitte beachten: auch wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit durch Verkehrszeichen geregelt wird, kann aufgrund der Wetterverhältnisse eine geringere Geschwindigkeit geboten sein. Der Fahrzeugführer hat auch dafür zu sorgen, dass seine Sicht nicht beeinträchtigt ist, z.B. durch unzureichendes Freimachen der Scheiben von Eis und Schnee. Sollte die Sicht beeinträchtigt sein, ist dafür ein Verwarnungsgeld von 10 Euro fällig. 

Zu den Pflichten des Fahrzeugführers gehört es auch, sein Fahrzeug vor Fahrtantritt von Eis und Schnee zu befreien. Wer dies nicht tut, wird mit einer Verwarnung in Höhe von 25 Euro belangt. Wird ein anderer durch herabfallenden Schnee bzw. herabfallendes Eis gefährdet, wird dies mit 100 Euro geahndet, wird ein anderer dadurch geschädigt mit 120 Euro. Wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, so bestimmt es der Gesetzgeber, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen. Wer dies nicht tut, wird mit 20 bis 35 Euro, letzteres wenn es dadurch zu einem Unfall gekommen ist, zur Kasse gebeten. 

Dabei ist zu beachten, dass es nicht nur darum geht, dass der Fahrzeugführer selbst genug sieht, sondern auch, dass sein Fahrzeug von anderen gesehen wird. Da das Tagfahrlicht nur nach vorne wirkt, die Rückleuchten aber dunkel bleiben, sollte man im Zweifelsfall besser das Abblendlicht einschalten. Darüber hinaus dürfen die Beleuchtungseinrichtungen nicht verdeckt oder verschmutzt sein. Die Ahndung von Verstößen diesbezüglich ist die gleiche wie bei o.g. Benutzung der Beleuchtung. Deshalb sollten die Scheinwerfer und Rückleuchten regelmäßig von Eis und Schnee befreit werden. Die Verkehrspolizei Rosenheim wird dies in der nächsten Zeit verstärkt überwachen.

Pressemeldung Verkehrspolizei Rosenheim

Update, 19.35 Uhr - Hoher Sachschaden bei Schneeglätteunfall

Am Freitag, den 4. Januar, gegen 13 Uhr kam es auf der B305 im Bereich des Felsentores in Ramsau zu einem Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen. Ein 20-jähriger Einheimischer fuhr mit seinem Fiat Punto auf der B305 von Ramsau kommend in Richtung Berchtesgaden. Kurz nach dem Felsentor kam er infolge nicht angepasster Geschwindigkeit bei Schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern. 

Zur selben Zeit fuhr ein 34 jähriger aus Ramsau mit seinem Porsche von Berchtesgaden kommend in Richtung Ramsau. Dieser erkannte das auf ihn schleudernde Fahrzeug und wich nach links auf die Gegenspur aus. Dabei prallte der Fiat Punto mit dem Heck gegen die rechte Seite des Porsche. 

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von etwa 30.000 Euro.

Pressebericht der Polizeiinspektion Berchtesgaden

Update, 19.09 Uhr - Lkw blockieren B20 bei Fridolfing

Gegen 17.30 Uhr musste die Feuerwehr Fridolfing auf die B20 ausrücken. Zwischen Untergeisenfelden und Lebenau sind Lkw auf der schneebedeckten Fahrbahn hängengeblieben. Andere Fahrzeuge haben darauf riskant bei Gegenverkehr überholt. Die Feuerwehr sperrte die Fahrbahn komplett, bis der Winterdienst die Straße wieder befahrbar gemacht hat.

Lkw blockieren B20 bei Fridolfing

Update, 18. 11 Uhr - Schnee erfordert den Einsatz Ehrenamtlicher

Durch den stundenlangen Schneefall im Landkreis Rosenheim wurden heute auch die Fahrzeiten im Krankentransport länger. Ehrenamtliche Johanniter aus Wasserburg sind daher seit dem frühen Abend im Einsatz, um mit zwei zusätzlichen Fahrzeugen betreuungsbedürftige Personen zu transportieren. Die Sanitäter verkürzen so nicht nur die Wartezeit für die Patienten sondern unterstützen auch den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst, da mehr Kapazitäten für Notfalleinsätze frei bleiben. 

Der Bevölkerungsschutz der Johanniter Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter werden alarmiert, wenn der reguläre Rettungsdienst und Krankentransport an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Mit zusätzlichem Personal und speziellem Material kümmern sie sich dann um die medizinische Versorgung oder den Transport von Verletzten und Betroffenen. Im Landkreis Rosenheim stellt die Johanniter-Unfall-Hilfe rund um die Uhr zwei Schnell-Einsatz-Gruppen – eine für den Transport und eine (gemeinsam mit dem BRK) zur Behandlung verletzter Personen. 

Und auch die Helfer der Johanniter-Rettungshundestaffel sind für Großeinsätze im Bevölkerungsschutz ausgebildet. Das Material der Schnell-Einsatz-Gruppen sowie einen Teil der Ausbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte wird dem Bevölkerungsschutz der Hilfsorganisationen vom Freistaat Bayern bzw. von der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt. Für die persönliche Ausstattung der Helfer sowie für die umfassende Aus- und Weiterbildung sind die Johanniter auf die Unterstützung ihrer Fördermitglieder angewiesen.

Pressemeldung Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Ortsverband Wasserburg

Update, 14.30 Uhr - unnötige Autofahrten vermeiden

Mittlerweile hat es in allen unseren südostbayerischen Regionen zu Schneien begonnen. Im Laufe des Tages wird der Schneefall an Intensität noch deutlich zulegen. Der deutsche Wetter Dienst und andere Wetterexperten empfehlen unnötige Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es können erhebliche Verkehrsprobleme auf Strassen und bei Bahnverbindungen entstehen.

„Ab Freitagabend sind in Bayern Beeinträchtigungen im Bahnverkehr aufgrund Wintereinbruch möglich“, warnte die Deutsche Bahn vorab auf Anzeigen an den Bahnhöfen etwa in München. „Bitte informieren Sie sich vorab.“

UPDATE, 13.15 Uhr - Unfallstelle geräumt

Die Unfallstelle auf der B299 konnte laut Verkehrsmeldungen inzwischen geräumt werden. Damit ist die Bundesstraße im Bereich Neumarkt St. Veit wieder frei befahrbar.

UPDATE, 11.40 Uhr - Unfall auf B299 im Landkreis Mühldorf

Im Landkreis Mühldorf scheint der Schneefall bereits eingesetzt zu haben. Von dort wurde am Vormittag auch ein erster Unfall gemeldet. Wegen Schneeglätte soll es auf der B299 bei Neumarkt St. Veit (Landkreis Mühldorf) zu einem Crash mit einem Lastwagen gekommen sein.

Die Bundesstraße ist deswegen derzeit total gesperrt. Zudem wurde von vor Ort gemeldet, dass wegen der Schneeglätte in diesem Bereich auch bereits andere Lastwagen liegengeblieben sein sollen.

UPDATE, 10.40 Uhr - Warnung vor "starkem Schneefall"

Am Freitagvormittag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Warnungen für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land noch einmal konkretisiert bzw. angehoben. Am gesamten Wochenende wird vor starkem Schneefall (Warnstufe 3 von 4) und verbreiteter Glätte gewarnt. Die Warnung gilt ab Freitag, 18 Uhr, und ist vorerst bis Montag, 7. Januar, 12 Uhr, gültig.

Hinweis auf mögliche Gefahren: Straßen können stellenweise unpassierbar sein. Unter anderem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen. Vermeiden Sie alle Autofahrten! Fahren Sie nur mit Winterausrüstung! Detaillierte Warninformationen erhalten Sie unter: www.wettergefahren.de.

Der Vorbericht:

Der Deutsche Wetterdienst warnt für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land vor Neuschnee. Bis Freitagabend könnten 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee fallen, in Staulagen sogar bis zu 25 Zentimeter. Verbreitet müssten Autofahrer mit Glätte rechnen, hieß es weiter. Auch in den Landkreisen Mühldorf und Altötting gibt es Schneefall - allerdings nur vergleichsweise "harmlos". Dort werden laut DWD Mengen zwischen einem und fünf Zentimetern erwartet.

Außerdem warnt der Deutsche Wetterdienst in höheren Lagen vor gefährlichen Sturmböen. Oberhalb von 1.500 Metern können Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 km/h (18m/s, 35kn, Bft 8) und 80 km/h (22m/s, 44kn, Bft 9) aus nordwestlicher Richtung auftreten. In exponierten Lagen muss mit schweren Sturmböen um 90 km/h (25m/s, 48kn, Bft 10) gerechnet werden.

Bahn erwartet "Beeinträchtigungen"

Auch die Deutsche Bahn (DB) erwartet offenbar Beeinträchtigungen. Wie unser Partnerportal tz.de am Freitagmorgen berichtet, warnte die Bahn mit entsprechenden Anzeigen bereits auf Münchener Bahnhöfen. "Ab Freitagabend sind in Bayern Beeinträchtigungen im Bahnverkehr aufgrund Wintereinbruch möglich. Bitte informieren Sie sich vorab", hieß es. Online kündigte das Unternehmen eine ganze Palette möglicherweise betroffener Strecken an und versprach: "Wir werden Sie laufend informieren." 

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Dazu kommt außerdem noch der starke Rückreiseverkehr, der pünktlich am Samstag zum Ende der Weihnachtsferien einsetzen dürfte. Dann dürfte es neben Schnee und Glätte auch zu einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen auf den heimischen Straßen kommen. Besonders schlimm könnte es im benachbarten Österreich werden. Dort warnten Meteorologen für das Salzburger Land sogar vor Neuschneemengen von bis zu einem halben Meter!

DWD/tz.de/mw

Quelle: rosenheim24.de

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