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Tierdrama an der Zellerwand in Schleching

Neun Jungkühe abgestürzt - hat sie ein Wolf in den Tod getrieben?

Neun tote Kühe wurden in Schleching per Hubschrauber geborgen.
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Neun tote Kühe wurden in Schleching per Hubschrauber geborgen.

Neun tote Jungkühe, abgestürzt über eine steile Felswand: Die Almbauern im Raum Schleching sind alarmiert. Hat ein Wolf die Tiere in den Tod getrieben?

Schleching - Almbauer Hannes Hörterer aus Mettenham bei Schleching ist sichtlich geschockt: Eine ganze Herde Jungvieh, das er auf seiner Alm im Zellerwand-Gebiet hat, ist in der Nacht auf Mittwoch, 8. Juni, in den Tod gestürzt. Eine steile Felswand hinab, ein Tier nach dem anderen, insgesamt neun Kälber. Sie sind allesamt tot, umgekommen im steilen und felsigen Gelände. Zuvor hatten sie Zäune durchbrochen - offenbar in schierer Panik.

Durchbrochene Zäune

Die schreckliche Entdeckung machte Hörterer am Mittwochnachmittag, auf dem Weg zu seiner Alm. Er entdeckte die durchbrochenen Zäune, wenig später die verunglückten Tiere - und schlug sofort Alarm. Noch am Nachmittag wurde ein Hubschrauber eingesetzt, um die toten Tiere zu bergen, ins Tal zu bringen.

Acht Kadaver konnten schließlich per Seil geborgen werden. Bei einem verunglückten Kalb gestaltete sich die Bergung aufwändiger und bis in die Abendstunden hinein, da es zwischen einem Baum und der Steilwand eingeklemmt war und erst von Luftrettern befreit werden musste.

Die Angst vor dem Wolf

Nun treibt ganz Schleching und das Gebiet rund um die Zellerwand bis hin zur Kampenwand eine Frage um: War es ein Wolf? Hannes Hörterer vermutet durchaus - denn warum sonst soll sein Jungvieh eine Felswand hinabgesprungen sein? „Natürlich gibt es keine bestätigten oder konkreten Hinweise auf einen Wolf, aber noch nie habe ich ein ähnliches Verhalten bei meinem Vieh erlebt“, sagt der Landwirt. Noch am Vorabend sei er auf der Alm gewesen, habe nach dem Rechten gesehen - „da waren die Tiere noch ganz normal und völlig ruhig.“

Die Jungkühe waren im Bereich Zellerwand/Schleching eine Felswand hinabgestürzt.

Hefteralm-Wirtin: „Das war ein Wolf!“

„Das kann nur ein Wolf gewesen sein“, ist indes Irmi Guggenbichler überzeugt, Sennerin auf der Hefteralm hoch über Grassau und nur rund vier Kilometer Luftlinie vom Unglücksort entfernt. Guggenbichler ist eines der Bindeglieder im Raum Grassau/Schleching, hält die Fäden zwischen den Almbauern zusammen - und behält den Überblick, wenn Wolfssichtungen in der Region gemeldet werden. „Für uns ist der Wolf nichts Neues, er begleitet uns sicherlich schon seit zehn Jahren, was an sich kein Problem ist, aber es werden halt immer mehr“, beschreibt die Sennerin die Lage im Chiemgau.

Im steilen Gelände der Zellerwand abgestürzt und verendet.

Gerissene Rehe, Sichtungen

Seit Kurzem verschärft sich nach Guggenbichlers Worten nun die Situation wieder. Gerissene Rehe bei Staudach, Wolfssichtungen bei Grassau - und immer wieder Herdenunruhe auf den Almen. „Das sind deutliche Zeichen“, weiß die Almbäuerin aus Erfahrung. Wenn dann auch noch Jungvieh geradezu in eine Steilwand „raushüpft“, kann Guggenbichler nur eine logische Konsequenz ziehen: Hier muss ein Wolf dahinterstecken. „Ein Oachkatzl wird‘s kaum gewesen sein“, scherzt sie mit bitterer Miene.

Wenn die Herde unruhig wird

Sie selbst hat ihr Vieh rund um die Hefteralm, so weit möglich, eingezäunt, mit einem elektrischen Abwehrzaun. „Aber auch nur das Kleinvieh, bei Herdenunruhe hilft dann auch kein Zaun mehr.“ Und die Unruhe bei den Tieren, wenn ein Wolf umherschleicht, die kennt Irmi Guggenbichler zu genüge. „Damit leben wir seit vielen Jahren, wegleugnen lässt sich der Wolf bei uns nicht mehr.“

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